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FC St. Pauli - Dynamo Dresden
Sören Gonther (l.) erreicht mit Dynamo Dresden ein 2:2 auf St. Pauli © Imago

Nach einer hochklassigen Partie am Montagabend teilen der FC St. Pauli und Dynamo Dresden die Punkte. Sören Gonther beurteilt eine strittige Szene kurios.

Kein Sieg beim Heimdebüt: Der FC St. Pauli hat sich bei der Pflichtspielpremiere seines neuen Trainers Olaf Janßen am Millerntor in einer hochklassigen Partie gegen Dynamo Dresden mit einem 2:2 (1:1) begnügen müssen. 

Die Hamburger blieben damit immerhin saisonübergreifend in elf Spielen ungeschlagen, die Gäste holten zumindest ihren ersten Zweitliga-Punkt in der Hansestadt. Die im Vorfeld befürchteten Krawalle blieben aus.

"Das war Werbung für den Fußball, beide Mannschaften haben Großartiges geleistet", sagte St. Paulis Geschäftsführer Andreas Rettig, der mit der Ausbeute zufrieden war: "Der Saisonauftakt mit vier Punkten aus zwei Spielen ist gelungen." (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Diskussionen um Abseitstor

Für Diskussionen sorgte nach Schlusspfiff vor allem eine Szene aus der 72. Minute: Sami Allagui traf zum vermeintlichen 3:1, das Tor wurde aber wegen einer Abseitsentscheidung nicht gegeben.

"Man kann sehen, dass es kein Abseits ist, uns tut das weh", sagte Janßen, brach aber auch eine Lanze für den Schiedsrichter: "Der Verteidiger ist auf dem Weg raus, Sami auf dem Weg rein. Der Schiedsrichter muss in einem Bruchteil einer Sekunde entscheiden, das hat er leider falsch gemacht. Das wäre wohl die Entscheidung gewesen."

Sein Gegenüber Uwe Neuhaus war sich weniger sicher: "Es ist unglaublich schwierig zu sehen. Es war eine ganz knappe Entscheidung. Da müsste man auf den Zentimeter nachmessen. In dem Fall haben wir Glück gehabt."

Die Diskussion beendete schließlich Dresdens Abwehrspieler Sören Gonther. Er hatte die Szene aus nächster Nähe gesehen und sagte mit einem Grinsen: "Ich spiele auf Abseits und dann ist es Abseits!" (Ergebnisse und Spielplan der 2. Liga)

Wieder Traumtore von Buchtmann

Wie schon vor einer Woche beim 1:0-Auftaktsieg in Bochum war Christopher Buchtmann einziger Torschütze der Hanseaten. Mit einem sehenswerten Fernschuss ließ der Mittelfeldspieler in der 22. Minute Dynamo-Torhüter Marvin Schwäbe keine Abwehrchance. In der 69. Minute war er erneut aus der Distanz erfolgreich.

"Es fühlt sich gerade wie eine Niederlage an. Aber am Ende müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein", sagte der Doppeltorschütze.

Für den 1:1-Ausgleich der Gäste sorgte in der 29. Minute Marco Hartmann nach der starken Vorarbeit von Rico Benatelli. Der Kapitän der Sachsen reagierte im Strafraum der Gastgeber am schnellsten und war mit einem Flachschuss erfolgreich. In der 73. Minute nutzte Lucas Röser einen Patzer von St. Paulis Torhüter Robin Himmelmann und staubte gedankenschnell ab.

Das Remis ging in Ordnung, denn vor 28.699 Zuschauern im fast ausverkauften Millerntorstadion bewegten sich die beiden Teams fast während der gesamten Partie auf Augenhöhe - und das auf hohem Niveau, mit viel Tempo und mit Torchancen auf beiden Seiten. 

Allagui hätte für die Norddeutschen bereits in der 38. Minute einen weiteren Treffer erzielen könnten, der Schuss des Ex-Berliners wurde jedoch in letzter Sekunde zur Ecke abgeblockt.

Ruhiger Abend für die Polizei

Auch nach dem Seitenwechsel konnten sich die Angriffsreihen hüben wie drüben immer wieder in Szene setzen. Nach exakt einer Stunde musste Schwäbe sein ganzes Können aufbieten, um einen Schuss von Mats Möller Daehli zur Ecke abzuwehren. Sechs Minuten später hatte der Dresdner gegen den Norweger erneut das bessere Ende für sich. 

Schließlich erzielte Allagui die vermeintliche Vorentscheidung - wurde aber wegen einer knappen Abseitsstellung zurück gepfiffen. Nur 90 Sekunden später traf Röser zum Ausgleich. Der letztlich verdiente Endstand. (Tabelle der 2. Liga)

Die Hamburger Polizei verlebte einen überraschend ruhigen Abend. Die rund 600 mitgereisten Dynamo-Fans verhielten sich unauffällig, die Ordnungshüter mussten während der Partie nicht einschreiten. 

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