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Bei 1860 München wird es nie langweilig
Bei 1860 München wird es nie langweilig © SPORT1-Grafik: Paul Hänel/Getty Images

München - Investor Hasan Ismaik wirft bei 1860 München den Trainer raus und degradiert den Geschäftsführer. Nur eine Episode in der possenreichen Geschichte des Vereins.

Trainer Kosta Runjaic gefeuert, Geschäftsführer Thomas Eichin degradiert. Bei 1860 München herrscht Chaos - mal wieder.

Denn bei den Löwen ist schon seit Jahren immer etwas los. Der Verein kommt einfach nicht zur Ruhe.

SPORT1 gibt einen Überblick über die Possen der jüngeren Klubgeschichte.

1. Komödienstadl in der Vereinsführung

In der 1860-Führungsetage ging es immer rund. Gastronomie-Pate Karl-Heinz Wildmoser regierte wie ein Sonnenkönig und wurde 2004 wegen Bestechungsvorwürfen im Zusammenhang mit dem Bau der Allianz Arena festgenommen. Das Verfahren wurde später eingestellt, sein Sohn musste allerdings in Haft.

Wildmosers Nachfolger war der medial unerfahrene Großmetzger Karl Auer. Außer seinem Namen waren auch die Kompetenzstreitigkeiten mit seinem damaligen Vizepräsidenten Hans Zehetmair zum Schmunzeln.

Höhepunkt: Der Ex-Kultusminister verkündete den Rauswurf von Trainer Falko Götz ohne Rücksprache mit Präsident und Geschäftsführung.

2. Ismaiks Größenwahn

Seit 2011 ist Hasan Ismaik Großaktionär bei den Löwen. Seitdem erlebte (bzw. verschliss) der jordanische Geschäftsmann elf Trainer, sieben Geschäftsführer und fünf Präsidenten.

Führungsstreitigkeiten werden grundsätzlich in der Öffentlichkeit ausgetragen. Ismaik wendet sich auch mal per Facebook direkt an die Fans oder gibt kuriose Pressekonferenzen. 

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Die Rückkehr in die Bundesliga ist trotz ausgeprägtem Aktionismus immer noch nicht in Sicht. Ismaik denkt aber immer schon mindestens drei Schritte weiter: Öffentlich verkündete er etwa seine Champions-League-Träume und Planungen für ein neues Stadion mit angeschlossenem Löwengehege.

3. Die ewige Stadion-Debatte

Apropos Stadion: Die Debatte um die richtige Heimstätte für den Verein spaltet die Löwen schon seit Jahren. Erst waren große Teile der Anhängerschaft vehement gegen den Umzug aus dem geliebten Grünwalder Stadion ins Olympiastadion.

Immer noch ein Sehnsuchtsort für die meisten Löwen-Fans: Das Stadion an der Grünwalder Straße
Immer noch ein Sehnsuchtsort für die meisten Löwen-Fans: Das Stadion an der Grünwalder Straße © Imago

Mit dem erneuten Umzug in die Allianz Arena waren die Fans auch nicht zufrieden. Wirtschaftlich war dieser Schritt ein Desaster für den Verein.

Lokalrivale Bayern München musste die Sechziger schließlich vor der Insolvenz retten, indem der Rekordmeister für elf Millionen Euro die Anteile des TSV am Stadion abkaufte. Rettung durch den verhassten Lokalrivalen? Ein Stich ins Herz für jeden echten Löwen!

4. Die verrücktesten Spieler

Immer wieder sorgten auch die Spieler der Münchner für irre Geschichten. Berkant Göktan wurde wegen Kokainmissbrauchs rausgeworfen, Savio Nsereko war plötzlich verschollen und wurde deshalb gekündigt.

Abedi Pele wurde als Starspieler verpflichtet und war auch sehr glücklich, nach München transferiert zu werden - der Ghanaer dachte aber der Legende nach eigentlich, der große FC Bayern habe ihn gekauft.

Abedi Pele kam 1996 vom FC Turin nach München
Abedi Pele kam 1996 vom FC Turin nach München © Getty Images

Um etwas Glanz in die Truppe zu bekommen, wurde in Emanuel Biancucci sogar ein Cousin von Weltfußballer Lionel Messi verpflichtet. Durchsetzen konnte sich der Youngster allerdings nicht.

5. Talente werden verschachert

Die Jugendarbeit der Sechziger war immer ausgezeichnet. Die Bender-Zwillinge, Kevin Volland, Daniel Baier, Moritz Leitner, Julian Weigl sind nur einige Beispiele.

Aus den Talenten, die den TSV in den letzten Jahren verließen, könnte man mindestens eine gute Bundesliga-Mannschaft formen.

Doch alle gingen für relativ kleines Geld, der Verein hat immer mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Andere Vereine schafften es schon, mehr Geld für so gute - und wichtige - Spieler herauszuschlagen.

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