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Fredi Bobic ist neuer Bundesliga-Kolumnist für SPORT1 © Getty

Im Interview mit SPORT1 spricht Kolumnist Fredi Bobic über seine neuen Aufgaben, die kommende Bundesliga-Saison und seine Erwartungen an den VfB Stuttgart.

Die Bundesliga startet diesen Freitag mit der Partie zwischen dem FC Bayern und dem Hamburger SV (ab 20 Uhr im LIVETICKER) in ihre 53. Spielzeit. Einer, der seit Jahren im Geschäft der Ersten Liga mit dabei ist, ist Fredi Bobic.

Der 43-Jährige ist seit dieser Saison als Nachfolger von Thomas Berthold Bundesliga-Kolumnist bei SPORT1. Zudem wird er in der UEFA Europa League als Experte für SPORT1 am Mikrofon sein.

Als Spieler wurde Bobic 1996 mit der deutschen Nationalmannschaft Europameister sowie Torschützenkönig in der Bundesliga. 1997 gewann er den DFB-Pokal mit dem VfB Stuttgart, von 2010 bis 2014 war Bobic bei den Schwaben Sportdirektor.

Im Interview mit SPORT1 spricht Bobic über seine neuen Aufgaben, die bevorstehende Bundesliga-Saison und seine Erwartungen an den VfB Stuttgart.

SPORT1: Herr Bobic, Sie sind in dieser Saison nicht nur Experte für die UEFA Europa League, sondern nun auch Bundesliga-Kolumnist bei SPORT1. Worauf freuen Sie sich bei dieser Aufgabe am meisten?

Bobic: Sowohl am Mikro als auch online werde ich agieren, wie man mich kennt: Ich werde stets mit dem nötigen Respekt gegenüber dem kritisierten Menschen offen meine Meinung sagen und auch auf Dinge aufmerksam machen, die meines Erachtens fehllaufen. Ich freue mich also auf beide Aufgaben gleichermaßen.

SPORT1: Am Freitag eröffnet der FC Bayern München gegen den Hamburger SV die neue Saison. Was erwarten Sie angesichts der jüngsten Auftritte beider Teams von der Partie?

Bobic: So sehr ich es meinem Ex-Trainer Bruno Labbadia, dem ich herzlich zum neuen Job und zu seiner erfolgreichen Arbeit gratuliert habe, gönnen würde: Ich bin überzeugt, dass der FC Bayern von Beginn an zeigen will und wird, wer Herr im Haus der Fußball-Bundesliga ist. Ich erwarte kein Fußball-Feuerwerk, weil auch bei den Münchnern noch nicht alle Rädchen passen, aber auch im Ergebnis den deutlichen Ausdruck der Überlegenheit.

SPORT1: Inwieweit haben Sie nach den Geschehnissen der Woche Mitgefühl für Peter Knäbel?

Bobic: Mitgefühl ist in diesem Job fehl am Platz und möchte auch keiner haben. Ich kann die Aktion einfach nicht verstehen. Ich habe jedenfalls nie Verträge aus dem Büro mitgenommen, was heute im digitalen Zeitalter auch nicht mehr sein muss.

Fredi Bobic war von 2010 bis 2014 in der sportlichen Leitung des VfB tätig
Fredi Bobic war zuletzt Sportdirektor beim VfB Stuttgart © getty

SPORT1: Kann dem FC Bayern in dieser Saison jemand Paroli bieten?

Bobic: Der Bundestrainer sagt, der FC Bayern habe es in dieser Saison schwerer als in der letzten. Ich stimme ihm meist zu. In diesem Fall aber nicht. Ich bin überzeugt, dass der FC Bayern die Liga wieder eindeutig dominieren wird. Der Kader ist inzwischen so aufgestellt, dass fast jeder Spieler adäquat ersetzt werden kann.

SPORT1: Der Trainerwechsel von Jürgen Klopp zu Thomas Tuchel ist mit Spannung erwartet worden. Wie beurteilen Sie Tuchels Anfänge beim BVB?

Bobic: Thomas Tuchel ist ein Topmann. Offenbar hat er in seinem Sabbatjahr auch ein wenig Gelassenheit gelernt, denn in Mainz erzählt man sich, dass er nie auf seinen Trainervorgänger angesprochen werden wollte. Nun liegt erneut der große Schatten von Jürgen Klopp über seinem Arbeitsplatz und er lächelt diesen geradezu weg. Er wird personell in seiner Mannschaft wenig ändern und doch wird der BVB künftig einen anderen Fußball spielen. Ich möchte mal sagen einen erwachseneren…

SPORT1: Wie bewerten Sie die Personalie Andre Breitenreiter auf Schalke?

Bobic: Er gilt wie auch der Augsburger Markus Weinzierl als riesengroßes Trainertalent, muss dieses nun aber unter Beweis stellen. Seine Art scheint anzukommen. Die ersten Schritte waren auch gut. Nur musst du auf Schalke jede Sekunde hellwach sein. Deshalb wird ein endgültiges Urteil erst nach einer gewissen Zeit zu fällen sein.

SPORT1: Auf welche Neuzugänge in der Bundesliga freuen Sie sich am meisten? Warum?

Bobic: Die normale und wohl auch von den meisten erwartete Antwort wäre jetzt Arturo Vidal oder Douglas Costa. Ich sage aber Darmstadt 98. Ich hoffe, dass der Truppe von Dirk Schuster ein guter Start gelingt. Eine solche Mannschaft, ein solcher Verein tut der Liga gut.

SPORT1: Für wen wird es schwierig, den Klassenerhalt zu schaffen? Und zwar, weil…?

Bobic: Natürlich hat Darmstadt 98 insbesondere strukturelle Nachteile, die kaum zu kompensieren sind. Aber Paderborn hat letzte Saison aus einer ähnlichen Startposition bis auf die Zielgerade mitgehalten. Für Ingolstadt gilt dasselbe. Dazu wird es wieder einige negative Überraschungen geben. Ich bin gespannt, ob es wieder die gleichen Vereine sein werden wie letztes Jahr.

SPORT1: Beim VfB Stuttgart haben gerade in der Rückrunde Ihre Verpflichtungen wie Filip Kostic oder Daniel Ginczek gezündet. Was ist vom VfB in der neuen Runde zu erwarten?

Bobic: Die offensive Abteilung ist sehr gut besetzt, jedoch bleibt der VfB ein wenig eine Wundertüte. Ich bin gespannt, wie gerade ein Filip Kostic seine ihm zugedachte etwas zentralere Rolle annimmt und ob er da auch so zündet wie in der letzten Rückrunde. Es steckt jedenfalls viel Potential in der Truppe, der ich in besonderem Maße die Daumen drücke.

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