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Julius Hirsch Preis
Der Julius-Hirsch-Preis wird in Erinnerung an den in Auschwitz ermordeten Nationalspieler jüdischen Glaubens vergeben © Getty Images

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ehrt das Fanprojekt des Landesligisten Göttingen 05 für besonderes Engagement gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit mit dem Julius-Hirsch-Preis.

Weitere Preisträger sind im Jubiläumsjahr eine Faninitiative des VfB Oldenburg und das Fanprojekt Halle/Saale.

"Der Fußball in Deutschland setzt mit der jährlichen Verleihung ein klares Signal gegen Ausgrenzung und Rassismus. Diese Aufgabe verliert nie an Bedeutung, sie bleibt immer aktuell", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach: "Mit der Auszeichnung der Göttinger Supporters Crew betonen wir eine Kernaufgabe des Preises - die Erinnerung an jüdische Fußballer wachzuhalten, an ihre Verdienste und dabei nie die Gräuel ihrer Verfolgung zu vergessen."

Die Fans von Göttingen 05 hatten in einem Projekt an Ludolf Katz erinnert. Der jüdische Kaufmann war 1934 nach fast dreißigjähriger Mitgliedschaft im Verein ausgeschlossen worden. Ihm gelang die Flucht, er emigrierte in die USA, wo er 1994 starb.

Der Julius-Hirsch-Preis wird in Erinnerung an den in Auschwitz ermordeten Nationalspieler jüdischen Glaubens (1892 bis 1943) seit zehn Jahren vergeben. Er war als Konsequenz aus der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Rolle des Verbandes in der NS-Zeit gestiftet worden.

Die Jury unter Niersbachs Vorsitz vergab den zweiten Platz an den "VfB für Alle e.V. Oldenburg".

Die Initiative von Fans des Regionalligisten VfB Oldenburg setzt sich gegen Diskriminierung und für Flüchtlinge ein. Das Streetwork-Fanprojekt Halle/Saale erhielt für seine regelmäßigen Fanreisen zur Holocaust-Gedenkstätte Auschwitz und nach Israel den dritten Preis.

Die insgesamt zehnte Verleihung findet am Nachmittag des EM-Qualifikationsspiels gegen Georgien am 11. Oktober in Leipzig statt.

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