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In Frankreich fand zuletzt 1984 eine EM statt.

Vor dem Start der EM-Qualifikation erklärt SPORT1, was sich für den Fußballfan ändert. Am neuen Modus übt Beckenbauer Kritik.

Deutschland startet gegen Schottland in die EM-Qualifikation (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER und LIVE auf SPORT1.fm). Gleichzeitig wird ein neues Kapitel in der Geschichte des europäischen Fußballs aufgeschlagen.

Erstmals qualifizieren sich 24 Mannschafen für eine Endrunde der Europameisterschaft.

Die Aufstockung des Teilnehmerfeldes ist aber weitem nicht die einzige Neuerung auf dem Weg zur Endrunde 2016 in Frankreich.

SPORT1 erklärt, wie die Qualifikation abläuft und was sich für den Fußballfan sonst noch ändert.

- Modus:

53 Nationalteams spielen in acht Sechser- und einer Fünfergruppe die 23 Mannschaften aus, die neben Gastgeber Frankreich an der Endrunde vom 10. Juni bis 10. Juli 2016 teilnehmen.

Erstmals qualifizieren sich nicht nur die neun Gruppensieger, sondern auch sämtliche Gruppenzweiten direkt für die Endrunde.

Auch der beste Gruppendritte ist mit dabei. Fehlen also noch weitere vier Teilnehmer, die in den Playoff-Duellen der restlichen acht Gruppendritten in Hin- und Rückspielen ermittelt werden.

Die Reform, mit der die UEFA noch mehr Nationen die Chance auf eine Teilnahme an der Endrunde ermöglichen will, ist umstritten.

Erst vor wenigen Tagen kritisierte Franz Beckenbauer die Aufstockung. "24 Mannschaften sind zu viel. Bei insgesamt 54 Verbänden ist das ja fast die Hälfte. Da kannst du auch gleich alle mitspielen lassen und dir die Qualifikation sparen", sagte der "Kaiser".

- Spieltage:

In den vergangenen Jahren fanden die Spiele der Qualifikation hauptsächlich freitags und dienstags statt. So kam es vor, dass an einem Tag bis zu 25 Partien ausgetragen wurden.

Dies ändert sich mit dem neuen Konzept, das die UEFA die "Woche des Fußballs" nennt. Ab sofort werden die Begegnungen eines Spieltags von Sonntag bis Dienstag - bei Doppelspieltagen von Donnerstag bis Dienstag - ausgetragen.

Somit werden pro Tag nur noch höchstens neun Spiele angepfiffen. Anstoßzeit ist in der Regel 20.45 Uhr, an Wochenendspieltagen auch mal 18 Uhr.

Laut UEFA hat die neue Terminierung den Vorteil, dass "die Fans die Möglichkeit bekommen, noch mehr Spiele am Fernseher oder in den Stadien" zu verfolgen.

- TV-Rechte:

Die deutschen Fernsehzuschauer müssen mit Beginn der Qualifikation am Sonntag ihre Gewohnheiten ändern. Die Spiele der DFB-Elf werden nicht mehr bei den öffentlich-rechtlichen Sendern zu sehen sein, sondern bei "RTL".

Der Kölner Privatsender bekam den Zuschlag der UEFA im Rahmen der zentralen TV-Vermarktung.

Die führt der Europäische Fußball-Verband schon seit Jahren in den Europapokalwettbewerben durch. Mit Beginn der EM-Qualifikation führt die UEFA dieses Prozedere auch für die Nationalteams ein.

"RTL" hat den langjährigen Nationaltorwart Jens Lehmann als Experten gewonnen. Florian König ist Moderator, Marco Hagemann kommentiert die Spiele.

- Neuer Verband:

Auch wenn die Spanier Gibraltar immer noch als Teil ihres Landes betrachten und demnach den Verband auch nicht anerkennen, ist der von der UEFA als 54. Mitglied aufgenommen worden.

Somit bestreitet Gibraltar zum Quali-Auftakt (ab 18 Uhr im LIVEBLOG) gegen Polen sein erstes offizielles EM-Qualifikationsspiel.

Auch die DFB-Auswahl trifft am 14. November 2014 und am 13. Juni 2015 auf den Neuling. Spiele gegen Spanien sind aufgrund der angesprochenen politischen Verhältnisse nicht möglich.

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