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Joachim Gauck übergab den "Großen Stern des Sports"
Joachim Gauck übergab den "Großen Stern des Sports" © Getty Images

Die Bananenflanken-Liga aus Regensburg hat den "Großen Stern des Sports" in Gold gewonnen. Aus den Händen von Bundespräsident Joachim Gauck und Präsident Alfons Hörmann vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) nahmen Vertreter des ungewöhnlichen Projekts in Berlin die bedeutendste Auszeichnung im deutschen Breitensport entgegen.

Der zweite Platz ging an den Kinder-und Jugendcircus Montelino aus Potsdam, auf Platz drei landete das Projekt der TuS Sörgenloch (Rheinland-Pfalz). Der Verein hatte einen jahrelang brachliegenden Fußballplatz in einen Mehrgenerationenspielplatz umgebaut.

In der Bananenflanken-Liga spielen lern- und geistigbehinderte Kinder und Jugendliche Fußball. 2014 wurde in Kooperation mit dem Fußball-Drittligisten SSV Jahn Regensburg die neuartige Liga gestartet. In Zukunft soll das Projekt auf andere Städte ausgeweitet werden. Mit dieser Idee überzeugte das Team aus Bayern die Jury und erhielt 10.000 Euro.

Gauck betonte die Wichtigkeit des Breitensports innerhalb der Gesellschaft. "Bevor wir richtige aktive Bürger werden, müssen wir das lernen. Kinder müssen gefördert werden, indem man ihnen sagt: Du hast Talente, entdecke sie. Der Sport gibt wunderbare Möglichkeiten dazu", sagte das Staatsoberhaupt.

Hörmann stellte ebfalls die wichtige Rolle des Breitensports heraus. "Ohne Breite keine Spitze", sagte der Allgäuer, der den ewigen Leistungsgedanken innerhalb der Gesellschaft kritisierte: "Ich würde mir etwas weniger Bewunderung, dafür aber ein bisschen mehr Respekt dafür wünschen, was jenseits von Goldmedaillen stattfindet."

Gauck mahnte auch dazu, dass die Anerkennungskultur vielseitig gestaltet sein müsste und nicht allein mit Preisverleihungen auskomme. "Wichtig sind die Menschen in den vielen Dörfern, Städten und Vereinen, die anderen Leuten Mut machen, Sport zu treiben", sagte Gauck. Der Bundespräsident forderte: "Ich würde mir wünschen, dass aus den vor der Glotze sitzenden Kindern bewegungsfähige Individuen werden."

Den Preis Pro Ehrenamt erhielt Uwe Fröhlich aus den Händen von Hörmann und DOSB-Vizepräsident Walter Schneeloch. Fröhlich ist Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Die BVR hat vor über elf Jahren mit dem organisierten Sport den Vereinswettbewerb "Sterne des Sports" ins Leben gerufen.

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