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In der Debatte um den Kandidaten der Amateure für das Amt des DFB-Präsidenten widerspricht Interimspräsident Rainer Koch dem BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

DFB-Interimspräsident Rainer Koch hat die Entscheidung der DFB-Landesverbände für Reinhard Grindel als Kandidat für die Präsidentenwahl verteidigt – auch gegen die Kritik von Vertretern aus dem Profifußball wie BVB-Boss Hans-Joachim Watzke.

"Sachfragen dürfen doch nie von Personalstreitigkeiten überlagert werden. Das einzige, was wir gemacht haben, war: Wir haben gesagt, wir kommen zusammen und entwickeln unseren Vorschlag, unsere Position. Diesen Vorschlag habe ich vorab mit Reinhard Rauball (Ligapräsident und zweiter DFB-Interimspräsident, Anm. d. Red.) in Paris besprochen", sagte Koch im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1.

"Jede längere Debatte wäre schädlich"

Die Festlegung auf Grindel habe Ruhe in die Führungskrise beim DFB gebracht: "Seit letzten Dienstag ist die Diskussion um die Frage: 'Wer könnte DFB-Präsident werden?' innerhalb der Landesverbände beendet. Jede längere Debatte wäre schädlich und würde ablenken von den Sachfragen."

Watzke hatte zuvor die Festlegung des Amateurlagers auf Grindel scharf kritisiert: "Wir fühlen uns brüskiert. Für den gesamten Fußball ist das eine sehr unschöne Geschichte", hatte Dortmunds Geschäftsführer dem kicker gesagt.

Koch, der auch Präsident des Bayerischen Fußball Verbandes BFV ist, findet aber, auch die Amateure hätten ein Recht auf Selbstbestimmung: "Im Haus des DFB gibt es in einem Stock den Profifußball. Dort wird auch die laute Musik gespielt. Aber auch im Fußball gilt, wie sonst in der Gesellschaft auch: Es ist nicht so, dass wer das Geld hat, deswegen auch grundsätzlich alles anschaffen muss."

Grindel "eine der Top-5-Personen"

Der 56-Jährige weiter: "Man muss auch sehen, dass im Haus des Fußballs auch große Stockwerke mit 25.000 Amateurfußballvereinen sind, die berechtigte Anliegen haben. Die haben nicht die Chance, sich jeden Samstag in der Bundesliga zu artikulieren oder an jedem Sonntag im Doppelpass vorzukommen."

Koch verteidigte Kandidat Grindel: "Reinhard Grindel ist deswegen auch nicht so bekannt, aber er ist vor zwei Jahren einstimmig mit allen Stimmen auch sämtlicher Profifußballvertreter zum Schatzmeister des DFB gewählt worden. Er ist seither eine der Top-5-Personen, die den DFB mit führen."

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