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München - Europameister Spanien verliert in der EM-Quali überraschend in der Slowakei. Torhüter Casillas patzt. England bezwingt San Marino.

Der entthronte Weltmeister Spanien hat nach dem schwachen Abschneiden bei der WM in Brasilien erneut einen Rückschlag kassiert.

In der Qualifikation zur EM 2016 musste sich der EM-Titelverteidiger in der Slowakei 1:2 (0:1) geschlagen geben - auch, weil Real Madrids Torwartikone Iker Casillas patzte. Zuvor waren die Iberer seit Oktober 2006 in 36 WM- und EM-Qualifikationsspielen in Folge ohne Niederlage geblieben.

Keine Blöße gab sich dagegen England beim mühelosen 5:0 (2:0) gegen den krassen Außenseiter San Marino (DATENCENTER: Der Spielplan der EM-Qualifikation).

Bayern Münchens David Alaba führte Österreich zum ersten Quali-Sieg, die Schweiz wartet nach dem Abgang von Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld dagegen weiter auf den ersten Erfolg - und das erste Tor.

Casillas-Patzer leitet Pleite ein

Bei der WM war Spanien bereits in der Gruppenphase gescheitert und hatte Besserung gelobt. In Zilina ließen die Spanier aber nur selten Taten folgen. Das Team von Trainer Vicente del Bosque dominierte zwar Ball und Gegner, konnte sich vor dem slowakischen Tor aber zu selten entscheidend durchsetzen.

"Wir haben Geduld bewiesen, aber wir haben das Tor nicht getroffen und ihr Torhüter war überragend", lobte del Bosque den slowakischen Schlussmann Matus Kozacik.

Zu allem Überfluss patzte dann auch noch Schlussmann Casillas: Einen hart, aber unplatziert in die Mitte des Tores geschossenen Freistoß von Juraj Kucka (17.) ließ der 33-Jährige über die Fäuste ins Netz rutschen.

Nachdem Paco Alcacer (83.) vom Mustafi-Klub FC Valencia der zwischenzeitliche Ausgleich gelungen war, machte Miroslav Stoch (87.) kurz vor Schluss die Überraschung perfekt. In der Gruppe C übernahmen die verlustpunktfreien Slowaken (6 Punkte) durch ihren Coup die Tabellenspitze vor der Furia Roja (3).

"Dieses Ergebnis habe ich absolut nicht erwartet. Das kommt überraschend", gestand del Bosque nach dem Spiel: "Wir haben dominiert, auch wenn wir kein großes Spiel abgeliefert haben."

In der Gruppe C übernahmen die verlustpunktfreien Slowaken (6 Punkte) durch ihren Coup die Tabellenspitze vor der Furia Roja (3).

Schweiz wartet auf erstes Tor

Noch schlechter ist es derzeit um die Schweizer Nationalmannschaft bestellt, nach dem Rücktritt von Trainer Ottmar Hitzfeld kommen die Eidgenossen nicht in Tritt.

Mit acht Bundesliga-Legionären in der Startelf unterlag die Schweiz in Slowenien 0:1 (0:0) und kassierte damit die zweite Niederlage im zweiten Spiel. In der Gruppe E belegt der WM-Achtelfinalist, der noch keinen Treffer erzielt hat, den vorletzten Platz.

"Die Mannschaft hat gut gespielt. Sie wollte, aber sie konnte nicht", sagte der ernüchterte Hitzfeld-Nachfolger Vladimir Petkovic, "auf diesem Level muss man aus so vielen Chancen ein Tor machen."

Das Tor des Tages erzielte auf der Gegenseite der frühere Kölner Angreifer Milivoje Novakovic (79.), Petkovic steht bereits jetzt gehörig unter Druck.

"Das ist ein Fehlstart, das müssen wir uns vor Augen führen", gab der Nati-Coach zu, forderte aber zugleich: "Wir müssen kämpfen und ruhig bleiben."

Alaba trifft bei Österreichs Sieg

Besser machten es die mit immerhin sieben Bundesliga-Profis in der Anfangsformation angetretenen Österreicher. In der Republik Moldau gelang dem Team von Trainer Marcel Koller beim 2:1 (1:1) der erste Sieg.

David Alaba vom deutschen Rekordmeister Bayern München erzielte per Foulelfmeter die Führung (12.). Nach dem Ausgleich von Aleksandru Dedov (27./FE) brachte Angreifer Marc Janko die Österreicher erneut in Front (51.).

Acht Minuten vor Schluss sah der Angreifer vom australischen Erstligisten Sydney FC nach einer Tätlichkeit dann allerdings die Rote Karte.

England souverän gegen San Marino

Spitzenreiter in Österreichs Qualifikationsgruppe G ist Russland, das in Schweden zu einem 1:1 (1:0) kam. Die Skandinavier hatten auf die Dienste des verletzten Superstars Zlatan Ibrahimovic verzichten müssen.

Die Spekulationen um einen Rücktritt von Russlands Coach Fabio Capello dürften trotz des Punktgewinns nicht abreißen.

England gab sich keine Blöße und setzte sich im Londoner Wembleystadion gegen San Marino 5:0 (2:0) durch. Wayne Rooney erzielte im 98. Länderspiel sein 42. Tor im Trikot der Three Lions und macht weiter Jagd auf Rekordhalter Sir Bobby Charlton (49).

Rooney gelingt Historisches

Zudem knackte der Angreifer von Manchester United als erster englischer Spieler die Marke von 30 Pflichtspieltoren im Nationaltrikot.

"Wir haben unsere Pflicht erfüllt. Wir wussten, dass wir gewinnen würden", erklärte Mittelfeldspieler Jack Wilshere nach dem Spiel: "Es war nicht gegen eine der besten Nationen der Welt, aber wir hatten eine Aufgabe zu erledigen und das haben wir getan."

Mit sechs Punkten aus zwei Spielen führt England die Tabelle der Qualifikationsgruppe E an, in der auch die Schweiz spielt.

Alle Qualifikationsspiele vom Donnerstag im Überblick:

Weißrussland - Ukraine 0:2 (0:0)
Tore: 0:1 Martynovitsch (82., Eigentor), 0:2 Sydorchuk (90.+3)

Mazedonien - Luxemburg 3:2 (1:2)
Tore: 1:0 Trajkovski (20.), 1:1 Bensi (39.), 1:2 Turpel (44.), 2:2 Jahovic (66., Foulelfmeter), 3:2 Abdurahimi (90.+2)

Slowakei - Spanien 2:1 (1:0)
Tor: 1:0 Kucka (17.), 1:1 Alcacer (82.), 2:1 Stoch (87.)

England - San Marino 5:0 (2:0)
Tore: 1:0 Jagielka (25.), 2:0 Rooney (43., Foulelfmeter), 3:0 Welbeck (49.), 4:0 Townsend (72.), 5:0 Della Valle (78., Eigentor)

Litauen - Estland 1:0 (0:0)
Tor: 1:0 Mikoliunas (76.)
Gelb-Rote Karte: Kallaste (Estland) wegen wiederholten Foulspiels (86.)

Slowenien - Schweiz 1:0 (0:0)
Tor: 1:0 Novakovic (79., Foulelfmeter)

Liechtenstein - Montenegro 0:0
Tore: Fehlanzeige

Moldau - Österreich 1:2 (1:1)
Tore: 0:1 Alaba (12., Foulelfmeter), 1:1 Dedov (27., Foulelfmeter), 1:2 Janko (51.)
Rote Karte: Janko (Österreich) nach einer Tätlichkeit (82.)

Schweden - Russland 1:1 (0:1)
Tor: 0:1 Kokorin (10.), 1:1 Toivonen (49.)
Bes. Vorkommnis: Akinfejew (Russland) hält Foulelfmeter von Larsson (13.)

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