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59 von 65 Schiedsrichtern des Kreisverbandes Jerichower Land boykottieren Spiele des Klubs
59 von 65 Schiedsrichtern des Kreisverbandes Jerichower Land boykottieren Spiele des Klubs © Getty Images

Schiedsrichter eines Kreisverbandes setzen gegen einen unterklassigen Klub wegen rechtsextremen Haltungen ein Zeichen. Ein Ausschluss des Klubs wird diskutiert.

Der Fußballverein Ostelbien Dornburg wird womöglich vom Spielbetrieb ausgeschlossen. Grund dafür ist die rechtsextreme Haltung des Großteils der Mannschaft. 15 von 18 Spielern sind dem Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt als Rechtsextreme bekannt.

Im Visier der Behörden befindet er sich seit längerem. Auch die Unparteiischen haben schon ein Zeichen gesetzt. 59 von 65 Schiedsrichtern des Kreisverbandes Jerichower Land weigern sich, Spiele des unterklassigen Klubs aus Sachsen-Anhalt zu pfeifen.

Seit langem kommt es bei Spielen der Dornburger immer wieder zu Ausschreitungen. "15 Spieler der Mannschaft sind uns als Rechtsextremisten bekannt", sagte Hilmar Steffen vom Landesverfassungsschutz gegenüber MDR und MZ: "Das geht von Körperverletzungen, Beleidigungen, bis hin zu volksverhetzenden Äußerungen. Das ganze Repertoire. Mitunter tauchendie Personen auch bei anderen rechtsextremistischen Aktivitäten wie Demonstrationen oder Musikveranstaltungen auf."

Am Donnerstag beschäftigt sich der Fußballverband Sachsen-Anhalt (FSA) nun mit dem Fall. "Wir prüfen, ob die Voraussetzungen für ein Ausschlussverfahren gegeben sind", sagte FSA-Sprecher Volkmar Laube. Die Kritik, sich zu spät und erst auf Druck dazu entschlossen zu haben, weist Laube aber entschieden zurück. "Wir haben uns mit dem Verein sehr kritisch auseinandergesetzt. Wir wollten ihn gar nicht erst aufnehmen, sind aber dann dazu gezwungen worden."

2011 erstritt sich der Klub erst vor Gericht die Spielberechtigung. Mittlerweile boykottieren auch manche Vereine die Spiele. Einer davon ist der SV Eiche Redekin. "Ich will nicht in meiner Freizeit um Leib und Gesundheit fürchten müssen", sagte Vereinsleiter Michael Pieper. Lieber verzichte er auf die drei Punkte und zahle 100 Euro Strafe für das Nichtantreten.

Im Innenministerium Sachsen-Anhalts sieht man zumindest Chancen auf ein erfolgreiches Ausschlussverfahren der Fußballklubs. Es gebe "Anhaltspunkte und Indizien dafür", sagte Innenstaatssekretär Ulf Gundlach (CDU) auf MZ-Anfrage. Das Verfahren könne jedoch, "noch ein paar Monate dauern." Zudem sei davon auszugehen, dass der Verein Rechtsmittel einlegen werde.

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