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VfB Stuttgart v 1. FC Union Berlin - Second Bundesliga
Daniel Ginczek (r.) feiert mit Assistgeber Simon Terodde den Treffer zum 3:1-Endstand © Getty Images

Der VfB Stuttgart macht im Spitzenspiel der Zweiten Liga gegen Union einen großen Schritt in Richtung Aufstieg. Der Blackout eines Verteidigers bringt die Entscheidung.

Der VfB Stuttgart hat dank einer über weite Strecken erstligareifen Leistung den Aufstiegs-Gipfel in der 2. Bundesliga gegen Union Berlin gewonnen. Im Top-Spiel des 30. Spieltags setzten sich die Schwaben am Montagabend 3:1 (2:0) durch und vergrößerten den Vorsprung auf den Konkurrenten auf sechs Punkte (Die Tabelle der 2. Liga).

SPORT1-Experte Peter Neururer schwärmte "vom besten Zweitligaspiel der vergangenen Jahre".

Vier Spieltage vor Saisonende hat sich Stuttgart (60 Punkte) auf dem Weg zum direkten Wiederaufstieg damit vorentscheidend von einem der drei Aufstiegsrivalen abgesetzt: Von Eintracht Braunschweig (2.) und Hannover 96 (3.) trennen Stuttgart jeweils drei Punkte, Union (54) ist nach der achten Saisonniederlage Vierter (Alle Ergebnisse des Spieltags im Überblick).

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"Der Sieg hat einen großen Stellenwert, weil er gegen einen direkten Konkurrenten und eine Top-Mannschaft war", freute sich VfB-Coach Hannes Wolf bei SPORT1 nach den turbulenten 90 Minuten. "Wir haben es auf allen Ebenen sehr gut gemacht. Wir haben viel Arbeit reingesteckt, leidenschaftlich gespielt und Union die ganze Zeit unter Druck gesetzt. ich bin sehr stolz auf die Mannschaft."

An den Aufstieg denkt Wolf konkret noch nicht. "Wir haben einen wichtigen Schritt gemacht, aber es ist noch lange nicht soweit."

Maxim lässt Union-Keeper schlecht aussehen

Alexandru Maxim (29.) sorgte vor 60.000 Zuschauern in der ausverkauften Mercedes-Benz-Arena per direkt verwandeltem Freistoß für die hochverdiente Führung, Union-Schlussmann Daniel Mesenhöler gab beim Schlenzer in die Torwartecke keine gute Figur ab. 

Dass Maxim, der lange Wochen nur auf der Ersaztbank saß, in der Schlussphase der Saison aufdreht, freut Wolf besonders. "Ich kann nur den Hut vor ihm ziehen. Der Schlüssel war, dass er sich in eine Verfassung gebracht hat, dass er jetzt so spielen kann."

Zweitliga-Toptorjäger Simon Terodde (33.), der drei Jahre für die Berliner spielte, erhöhte wenig später mit seinem 20. Saisontreffer. Sebastian Polter (57.) ließ Union kurz hoffen, ehe Daniel Ginczek (68.) für den VfB erhöhte.

"Union hat uns alles abverlangt, aber am Ende haben wir uns belohnt und verdient gewonnen", sagte Terodde bei SPORT1. "Heute sind wir dem Aufstieg einen Schritt näher gekommen und dürfen es genießen."

Offensiver formulierte es dagegen Daniel Ginczek, der mit dem Treffer zum 3:1 den Deckel auf den Sieg draufmachte - und schon von der Aufstiegsfeier träumt. "Unser großes Ziel ist der 21. Mai, dann bin ich gespannt, wie es hier abgeht." Am letzten Spieltag treffen die Schwaben auf die Würzburger Kickers.

Der VfB begann druckvoll und suchte früh den Abschluss. Maxims Schuss verfehlte sein Ziel nur knapp (6.), gegen Takuma Asano klärte Union-Linksverteidiger Kristian Pedersen per Grätsche in höchster Not (7.). 

Polter vergibt Führung

Die Eisernen versuchten die Gastgeber mit frühem Pressing unter Druck zu setzen, gerieten jedoch immer wieder in Bedrängnis.

So ließen Timo Baumgartl (18.) und Josip Brekalo (19.) beste Torgelegenheiten aus, ehe Maxim und Terodde die beruhigende Führung erzielten. Union sorgte im ersten Durchgang nur einmal nach einer Ecke für Gefahr, Polter vergab die Führung jedoch per Kopf (26.) (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER). 

Auch nach dem Seitenwechsel blieb der VfB zunächst tonangebend, Union gelangen kaum Vorstöße in die gegnerische Hälfte.

Fehler besiegelt Unions Pleite

Der Anschlusstreffer für das Team des VfB-Urgesteins Jens Keller fiel entsprechend überraschend, als sich Polter bei einer Hereingabe gegen zwei Gegenspieler durchsetzte.

Berlin drehte plötzlich auf, kam besser in die Zweikämpfe - und musste aufgrund eines individuellen Fehlers letztlich doch den Rückschlag einstecken. Abwehrspieler Toni Leistner vertändelte den Ball am eigenen Strafraum, Ginczek ließ sich die Großchance nicht nehmen. 

"Stuttgart war heute sicher den Tick besser", gab Union-Coach Jens Keller bei SPORT1 zu. "Es ist aber nichts passiert, wir haben es immer noch in der Hand, mindestens Platz 3 zu holen."

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