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Mirko Slomka greift beim Karlsruher SC nach 840 Tagen wieder als Trainer an © Getty Images

Zwei Traditionsklubs, zwei erfahrene Trainer. Mirko Slomka startet beim KSC, Norbert Meier bei Kaiserslautern. Ihre Voraussetzungen könnten kaum unterschiedlicher sein.

Der eine konnte seine Rückkehr nach Langzeit- Arbeitslosigkeit kaum erwarten, der andere war bei seinem Turbo-Comeback völlig entspannt. Die erfahrenen Trainer Mirko Slomka und Norbert Meier haben am Dienstag ihre Arbeit bei den krisengeschüttelten Traditionsklubs 1. FC Kaiserslautern und Karlsruher SC aufgenommen.

Beide stehen vor schwierigen Missionen in der 2. Bundesliga - doch das war es auch schon mit den Gemeinsamkeiten.

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Denn während Slomka 840 Tage ohne Job war, hatte Meier lediglich 29 Tage kein Engagement. Deshalb hatte es Slomka auch eilig. Als der neue Trainer in seinen blauen Fußballschuhen Platz 4 im winterlichen Wildpark betrat, war er 17 Minuten zu früh dran. Bereits um 11.43 Uhr war Slomka zurück im Profigeschäft.

Slomka fasst sich kurz

Der 49-Jährige, der am 15. September 2014 beim Bundesligisten Hamburger SV entlassen worden war, leitete den Trainingsauftakt des abstiegsbedrohten Klubs. Dabei wurde er von rund 500 Kiebitzen und einem halben Dutzend Kamerateams unter die Lupe genommen. Eingehüllt in eine dicke Trainingsjacke beließ es der neue Übungsleiter bei einer kurzen Ansprache, schickte die Profis dann auf die Aufwärmrunden, bevor er eigenhändig die Bälle aus den Tragetaschen holte.

Slomka folgt bei den Badenern auf den am 4. Dezember entlassenen Tomas Oral und Interimscoach Lukas Kwasniok. Der frühere Trainer der Bundesligisten Schalke 04 und Hannover 96 hat beim KSC einen Vertrag bis zum 30. Juni 2018 unterschrieben. Slomkas neuer Assistent beim Viertletzten, der nur einen Punkt Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz hat, ist der frühere Profi Zlatan Bajramovic.

"Die Mannschaft hat heute gleich einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Es war insgesamt eine sehr warmherzige Atmosphäre. Mir sind viele freundliche Menschen entgegentreten", sagte Slomka, der im ersten Spiel mit seinen neuen Schützlingen am 29. Januar auf Arminia Bielefeld trifft: "Abstiegskampf ist nicht reizend, aber in der Saison geht es nur um den Klassenerhalt. Das ist die große Herausforderung."

Meier auf finanzielle Lage vorbereitet

Der frühere Arminia-Coach Meier hat ähnliche Ziele. Denen soll auch die finanzielle Notlage seines neuen Arbeitgebers nicht im Wege stehen. "In Düsseldorf haben wir die Brote in der Pressekonferenz selbst geschmiert. Das sind Dinge, die ich kenne", sagte der 58-Jährige, der sich nur einen knappen Monat nach seinem Aus beim Bundesligisten Darmstadt 98 beim FCK vorstellte.

Beim viermaligen Meister und zweimaligen Pokalsieger tritt Meier die Nachfolge von Tayfun Korkut an, der die Verantwortlichen kurz vor Weihnachten über seinen überraschenden Rückzug nach einem halben Jahr im Amt informiert hatte.

"FCK etwas ganz Besonderes"

"Ich habe bislang ja nur bei Traditionsvereinen gearbeitet. Aber der FCK ist dabei noch etwas ganz Besonderes", sagte Meier, der wie Slomka einen Vertrag bis Juni 2018 erhielt: "Ich kann keine Meisterschaft versprechen. Aber wir müssen von Anfang an gut arbeiten und alle zusammen versuchen, den FCK in eine gute und erfolgreiche Zukunft zu führen."

Doch das wird beileibe kein leichtes Unterfangen. Die Roten Teufel stehen nach der Hinrunde schließlich nur auf dem 13. Tabellenplatz, vor allem in der Offensive offenbarten die Pfälzer Schwächen. "Es ist ein großer Anreiz, in so einer Situation tätig zu sein. Das ist ja auch kein Neuland für mich", sagte Meier: "Wichtig ist, dass der Funken schnell vom Spielfeld auf die Fans übergeht."

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