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Joseph S. Blatter ist für acht Jahre gesperrt
Sepp Blatter ist seit 1998 FIFA-Präsident © Getty Images

Die FIFA kommt auch nach der Suspendierung ihres Generalsekretärs Jerome Valcke nicht zur Ruhe. Präsident Sepp Blatter soll von einer ominösen Millionen-Zahlung gewusst haben.

Im FIFA-Korruptionsskandal soll Weltverbands-Chef Joseph S. Blatter (Schweiz) stärker als bisher bekannt im Visier der US-Bundespolizei FBI stehen.

Das berichtete die Welt am Sonntag unter Berufung auf nicht näher bezeichnete Quellen. Die mutmaßlichen Untersuchungen sollen in Zusammenhang mit Südafrikas ominöser Zehn-Millionen-Dollar-Zahlung an den karibischen Regional-Verband CFU stehen.

Offenbar untersuchen die FBI-Fahnder mögliche Verstrickungen Blatters in den Deal der Südafrikaner mit dem unter massivem Korruptionsverdacht stehenden Ex-CFU-Boss Jack Warner (Trinidad und Tobago).

Die Ermittler gehen der Annahme nach, dass Blatter die Zahlung als Überzeugungshilfe für Südafrikas Bewerbung um das WM-Turnier 2010 angeregt haben könnte und mithin letztlich auch davon gewusst haben müsste.

Südafrika hat die Zahlung als Förderung von Fußball-Entwicklungsprojekten deklariert. Die US-Justiz hingegen hält die Summe für Schmiergeld als Gegenleistung für Stimmen der CFU-Nationalverbände für die WM-Premiere auf dem afrikanischen Kontinent.

Blatter soll im Vorfeld der WM-Vergabe Südafrikas damaligen Staatspräsidenten Thabo Mbeki und seinen damaligen FIFA-Vorstandskollegen Warner zusammengebracht und damit den Weg für die mutmaßliche Manipulationsabsprache geebnet haben.

Die Summe wurde einige Zeit nach dem Zuschlag für Südafrika vom inzwischen aus anderen Gründen suspendierten FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke (Frankreich) von einem Verbandskonto an die CFU überwiesen.

Als offizielle Begründung für den Umweg der Geldanweisung wurde die Verwaltung von Südafrikas WM-Budget durch die FIFA angeführt.

In sämtlichen Ermittlungen der Justizbehörden zum FIFA-Skandal sowohl in den USA als auch in der Schweiz ist Blatter bisher nicht als Beschuldigter oder auch nur als Verdächtiger genannt worden.

Zuletzt jedoch hatte US-Justizministerin und -Generalbundesanwältin Loretta Lynch eine intensivere Überprüfung der Rolle des 79-Jährigen nicht mehr dementieren wollen.

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