Toleranz, Menschenrechte und Frauenfußball: All das hat Theo Zwanziger uns gebracht. Darum müssen wir sein Buch lesen.

Ich verstehe die ganze Aufregung über mein Buch nicht.

Ich habe zwar kein Buch geschrieben, so viel muss man wissen.

Aber ich möchte trotzdem einfach schon mal klarstellen, dass der Wirbel darum übertrieben ist. Dass die Vorabdrucke es in ein falsches Licht rücken und es keineswegs eine Abrechnung ist.

Man muss das ganze Buch lesen, um sich ein Bild zu machen.

© Sport1

Ich lege Ihnen das ans Herz, wirklich, auch und gerade bei den Büchern, die schon geschrieben sind.

Man ist es den Autoren schuldig, gerade wenn es sich um solche handelt, die große Verdienste angehäuft haben.

Gesellschaftliches Engagement, Toleranz, Menschenrechte, der Wandel in Nordkorea und - mehr als alles andere - der Frauenfußball: All das hat Theo Zwanziger, wenn nicht erfunden, dann zumindest entscheidend popularisiert und vorangebracht.

Da ist es sein gutes Recht, das auch mal aufzuschreiben. Und unsere Pflicht, das zu kaufen und zu lesen.

Zumal ja auch alle Erlöse an soziale Einrichtungen und an den Frauenfußball gehen. Und wer will dem im Weg stehen?

Nur böse Menschen, gegen die Theo Zwanziger aber eben auch beherzt anschreibt.

So muss sich ein Uli Hoeneß eben mal anhören, dass er ein Macho, Scharfmacher, Besserwisser, überempfindlich und eine kleinkarierte Seele ist.

Er kommt alles in allem ja trotzdem gut weg, wenn man das ganze Buch liest - wie überhaupt alle, mit denen sich Theo Zwanziger befasst.

Joseph S. Blatter zum Beispiel, dem er endlich nachweisen kann, dass er unterm Strich super ist und nur vielleicht manchmal zu selten dazu gekommen ist.

Oder Wolfgang Niersbach, der auch ganz okay ist, wenn auch nicht so engagiert für die Gesellschaft und den Frauenfußball wie Theo Zwanziger. Aber wer ist das schon?

Sie bemerken an dieser Stelle womöglich die Gefahr der verkürzten Darstellung, der ich mich hier auch nicht weiter aussetzen will.

Weshalb hier nur noch mal der Appell kommen kann: Man muss das ganze Buch lesen.

Nicht um Theo Zwanziger einen Gefallen zu tun, der hat das nicht nötig. Aber die Gesellschaft. Und der Frauenfußball.