vergrößernverkleinern
Blackburn Rovers' Senegal midfielder El
El Hadji Diouf und Steven Gerrard spielten zwischen 2002 und 2004 gemeinsam für den FC Liverpool. © Getty Images

"Gerrard hat Schwarze noch nie gemocht". Der Satz stammt von El Hadji Diouf. Der Senegalese wirft dem langjährigen Liverpool-Kapitän in einem Interview Rassimus vor. Der Stürmer schießt auch gegen die Reds.

El Hadji Diouf teilt aus.

In einem Interview mit dem senegalesischen Radiosender Radio Futurs Media schießt der 34-Jährige in Diensten des malaysischen Erstligisten Sabah gegen Steven Gerrard und wirft ausgerechnet der englischen Fußball-Ikone Rassismus vor.

"Gerrard hat Schwarze noch nie gemocht", behauptet Diouf. Auch der FC Liverpool bekommt sein Fett weg: "Liverpool ist kein Team, das Schwarze willkommen heißt. Es sei denn, man ist Engländer."

Auslöser für Dioufs Rundumschlag war das neue Buch der Liverpool-Legende, Steven Gerrard - My Story. Darin plaudert Gerrard, inzwischen für LA Galaxy aktiv, über vergangene Zeiten und getätigte Transfers seines Vereins.

"Diouf der schlechteste Mitspieler"

Der beste Spieler, mit dem Gerrard je zusammen gespielt habe, soll demnach Xabi Alonso gewesen sein. Der Schlechteste: eben jener El Hadji Diouf. Für Gerrard waren die 15 Millionen Euro für den Senegalesen "eine der größten Verschwendungen in der Geschichte Liverpools".

Doch damit nicht genug. Gerrard legt sogar nochmal nach: "Diouf war von allen Neuzugängen bei Liverpool derjenige, den ich am wenigsten mochte." Seine Trainigsimpressionen von Neuzugängen beschreibt der 35-Jährige so: "Entweder war es ein Star oder ein Blindgänger, ein König oder ein Trottel, ein Xabi Alonso oder ein El Hadji Diouf."

Gerrard begründet auch seine Haltung gegenüber Diouf: "Es schien mir, dass Diouf kein wirkliches Interesse an Fußball hatte und er sich nicht um Liverpool kümmerte. Zum Beispiel die Art, wie er in einem UEFA-Pokal-Spiel in Parkhead im März 2003 einen Celtic-Fan anspuckte, fasst seine verächtliche und gehässige Haltung zusammen."

"Gerrard ist nur neidisch"

Die Retourkutsche von Diouf ist demnach wenig verwunderlich. Gerrard sei "nur neidisch" auf seine Erfolge, so Diouf.

"Er hat nie das erreicht im Fußball, was ich erreicht habe. Als ich nach Liverpool kam, hatte ich den Status eines Chefs. Ich werde in der Fußball-Welt respektiert. Die größten Fußball-Experten zählten mich zu den sieben besten Spielern der WM und zu den 100 besten Spielern des Jahrhunderts", schwärmt Diouf über sich selbst.

"Überall wo ich hingehe, werde ich verehrt. Wo auch immer Gerrard außerhalb von Liverpool hingeht, wird er beleidigt."

Babel entkräftigt Vorwurf

Seine Rassismus-These stützt der Senegalse auf den Äußerungen Gerrards zu Mario Balotelli. In seinem Buch äußert Gerrard Verständnis für die Meinung von Jose Mourinho, der den Italiener als "untrainierbar" bezeichnete.

Tatsächlich schreibt Gerrard über Balotelli: "Einige Leute haben mich gefragt, ob ich eine Ähnlichkeit zwischen Diouf und Balotelli sehe und ich habe immer nein gesagt. Ich respektiere Balotelli - Diouf nicht."

Unterstützung bekommt Steven Gerrard derweil von Ryan Babel, der von 2007 bis 2011 für Liverpool die Fußballschuhe schnürte. Auf Twitter antwortet der Niederländer auf die Frage eines Fans, was er von den Vorwürfen hält, wie folgt: "Ich hatte nie diesen Eindruck von Stevie G. Ich glaube, er hat das falsch aufgefasst."

Gerrard soll mittlerweile rechtliche Schritte gegen die Äußerungen Dioufs eingeleitet haben.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel