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Mainz - Mainz zeigt nach dem Schock starke Gesten. Manager Heidel erklärt bei SPORT1 sein Vertragsangebot, ein Mediziner schließt Sotos Rückkehr nicht aus.

Teamkollege Junior Diaz hielt nach dem Spiel demonstrativ das Trikot von Elkin Soto in die Luft, Trainer Martin Schmidt war auf der Pressekonferenz den Tränen nahe und Manager Christian Heidel bot seinem Spieler ohne zu zögern eine  Vertragsverlängerung an.

Es waren starke Gesten, die beim FSV Mainz 05 nach der Horror-Verletzung von Mittelfeldspieler Soto zu beobachten waren.

"Es ist selbstverständlich, dass wir einem so verdienten Spieler in dieser Situation helfen", sagte Heidel am Montag im Gespräch mit SPORT1 und kommentierte das Vertragsangebot: "Das soll ihm Sicherheit geben. Dass er sich auf die Genesung konzentrieren kann und nicht auf irgendwelche Existenzängste."

"Wenn er beschließt, die Verletzung in Deutschland auszukurieren und vielleicht dann noch ein Jahr dranhängen will, dann sind wir sofort bereit das zu machen, auch wenn er die nächsten fünf oder sechs Monate wahrscheinlich nicht spielen kann", stellte der Manager noch einmal klar.

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Soto zur OP in Straubing

Ob der 34-jährige Kolumbianer irgendwann wieder auf dem Fußballplatz stehen kann oder seine Karriere vorzeitig beenden muss, ist derweil nicht sicher.

Am Mittwoch oder Donnerstag wird er in Straubing bei einem Kniespezialisten operiert. Nachdem die Ärzte kein Kompartmentsyndrom festgestellt hatten, das den Transport zum Risiko gemacht hätte, war Soto am Montag nach Niederbayern gebracht worden.

Mediziner: "Rekonstruktion grundsätzlich möglich"

Sportmediziner und Orthopäde Dr. Jörg Schroeder aus Köln schließt eine Genesung gegenüber SPORT1 zumindest nicht aus: "Eine Rekonstruktion ist in diesem Fall grundsätzlich möglich. Wir hatten hier an der Klinik schon solche Fälle, auch wenn das in der Schwere nur selten vorkommt."

Vielmehr sei jetzt die Frage, "ob und in welchem Ausmaß möglicherweise auch der Knorpel und der Knochen verletzt sind". Das könne nicht ausgeschlossen werden.

In jedem Fall wird Soto mindestens ein halbes Jahr, eher neun Monate pausieren müssen, schätzt Schroeder.

Sportinvalide nach Knieverletzung

Im Bereich des Profisports ist der Grad der Schwere der Verletzung (vollständige Ausrenkung des linken Kniegelenks, das Kreuz- und Innenband sind gerissen sowie der Meniskus aus der Kapsel) wohl beispiellos.

Elkin Soto 1. FSV Mainz 05 Hamburger SV Knie
© Getty Images

Dagegen gibt es mehrere prominente Beispiele, die wegen Knieverletzungen zu Sportinvaliden wurden, in der Bundesliga zum Beispiel Matthias Sammer (bakterieller Infekt), Christoph Preuß (Knorpelschaden), Valerien Ismael (Meniskusriss) oder Karsten Bäron (Knorpelschaden).

Bei Sebastian Deisler führten chronische Knieprobleme sogar zu Depressionen. Er beendete seine Profikarriere schon im Alter von 27 Jahren.

Teamkollege von Rückkehr überzeugt

An ein vorzeitiges Karriereende des hoch geschätzten Sotos möchte in Mainz aber keiner denken: "Ich bin sicher, dass er zurückkommen und hier wieder auf dem Platz stehen wird", sagte 05-Stürmer Sami Allagui zu SPORT1.

In Mainz ist Soto Publikumsliebling, ein "hidden hero", wie ihn Ex-Trainer Kasper Hjulmand mal nannte. Zahlreiche Spieler und Klubs wünschten Soto in den vergangenen Stunden gute Besserung.

Die Lage in Mainz hat sich unterdessen zumindest ein wenig beruhigt: "Inzwischen, da es Elkin ein bisschen besser geht und er transportfähig ist, löst sich der Schockzustand wieder. Die Jungs haben alle mit ihm Kontakt und drücken die Daumen. Ganz Mainz, ganz Deutschland drückt die Daumen", sagte Heidel.

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