vergrößernverkleinern
Der VfB Stuttgart und Union Berlin kämpfen um den Aufstieg in die Bundesliga © SPORT1-Grafik: Getty Images

SPORT1-Experte Christian Beeck blickt auf das Montagsspiel in Stuttgart und schätzt Unions Aufstiegschancen ein. Der Abstiegskampf birgt besondere Brisanz.

Hallo Zweitliga-Freunde,

der Kampf um den Aufstieg spitzt sich zu, aber ich bleibe bei meiner Prognose, dass es der VfB Stuttgart und Hannover 96 bis zum Ende durchziehen - selbst wenn Union Berlin am Montag (ab 19.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) in Stuttgart gewinnen sollte.

Mein Ex-Klub Union hatte zwischendurch einen Sensationslauf mit sechs Siegen in Folge, merkt jetzt aber, dass es sehr schwer ist, diese wichtigen und entscheidenden Spiele am Saisonende auch zu gewinnen.

Das Team von Jens Keller hat aus den drei sieglosen Spielen die richtigen Schlüsse gezogen. Der Erfolg gegen Kaiserslautern hat gut getan, aber gegen Stuttgart hängen die Trauben sehr hoch.

Bei den Schwaben sind die Ansprüche allerdings auch sehr hoch und der Druck, den Aufstieg zu schaffen, ist sehr groß. Dafür hat der VfB aber auch eine sehr gute Mannschaft - die ist frisch, neu, jung und fröhlich.

Die Entwicklung vieler Spieler ist noch nicht abgeschlossen, daher ist es normal, dass der Aufstieg kein Selbstläufer ist.

Video

Neben dem Aufstiegsrennen ist auch der Abstiegskampf besonders brisant.

Düsseldorf und St. Pauli dürfen beide nicht absteigen - das wäre mein Wunsch, denn die Zweite Liga braucht solche Traditionsmannschaften. Eigentlich müssten beide sogar in der Bundesliga spielen, aber das ist ein anderes Thema.

Mit Friedhelm Funkel und Ewald Lienen sitzt ganz viel Erfahrung auf beiden Trainerbänken, aber mit ihren Mannschaften haben sie trotzdem Probleme.

St. Pauli hat einen miserablen Start hingelegt, den sie gar nicht mehr aufholen konnten, weil die Saison nicht 50 Spiele hat. Dennoch hat der Kiezklub alles richtig gemacht und an Lienen festgehalten. 

Nach dem Sieg in Düsseldorf bin ich davon überzeugt, dass St. Pauli drinbleibt. Für Düsseldorf könnte es jetzt aber noch mal richtig heikel werden.

Platz 16 machen meiner Meinung nach dennoch Aue, Kaiserslautern, 1860 München und Würzburg unter sich aus.

Für den Karlsruher SC ist der Zug abgefahren. Wenn man zwei Jahre nach einem knapp verpassten Aufstieg absteigt, scheint nicht viel richtig gelaufen zu sein. Es wurde viel verkehrt gemacht, sonst kommt so ein Ergebnis nicht zustande.

Die 3. Liga wird für den KSC ein ganz hartes Brot.

Neben Karlsruhe wird es wohl auch Arminia Bielefeld erwischen - trotz des Trainerwechsels und trotz des Remis in Heidenheim. Es müsste für Bielefeld schon optimal laufen, die Mannschaft müsste immer mindestens 110 Prozent abrufen. Das kann sie meiner Meinung nach nicht dauerhaft, da sind andere Teams besser.

Bis zum nächsten Mal,

Euer Christian Beeck

Christian Beeck absolvierte während seiner Profilaufbahn insgesamt 79 Bundesliga- und 88 Zweitligaspiele. Neben Union Berlin war er unter anderem für Hansa Rostock, Fortuna Düsseldorf und Energie Cottbus am Ball. Für Union und Cottbus war Beeck nach seiner aktiven Zeit als Spieler auch im Management tätig. Für SPORT1 analysiert Beeck auch in dieser Saison das Geschehen rund um die Zweite Liga.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel