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1. FC Heidenheim v 1. FC Kaiserslautern  - 2. Bundesliga
Daniel Halfar (3.v.r.) eröffnet mit Kaiserslautern gegen Hannover die neue Zweitligasaison © Getty Images

Am Freitag wird die 43. Saison der 2. Bundesliga angepfiffen. Fans dürfen sich auf Tradition, Geheimfavoriten, volle Stadien und einen Weltmeister freuen.

27 Meisterschaften, 15 Pokalsiege und ein aktueller Weltmeister: Wenn die 2. Bundesliga am Freitag in ihre 43. Saison startet, können sich die Fans nicht nur auf die beiden Aufstiegsfavoriten VfB Stuttgart und Hannover 96 freuen.

Für die Fußball-Romantiker dürfte so manches Duell im Unterhaus - das zudem elf DDR-Meisterschaften und acht DDR-Pokalsiege zu bieten hat - wesentlich interessanter als die eine oder andere Partie in der Eliteklasse sein.

Korkut will Fans sofort begeistern

"Die 2. Liga wird in der neuen Saison sehr attraktiv. Viele Traditionsklubs, die schon reichlich Bundesligajahre auf dem Buckel haben, tummeln sich hier", sagte Hannovers Trainer Daniel Stendel, der mit dem Bundesliga-Absteiger zum Auftakt am Freitag (ab 20 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER, Highlights ab 22.30 Uhr in Hattrick - die 2. Bundesliga im TV auf SPORT1) beim 1. FC Kaiserslautern mit dem früheren 96-Coach Tayfun Korkut antreten muss.

"Wir sind mit Sicherheit Herausforderer gegen Hannover. Aber wir werden sehr gut vorbereitet sein", sagte Korkut: "Wir wollen die Fans von Anfang an begeistern und mitreißen."

Schon vor der Partie, für die bisher 33.300 Karten verkauft wurden, ist auch Stendel überzeugt: "Es wird sicher eine unglaublich spannende und emotionale Saison."

2. Bundesliga als Zuschauermagnet

Die Emotionalität rund um Vereine wie Hannover, Stuttgart, Lautern, den 1. FC Nürnberg, Fortuna Düsseldorf, 1860 München und Dynamo Dresden wird mit großer Sicherheit auch für einen Zuschauerrekord sorgen.

Schon in der vergangenen Spielzeit kamen durchschnittlich 19.017 Besucher zu den Partien. In der kommenden Saison ist damit zu rechnen, dass die 2. Liga die französische Ligue 1 überholt und in der Zuschauergunst in Europa auf Rang fünf hinter den Topligen aus Deutschland, England, Spanien und Italien landet.

Zum Zuschauermagneten könnte vor allem die von nahezu allen Experten prognostizierte Ausgeglichenheit und die damit verbundene Spannung ganz oben und ganz unten werden.

"Unser Ziel ist der direkte Wiederaufstieg. Neben Stuttgart gehören wir als Absteiger zu den natürlichen Favoriten", äußerte Stendel: "Der Kampf um den Aufstieg wird sich allerdings nicht nur auf zwei Mannschaften beschränken."

Ein Weltmeister im Unterhaus

Das sehen auch die Stuttgarter um Weltmeister Kevin Großkreutz so. "Hannover und wir sind für viele die Top-Favoriten. Ich zähle zu diesem Kreis auch den VfL Bochum und den FC St. Pauli und traue auch Union Berlin und Fortuna Düsseldorf einiges zu", sagte der neue VfB-Trainer Jos Luhukay.

Noch vorsichtiger äußerte sich der ebenfalls neue Stuttgarter Manager Jan Schindelmeiser.

VfB Stuttgart v Hertha BSC - Bundesliga
Kevin Großkreutz peilt mit dem VfB den direkten Wiederaufstieg an © Getty Images

"Ich will nicht die Euphoriebremse sein. Wir haben alle Voraussetzungen, um erfolgreich zu sein", äußerte der Sportchef, der bereits knapp acht Millionen Euro in den Kader investiert hat: "Aber in Moment haben wir noch nicht die Mannschaft, der man das Ziel Aufstieg in den Rucksack legen kann."

Geheimfavorit 1860 München

Sollten der VfB und Hannover nicht in Schwung kommen, wollen andere ihre Chance nutzen. So hat sich der TSV 1860 innerhalb weniger Wochen vom Krisenklub und Fast-Absteiger zum Geheimfavoriten entwickelt.

Über sechs Millionen Euro steckten der neue Sportchef Thomas Eichin und der ebenfalls neue Trainer Kosta Runjaic dank der Unterstützung des jordanischen Investors Hasan Ismaik in den Kader.

Wie viel Geld die Zweitligisten zukünftig in die Hand nehmen können, wird sich in den kommenden Wochen entscheiden. Wenn am 24. August der neue Ligavorstand der DFL gewählt wird, geht es für die Klubs darum, ihren Anteil (bisher 20 Prozent) an den TV-Einnahmen (ab 2017 rund 1,5 Milliarden Euro pro Saison) zu behalten.

Das wird nicht einfach, da viele Klubchefs der Bundesligisten das Geld der Zweitligisten ins Visier genommen haben. Die Bosse sollten allerdings darüber nachdenken, ob die Fans Duelle zwischen Stuttgart und dem Karlsruher SC oder Hannover und Eintracht Braunschweig möglicherweise interessanter finden als Spiele zwischen dem FC Ingolstadt und 1899 Hoffenheim oder dem FC Augsburg und RB Leipzig.

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