Mario Balotelli fordert die Kinder der Welt auf, in die Schule zu gehen. Nun sollte die Kampagne den nächsten Schritt machen.

Die Schlagzeilen des Folgetages waren spektakulär - aber auch nicht anders zu erwarten.

"Erster Schultag in Nauheim: Eltern kaum zu bändigen", hieß es in der lokalen Presse über die Aufnahmezeremonie an der Grundschule im Groß-Gerau-Kreis: "Mehrfach musste die Rektorin die Erwachsenen bitten, die Bühne zu verlassen, wo diese gerade Fotos von ihren Schützlingen schossen."

Ob auf den Fotos zu sehen ist, wie die jungen ABC-Schützen mit nacktem Oberkörper über ihrer Schultüte posieren, ist nicht überliefert, es ist aber auf jeden Fall stark anzunehmen.

Schließlich war es kein Geringerer als der international bekannte Fußballstürmer Mario Balotelli, der den ganzen Trubel ausgelöst hat.

Tags zuvor hatte Balotelli nämlich in einem siebensekündigen Video auf Facebook die Kinder aller Welt aufgefordert, in die Schule zu gehen und sich darauf zu fokussieren, dort ihr Bestes zu geben.

"#studyhardplayharder", mahnte der italienische Angreifer des FC Liverpool, zu Deutsch etwa: "#paukttüchtigumhinterherauchaufdemplatzfürtüchtigepaukenschlägesorgenzukönnen".

Der Erfolg der Aktion war durchschlagend.

Über 100.000 Menschen klickten auf den Gefällt-mir-Knopf unter dem Video, Millionen Kinder ließen sich am Tag darauf einschulen.

Das ist erfreulich, trotzdem können derartige Aktionen langfristig gesehen noch erfreulicher laufen.

Noch immer gibt es weltweit zahlreiche Kinder, die noch nicht in die Schule gehen - und noch mehr, die es zwar tun, aber ihre Laufbahn dort nicht mit derselben Einstellung betreiben, die Mario Balotelli ihnen vorlebt.

Zu Beginn des kommenden Schuljahrs sollte Balotelli in seiner Kampagne folglich den logischen nächsten Schritt machen.

Er sollte ein acht-, gerne auch neunsekündiges Video von sich auf Facebook stellen, in dem er sich mit nacktem Oberkörper den Inhalt einer Schultüte über den Kopf schüttet und drei gleichsam prominente Personen auffordert, im Sinne der Bildungspolitik dasselbe zu tun.

Der Rest wird einmal mehr Geschichte sein, im Groß-Gerau-Kreis und anderswo.

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