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Fans von Lok Leipzig stürmten in Erfurt den Platz
Fans von Lok Leipzig stürmten in Erfurt den Platz © Imago

Nach dem Platzsturm durch Fans von Lok Leipzig in Erfurt wird das Sportgericht ein Verfahren einleiten. Lok wird dabei nicht als Wiederholungstäter behandelt werden.

Nach dem Platzsturm von Fans des 1. FC Lok Leipzig im Spiel bei Rot-Weiß Erfurt II wird heute das Verfahren eingeleitet.

Dies bestätigte Stephan Oberholz, zuständiger Richter beim Sportgericht des Nordostdeutschen Fußballverbandes, auf Anfrage von SPORT1.

"Die betroffenen Vereine werden angeschrieben und zur Stellungnahme aufgerufen", sagte Oberholz.

Leipzig kein Wiederholungstäter

Lok Leipzig ist entsetzt über den Platzsturm
Lok Leipzig ist entsetzt über den Platzsturm © Imago

Es sei möglich, dass ein Urteil noch diese Woche getroffen wird.

Dabei werde Lok Leipzig, dessen Fans in den vergangenen Jahren immer wieder durch Randale auffielen, aber nicht wie ein Wiederholungstäter behandelt werden.

Oberholz erklärte, es könnten laut Statuten nur Vorfälle berücksichtigt werden, die nicht mehr als ein Jahr zurückliegen. In diesem Zeitraum sei es allerdings nur zu kleineren Vorkommnissen bei Spielen der Leipziger gekommen.

Verein distanziert sich

Der Verein hat sich derweil von den Randalierern distanziert, die in Erfurt den Platz stürmten und so für den Abbruch des Oberligaspiels gesorgt hatten.

"Wir sind entsetzt", hieß es in einer Stellungnahme des Vereins.

Der Verein verurteile das "Verhalten hirnloser Chaoten", auch die 2100 anwesenden friedlichen Lok-Fans seien geschockt.

Mario Basler ist Sportdirektor bei Lok Leipzig
Mario Basler ist Sportdirektor bei Lok Leipzig © Getty Images

"All das, was die vielen ehrenamtlichen Helfer und engagierten Fans sowie das Präsidium und der Aufsichtsrat in den letzten zwei Jahren geschaffen haben, gerät durch einige wenige Kriminelle binnen weniger Augenblicke ins Wanken", schrieb der Klub weiter.

Leipzigs Sportdirektor Mario Basler denkt offenbar sogar über einen Rücktritt nach: "Wir hatten seit einem Jahr Ruhe, aber das war schon sehr extrem", sagte er bei SPORT1: "Ich muss mir jetzt meine Gedanken machen und ein, zwei Nächte darüber schlafen. Spurlos geht das nicht an einem vorbei."

Lok will Täter ermitteln

Den Verantwortlichen für den Platzsturm sprach der Verein das Recht ab, sich Lok-Fans zu nennen: "Diese vermeintlichen Fans haben nicht das Recht sich als Fans zu bezeichnen und das Lok-Logo oder VfB-Logo zu tragen. Mit diesem stumpfsinnigen Vorgehen haben sie in unseren Reihen nichts zu suchen. Diese Leute sind nicht der 1. FC Lok!"

Lok kündigte Konsequenzen für die Störer an: "Das Präsidium und der Aufsichtsrat werden gemeinsam mit den Polizeikräften zeitnah anhand der zahlreich vorhandenen Foto- und Videoaufnahmen diese Chaoten ermitteln und Haus-sowie Stadionverbote aussprechen. Dabei werden wir alle rechtlichen Mittel ausschöpfen. Ebenso, wird der Verein diese Leute für den zugefügten Schaden in die Verantwortung nehmen!"

Weiter hieß es, der Klub werde alles dafür tun, "dass es zu solchen hässlichen Szenen in Verbindung mit unserem bunten Verein nicht mehr kommen wird."

Polizei empfängt Fans in Leipzig

Die Ankunft der Lok-Fans in Leipzig nach dem Spiel verlief dagegen ruhig.

Eine Hundertschaft der Polizei empfing die ca. 400 Reisenden gegen 19.15 Uhr auf dem Hauptbahnhof.

Die Stimmung sei dabei weitgehend ruhig geblieben, die Fans verließen das Gebäude zügig oder stiegen in andere Bahnen um, sagte Bundespolizeisprecher Jens Damrau der Leipziger Volkszeitung.

Vor der Ankunft kreiste ein Polizeihubschrauber über dem Westen der Stadt und überwachte die Anreise aus der Luft. Auch an anderen Haltestellen habe es keine Zwischenfälle gegeben, ebenso sei die Situation im Zug ruhig gewesen, erklärte Damrau: "Auf der Fahrt haben sich die Gemüter wohl etwas abgekühlt."

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