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Rainer Koch ist Interimspräsident des DFB
Rainer Koch ist Interimspräsident des DFB © Getty Images

DFB-Interimspräsident Rainer Koch reagiert gelassen auf die Kritik von BVB-Boss Hans-Joachim Watzke an der Festlegung auf Präsidentschaftskandidat Reinhard Grindel.

DFB-Interimspräsident Rainer Koch sieht die Kritik von BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke an der schnellen Festlegung auf Reinhard Grindel als bisher einzigen DFB-Präsidentschaftskandidaten gelassen.

"Ich begegne ihr mit Gelassenheit, denn ich bin sicher, dass Amateur- und Profilager auch in Zukunft gemeinsam unter einem Dach vertrauensvoll zusammenarbeiten werden. Es steht mit keinem Wort in unseren Erklärungen, dass wir unseren Vorschlag mit Druck durchbringen wollen. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, wieso diese ganze Aufregung erzeugt wird", sagte Koch dem Münchner Merkur.

Keine "Geheimsitzung"

Watzke hatte zuvor die Festlegung des Amateurlagers auf Grindel scharf kritisiert: "Wir fühlen uns brüskiert. Für den gesamten Fußball ist das eine sehr unschöne Geschichte", hatte Dortmunds Geschäftsführer dem kicker gesagt.

Koch findet die Entscheidung für den Kandidaten Grindel aber legitim: "Wir haben unsere Entscheidung, Reinhard Grindel als Präsidentschaftskandidaten vorzuschlagen, doch nicht auf irgendeiner Geheimsitzung getroffen. Und es ist bis auf weiteres auch nicht mehr als unser Vorschlag. Wir haben für uns eine Position entwickelt – und der Profibereich kann selbstverständlich genauso verfahren."

Die 21 Landesverbände hatten sich am Dienstag einstimmig auf DFB-Schatzmeister Reinhard Grindel (54) als Wunschkandidat für die Nachfolge des zurückgetretenen DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach (64) geeinigt.

"Zeichen für die Geschlossenheit"

Die Vertreter des Profifußballs reagierten erzürnt und warfen den Amateurvertretern einen Alleingang vor, Grindel ist nicht der Kandidat der Ligavertreter.

"Das ist kein Denkzettel. Der Vorschlag für das Präsidentenamt ist das Ergebnis unserer Überlegungen und ein deutliches Zeichen für die Geschlossenheit der Amateurfußballvertreter. Es sind keine Fakten geschaffen worden, sondern wir, die Präsidenten aller 21 Regional- und Landesverbände, haben einen Vorschlag für das Amt gemacht, über den wir mit der Liga reden wollen", sagte Koch: "Aus meiner Sicht gehört zu einem professionellen Management in Krisenzeiten, sich darum zu kümmern, dass man nicht zehn Monate auf eine Neubesetzung wartet. Kein Unternehmen würde nach einem Rücktritt an der Spitze vermutlich so lange warten."

Auf einen Termin für einen außerordentlichen Wahl-Bundestag legte sich Koch nicht fest.

"Wir sind fest entschlossen, den Themenkomplex rund um die Vergabe der WM 2006 lückenlos und schonungslos aufzuklären. Erst dann – und nur dann – ist die Zeit für einen Bundestag gekommen", sagte er.

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