Eine stichprobenartige Quellen-Analyse belegt: Alle Fußballer, die es gibt, sind bescheiden geblieben. Bis auf einen.

Nutzwert, habe ich mir wiederholt sagen lassen: ganz großes Ding im Journalismus. In diesem Sinne will ich diese Plattform, die ich hier habe, auch mal verwenden, um Ihnen welchen zu bieten.

Mal angenommen, Ihnen passiert in den nächsten Tagen folgendes: Sie werden von Aliens entführt und unter Vorhaltung eines Entmaterialisierungsstrahlers gezwungen, unter Zeitdruck das wichtigste über ein Bundesliga-Spiel aufzuschreiben, das sie zu Ihrem Pech gar nicht gesehen haben.

In so einer Situation fragen Sie sich zu Recht: Was nun? Aber geraten Sie nicht in Panik, es ist gar nicht so schwierig.

© Sport1

Fangen Sie an mit: "Während die Spieler von Mannschaft A sich jubelnd in die Arme fielen, schlich Mannschaft B mit hängenden Köpfen vom Platz." Wichtig ist hier nur, dass Sie Gewinner- und Verlierermannschaft nicht verwechseln, damit würden Sie sich unglaubwürdig machen.

Als nächstes zitieren Sie einen der Verlierer mit den Worten: "Wir waren heute nicht gierig genug und haben es nicht geschafft, uns selbst zu belohnen." Zum Schluss müssen Sie dann nur noch rausfinden, wer der Matchwinner von Mannschaft A war.

Und über ihn schreiben: "Der Matchwinner von Mannschaft A war der Matchwinner von Mannschaft A - aber er blieb dennoch ganz bescheiden." Dies, möchte ich betonen, ist zwingend notwendig.

Schließlich haben auch die Außerirdischen Internet an ihren neumodischen Entmaterialisierungsstrahlern und können nachlesen, was zum Beispiel alles über den letzten Spieltag geschrieben wurde.

Stefan Reisinger: "Fortunas bescheidener Tor-Held" - Maxi Beister: "Der Mann des Abends gab sich ganz bescheiden." - Shawn Parker: "Und bescheiden bleibt er."

Bayer Leverkusen: "...bleibt auch nach dem Sieg in Bremen bescheiden." Sagt wer? "Sagte der bescheidene Trainersprecher Lewandowski." Und der FC Bayern: "Bescheidenheit statt Kampfansagen beim FC Bayern."

Nun kann es Ihnen passieren, dass unter den Außerirdischen, die Sie bedrohen, einer ist, der sich nicht so ganz auskennt. Der Sie jetzt misstrauisch den Entmaterialisierer auf Sie richtet und verwundert fragt: Es kann doch nicht sein, dass Ihr auf eurem Planeten alle bescheiden seid.

Auch dann keine Panik, fordern Sie ihn einfach auf, noch mehr zu recherchieren.

"Arnautovic trifft - und bleibt bescheiden" - "Cristiano Ronaldo bleibt bescheiden" - "Selten aber doch gibt sich Jose Mourinho bescheiden" - "Lewis Hamilton bleibt bescheiden" - "Beckenbauer über Abramowitsch: 'Das ist ein ganz bescheidener Typ'" - "Justin Bieber bleibt auch an seinem 17. Geburtstag bescheiden" - "Reichster Mann der Welt: Carlos Slim lebt bescheiden".

Wie gesagt, keine Panik: Sie genug können anhand des Internets schlüssig beweisen, dass eigentlich jeder Mensch auf der Welt irgendwie, irgendwo, irgendwann - meistens aber immer - zumindest, immer wenn er dazu kommt - ganz bescheiden ist, war und geblieben ist.

Wobei, es gibt eine Ausnahme. Einen, der nirgendwo im Internet bescheiden genannt wird, egal wo man sucht: Mario Balotelli.

Erfrischend, einerseits.

Andererseits ist er dann wahrscheinlich auch genau der, der den Entmaterialisierer auf Sie richtet.