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Robert Lewandowski erzielte bislang 23 Tore für Polen

München - Vor dem Spiel gegen das DFB-Team vertraut Polen allein auf Robert Lewandowski. Der nimmt die Rolle an - und macht eine Kampfansage.

Von Patrick Mayer und Martin van de Flierdt

Ganz Polen stimmt sich ein.

Die Fußballfans landauf landab sind heiß auf das Spiel des Jahres, das Duell zwischen dem Weltmeister und - Robert Lewandowski.

Deutschland gegen? Richtig! Deutschland gegen Lewandowski. So zumindest denken die Landsleute des Bayern-Stürmers über das EM-Qualifikationsspiel gegen das DFB-Team am Samstag (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) im Nationalstadion in Warschau.

Auf dem 26-Jährigen ruhen alle Hoffnungen auf einen Coup gegen die strahlenden Sieger von Brasilien.

"Deutschland ist der große Favorit - nicht nur in der Gruppe, sondern auch bei der Europameisterschaft", räumt Lewandowski im Interview mit SPORT1 zwar ein: "Aber wir spielen in Polen. Da wollen wir gut spielen und ein möglichst unangenehmer Gegner sein. Ich denke, das könnte eine richtig coole Partie werden."

Vier Treffer hat Lewandowski zum Auftakt der EM-Qualifikation erzielt, als die Bialo-Czerwoni, die Weiß-Roten, im portugiesischen Faro mit 7:0 gegen Gibraltar gewannen (DATENCENTER: Der Spielplan der EM-Qualifikation).

Die größte polnische Boulevardzeitung, die "Fakt", beschränkt ihre Fußballberichterstattung in diesen Tagen daher einzig auf die Frage, wer dem Stürmerstar auf dem Platz warum oder vielleicht auch nicht in die Quere kommen könnte.

Mats Hummels, Jerome Boateng, Matthias Ginter, Shkodran Mustafi oder Antonio Rüdiger. Namen deutscher Abwehrspieler prasseln dem polnischen Leser nur so entgegen. Gerne genommen wird allerdings auch die Zuspitzung auf einen Zweikampf mit Manuel Neuer, dem Welttorhüter und Vereinskollegen.

"Das Spiel auf ein Duell zwischen mir und Neuer zu reduzieren, ist Schwachsinn", wehrt sich Lewandowski. Es ist ihm offenbar nicht recht, die alleinige Verkörperung der polnischen Ambitionen gegen Deutschland darzustellen.

Schließlich hat er diesbezüglich schlechte Erfahrungen gemacht. Im Sommer 2012 war das, bei der Europameisterschaft im eigenen Land.

Was hatten sich die Polen auf die Lewandowski-Festspiele gefreut - wie wurden sie enttäuscht! Lediglich ein Tor - eher Flaute statt Sturm und Drang. Der damalige Dortmunder ging in einer ängstlich wirkenden Mannschaft mit unter, die unter der hohen Erwartungshaltung zusammenbrach und zur nötigen Zuarbeit für Lewandowski nicht fähig war.

Dementsprechend nimmt der aktuelle Bundesliga-Torschützenkönig (20 Tore) nun seine Teamkollegen in die Pflicht. "Wir brauchen keine Angst vor den Deutschen zu haben", sagt er und verbietet seinen Kollegen einen "schüchternen Auftritt": "Wenn wir unser Topniveau erreichen, können wir gewinnen."

Es werde ein "spezielles Spiel", glaubt der Münchner, "normalerweise trainierst du im Verein mit diesen Spielern, und plötzlich musst du gegen sie spielen. Das ist schon eine komische Situation."

Er weiß, was ihn erwartet, soll das wohl heißen. Für den Gegner soll das möglichst nicht gelten: "Vielleicht können wir ja etwas Neues zeigen, eine neue Taktik, und die Deutschen überraschen."

Das würde die Chancen auf den erhofften großen Erfolg deutlich verbessern. "Ich werde für Polen alles geben und gewinnen", kündigt Lewandowski bei SPORT1 an.

Das und nichts anderes erwartet sein Heimatland von der Begegnung seines Superstars mit dem Weltmeister. Ob er will oder nicht.

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