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Andreas Voss war für den MSV Duisburg und den VfL Wolfsburg aktiv
Andreas Voss war für den MSV Duisburg und den VfL Wolfsburg aktiv © imago

München - Der frühere Jugendnationalspieler Andreas Voss schwebte im Sommer in Lebensgefahr. Bei SPORT1 spricht er über sein Schicksal.

Andreas Voss gehörte um die Jahrtausendwende zu den großen Talenten im deutschen Fußball.

In den Jugendnationalteams des DFB hießen seine Mitspieler Sebastian Deisler, Fabian Ernst und der spätere Weltmeister Roman Weidenfeller.

Doch als Weidenfeller im Sommer in Brasilien als Ersatztorhüter mit der deutschen Nationalmannschaft den WM-Titel holte, rang Voss mit dem Tod.

Infekt nach Routineeingriff

Ein Routineeingriff im Krankenhaus führte zu einem bakteriellen Infekt - warum, ist noch nicht geklärt.

Die Folgen waren dramatisch: Multiples Organversagen. Zwölf Tage im künstlichen Koma. Lebensgefahr.

Die Ärzte kämpften um Voss und retteten ihn. Mittlerweile hat der 35-Jährige die kritische Phase überstanden. Voss liegt zwar weiterhin im Uniklinikum Bochum, blickt aber optimistisch in die Zukunft.

"Auf der Zielgerade der Genesung"

"Dafür, dass ich vor zehn Wochen noch mit dem Tod gerungen habe, sind die Fortschritte schon enorm. Ich biege langsam auf die Zielgerade der Genesung ein und kann die Dinge des täglichen Alltags problemlos meistern", sagt der Ex-Profi zu SPORT1.

Zuletzt postete er bei "Facebook" ein Bild aus dem Kraftraum im Krankenhaus. "Will ja schließlich fit werden", schrieb Voss dazu.

Sein Umfeld hat ihn nach der Aufwachphase unterstützt. "Die Genesungswünsche von der Familie, von Freunden und auch zahlreichen Weggefährten aus meiner Profizeit haben mir in dieser Zeit enorm geholfen", erklärt der zweifache Familienvater.

Der MSV Duisburg, für den Voss 13 Bundesliga-Spiele und 96 Partien in der Zweiten Liga bestritt, wünschte Voss auf "Twitter" gute Besserung.

Auch alte Teamkollegen vom VfL Wolfsburg meldeten sich. Bei den Niedersachsen stand Voss in der Saison 2000/01 unter Vertrag - aufgrund diverser Verletzungen kam er aber nur auf neun Einsätze.

Karriereende mit 29 Jahren

Permanente Knieprobleme zwangen den Mittelfeldspieler, bereits mit 29 Jahren seine Karriere zu beenden. Er stieg ins Trainergeschäft ein.

In dieser Saison wollte Voss den niederrheinischen Landesligisten Viktoria Goch übernehmen. Dann kam der Schicksalsschlag dazwischen.

Nun schmiedet Voss Pläne für seine Zeit nach der Krankenhaus-Entlassung. "Natürlich will ich wieder als Trainer arbeiten, allerdings dabei nichts überstürzen. Für die Aufgabe muss ich erst wieder vollkommen fit sein. Ob das schon zur Rückrunde der Fall sein wird, muss man sehen", sagt er.

WM-Spiele in der Wiederholung

Wenn Voss mal nicht im Kraftraum ist, schaut er sich auch WM-Spiele in der Wiederholung an. "Ab dem Achtelfinale habe ich nichts mehr vom Turnier mitbekommen", erklärt der gebürtige Rheinländer.

Die deutschen Erfolge gegen Algerien und Frankreich hat Voss bereits gesehen, ebenso den Finalsieg gegen Argentinien.

Ein Highlight spart er sich aber für einen besonderen Moment auf. "Das Halbfinale gegen Brasilien habe ich noch nicht gesehen. Das will ich mir angucken, wenn ich wieder komplett zuhause bin", sagt Voss.

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