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München - Der Doppelpass auf SPORT1 feiert 20. Geburtstag. Moderator Thomas Helmer spricht vorher über das legendäre Phrasenschwein, David Beckham und Bayern als Champions-League-Sieger.

Am Sonntag feiert der Kult-Fußballtalk "Doppelpass" bei SPORT1 sein 20-jähriges Bestehen.

Moderator Thomas Helmer spricht im Interview über das legendäre Phrasenschwein, seinen Traum von David Beckham und die Bayern als kommenden Champions-League-Sieger.

Frage: Herr Helmer, in der Jubiläumssendung am Sonntag werden auch die Doppelpass-Urgesteine Rudi Brückner und Jörg Wontorra mit diskutieren. Sind die beiden Kandidaten für hohe Zahlungen in das berühmte Phrasenschwein?

Thomas Helmer: (lacht) Wohl nicht. Wonti ist doch bekannt dafür, dass er einen Igel in der Tasche hat. Da passt er verdammt gut auf. Es wäre aber mal eine Herausforderung für die Sendung. Jetzt aber Spaß beiseite: Ich freue mich sehr auf die beiden.

Frage: Shows und Formate verändern sich mit der Zeit und werden vor allem bei den Privatsendern gerne irgendwann abgesetzt. Der Doppelpass lebt nun seit 20 Jahren und ist nach wie vor ein Quotenrenner. Wo liegt das Erfolgsgeheimnis?

Helmer: Der Doppelpass hat einfach ein Alleinstellungsmerkmal. Zwei Stunden Fußballtalk am Sonntagmittag, das ist unter Rudi und Wonti regelrecht zum Kult geworden. Viele Menschen freuen sich darauf.

Frage: Was ist besonders in Erinnerung geblieben?

Helmer: Ich kann mich an einige heiße Diskussionen erinnern wie zum Beispiel Udo Lattek gegen Uli Hoeneß damals. So etwas macht den Doppelpass aus, dass man kontrovers diskutiert, ohne nachher nachtragend oder beleidigt zu sein. In der letzten Saison ist einmal plötzlich ein Fan aufgestanden und hat das Wasserglas von Michael Preetz ausgetrunken und ist dann, als wäre nichts gewesen, wieder aus dem Set rausmarschiert. Das sind lustige Szenen, die in einer Livesendung mal passieren können.

Frage: Haben Sie einen Lieblingsgast, den Sie gerne mal in der Sendung haben würden?

Helmer: Ein Besuch von Bundestrainer Joachim Löw wäre eine Herausforderung und sicher auch eine Bereicherung.

Frage: Und international?

Helmer: Ob Zuschauer, Aufnahmeleiter oder Maskenbildner: Wenn ich David Beckham in die Sendung bekommen würde, das wäre für alle eine tolle Sache.

Frage: Wo kann sich das Format mit Blick in die Zukunft noch entwickeln?

Helmer: Aktuelle Spieler wären natürlich als Gast mal schön. Die müssten ja gar nicht zwei Stunden da sein. Es reicht mal eine Stunde oder auch nur per Liveschalte. Das wäre noch einmal eine Aufwertung, die der Sendung gut tun würde. Außerdem könnte man mehr mit Einspielern arbeiten. Man könnte mal zu einem Trainer fahren und sich die Taktik erklären lassen. Da gibt es noch einige Möglichkeiten, die wir noch nicht ausprobiert haben.

Frage: Neben dem Doppelpass gehört seit dieser Saison auch die UEFA Europa League zum Repertoire Ihres Senders. Wer sind die Favoriten?

Helmer: Borussia Dortmund gehört auf jeden Fall zu den Favoriten, auch Schalke darf man nicht vergessen. Aber es wird nicht einfach, zumal im Frühjahr auch noch Mannschaften aus der Champions League dazukommen. Nicht nur aus deutscher Sicht erfährt die Europa League durch die Teilnahme von Dortmund und Schalke eine klare Aufwertung.

Frage: Blicken wir noch eine Etage höher: Wie fällt Ihr Zwischenfazit für die deutschen Teams nach dem ersten Spieltag in der Champions League aus?

Helmer: Mit drei Siegen von vier Teams darf man zufrieden sein. Bei den Bayern mache ich mir überhaupt keine Sorgen, dass sie die K.o.-Runde erreichen. Aber auch Wolfsburg und Leverkusen haben gut gespielt. Das lässt sich gut an. Bei Gladbach hatte ich gehofft, dass sie sich ein bisschen mehr Selbstvertrauen holen. Da muss man sich relativ große Sorgen machen - auch mit Blick auf die Liga.

Frage: Wie viele deutsche Teams schaffen es ins Achtelfinale?

Helmer: Ich denke, dass drei auf jeden Fall weiterkommen. Bei Gladbach wäre es angesichts der momentanen Situation fast ein Wunder.

Frage: Wie beurteilen Sie die Situation der englischen Teams? Trotz der Rekord-Investitionen gab es drei Niederlagen.

Helmer: Die Engländer geben einfach auch viel Geld für mittelmäßige Spieler aus, nicht nur für die Top-Leute. Ich finde es gut, dass der Sport dann doch noch vieles selbst entscheidet und nicht alles mit dem Portemonnaie geregelt werden kann. Vor England habe ich keine große Angst, da sehe ich eher die spanischen Vereine oder vielleicht noch Paris.

Frage: Bayern München wird also Champions-League-Sieger?

Helmer: Das hoffe ich doch stark. Sie haben in diesem Jahr ganz klar die Möglichkeit. Durch die Zugänge von Douglas Costa und Kingsley Coman ist das Vakuum nicht mehr so groß, wenn Arjen Robben und Franck Ribery ausfallen. Es könnte in diesem Jahr klappen mit dem Titel.

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