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VfB Stuttgart v Karlsruher SC - Second Bundesliga
Takuma Asano (l.) war mit zwei Toren der Matchwinner gegen den Karlsruher SC © Getty Images

Stuttgart - Der VfB Stuttgart gewinnt daheim gegen Karlsruhe und schickt die Badener tiefer in den Abgrund. Karlsruhes Anhänger bringen das Spiel an den Rand des Abbruchs.

Aufstiegsanwärter VfB Stuttgart ist nach einem von Fankrawallen überschatteten baden-württembergischen Derby in der Zweiten Liga zurück an der Tabellenspitze. (Die Tabelle der 2. Bundesliga)

Die Mannschaft von Trainer Hannes Wolf besiegte das abgeschlagene Schlusslicht Karlsruher SC letztlich verdient mit 2:0 (1:0). (Spielplan und Ergebnisse)

Alle Highlights der Sonntagsspiele ab 19 Uhr in "Hattrick - Die 2. Bundesliga" LIVE im TV auf SPORT1.

"Es ist wunderschön, es waren zuletzt keine leichten Wochen", sagte Wolf zu SPORT1. "Wir mussten immer hinterher rennen, haben kaum etwas zugelassen, hätten höcher gewinnen können."

Wolf: "Brauchen Bescheidenheit"

Doch Wolf hob mahnend den Finger: "Wir brauchen Bescheidenheit, das haben uns die vergangenen Wochen gelehrt."

Das Spiel wurde leider überschattet von Chaoten im KSC-Block. Diese sogenannten Fans hätten beinahe einen Spielabbruch herbeigeführt, als sie mehrfach Leuchtraketen aufs Spielfeld warfen und Bengalos in der Fankurve zündeten.

"Das verurteilen wir, eigentlich schade, wir haben gute Fans, manche sind aber unverbesserlich", raunzte KSC-Sportchef Oliver Kreuzer bei SPORT1.

Emotional aufgeladenes Spiel    

Die zweite Halbzeit des ohnehin emotional aufgeladenen Spiels pfiff Schiedsrichter Christian Dingert (Lebecksmühle) erst mit zwölfminütiger Verzögerung an, zu dem Zeitpunkt war vor 58.000 Zuschauern im ausverkauften VfB-Stadion ein Abbruch nicht fern. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

"Es gibt anscheinend immer noch ein paar Wahnsinnige. Wir verurteilen diese Aktionen", sagte KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer bei Sky, der auch im Falle des Abstiegs seinen Posten behalten soll.

Asano mit Doppelpack

Der Führungstreffer für die favorisierten Stuttgarter gelang Takuma Asano (27.) nach einem Zuspiel von Kapitän Christian Gentner. Der starke Japaner erhöhte in der 61. Minute dann auch auf 2:0 und beendete eine Serie von fünf VfB-Spielen ohne Sieg.   

"Ich finde es ist ein ganz besonderer Tag geworden", sagte Asano am SPORT1-Mikrofon. Ob er ein Gefühl für den Aufstieg habe, wurde der Japaner gefragt. "Ich habe keine Ahnung, wie das sein sollte, er wäre super, wenn wir es schaffen."

Gentner ergänzte bei SPORT1: "Unsere Siegesserie zu Beginn der Rückrunde war hart erkämpft, jedes Team tut sich oben schwer. Kleinigkeiten entscheiden. Wir wollen jetzt den Derbysieg genießen."

Klartext von Orlishausen

KSC-Spielführer Dirk Orlishausen meinte bei SPORT1: "Wir müssen 15 Punkte holen, es scheint für 95 Prozent der Bevölkerung unmöglich, wir müssen kämpfen, haben aber die entscheidenden Spiele verloren, auch das Derby, der Auftritt in der zweiten Halbzeit war eines Derbys nicht würdig."

Orlishausen wollte nichts beschönigen: "Ich bin nicht naiv, im Fußball ist vieles möglich, ich bin es aber leid Parolen zu dreschen. Im Training ist es gut, aber wir kriegen es auf dem Platz nicht gebacken. Da kann kein Trainer etwas machen."

KSC versteckt sich 

Der KSC versteckte sich bei der Zweitliga-Premiere von Trainer Marc-Patrick Meister, der auf Mirko Slomka gefolgt war, nicht und agierte durchaus couragiert.

"Es braucht kein Weltwunder, es sind noch ein paar Spiele, wir müssen es so angehen und alles rausholen", sagte Meister zu SPORT1. "Die Mannschaft hat gute Sachen gezeigt,"

Vor allem war der Abstiegskandidat darauf bedacht, dem VfB keine Räume anzubieten.

Das gelang zunächst gut, die Stuttgarter kamen nur vereinzelt zu aussichtsreichen Szenen. Unterm Strich erlaubte sich der KSC aber zu viele Patzer. Der Abstand zum Relegationsplatz beträgt nun schon acht Punkte.

"Wir müssen die Tabelle anschauen, wir haben sechs Spiele vor uns, haben 8 Punkte Rückstand", bemerkte Kreuzer ganz realistisch. "Wir müssen fünf Spiele gewinnen, das ist machbar, ist aber nicht einfach. Wir dürfen nicht auf die Tabelle schauen. Die nächsten Spiele werden nicht einfacher."

Kreuzer ergänzte noch: "Wir sind in dieser Abwärtsspirale, es liegt an uns selbst, manchmal auch durch kuriose Schiedsrichterentscheidungen. Wir brauchen vorne mehr Durchschlagskraft."

 

 

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