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Reinhard Grindel (Schatzmeister DFB)
Reinhard Grindel ist seit 2013 Schatzmeister beim DFB © Getty Images

Schatzmeister Reinhard Grindel soll's machen: Bei der Suche nach einem neuen DFB-Präsidenten preschen die Landesverbände vor - und machen offenbar auch zeitlich Druck.

Reinhard Rauball will lieber BVB-Boss bleiben, Interimspräsident Dr. Rainer Koch kein längerfristiges Engagement an der Verbandsspitze, Oliver Bierhoff die Nationalmannschaft zum EM-Titel führen - und Heribert Bruchhagen erteilte auf SPORT1 allen Spekulationen eine Absage:

Nach dem Rücktritt von Wolfgang Niersbach will das Präsidentenamt beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) offiziell offenbar niemand haben.

Hinter den Kulissen tobt aber wohl dennoch ein Machtkampf.

Hintergrund: Die Übergangspräsidenten Rauball und Koch wollen bei der Präsidiumssitzung am Dienstag in Hannover über die Niersbach-Nachfolge beraten. Abgesteckt werden soll dabei auch, wann der neue DFB-Präsident gewählt werden soll.

Landesverbände machen Druck

Doch nun preschen die Spitzen der Landesverbände laut einem Bericht der Bild vor.

Sie wollen bei der Zusammenkunft einen Beschluss herbeiführen, der einen außerordentlichen Bundestag schon im Frühjahr und nicht erst im November 2016 möglich macht.

Wogegen sich die Ligavertreter im DFB-Präsidium dem Vernehmen nach wehren, weil so kaum Zeit für notwendige Reformen bliebe.

Rauball hatte unlängst dazu erklärt, es gebe beim DFB jetzt "keine Schnellschüsse".

Grindel im Kandidaten-Kreis

Doch damit offenbar nicht genug der Alleingänge der Landesverbände:

Karl Rothmund, früherer DFB-Vizepräsident und Präsident des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV), plädierte nun für den niedersächsischen CDU-Bundestagsabgeordneten Reinhard Grindel als Nachfolger für Niersbach.

"Da Rainer Koch (...) nicht kandidiert, sondern Reinhard Grindel unterstützt - das weiß ich seit zwei Tagen und das wissen viele seit zwei Tagen - glaube ich, dass Reinhard Grindel gute Chancen hat, gewählt zu werden", sagte Rothmund der Deutschen Presse-Agentur.

Angesprochen auf seine Ambitionen hatte Koch am Montag in der ARD erklärt: "Ich bin nicht Präsident und werde auch nicht Präsident."

Grindel "präsidiabel"

Schatzmeister Grindel wiederum ist seit zwei Jahren als Nachfolger von Horst R. Schmidt im Führungszirkel des DFB vertreten.

Auch der heutige DFB-Vizepräsident Hans-Dieter Drewitz, seit 2007 Präsident des Regional-Verbandes Südwest, macht sich für Grindel stark.

"Es wundert mich nicht, dass sein Name bei der Suche nach einem Nachfolger für Wolfgang Niersbach schnell fällt", sagte Drewitz der Bild.

Und fügte an: "Er ist sehr präsidiabel. Er kennt den DFB jetzt seit einiger Zeit von innen und ist von seiner Persönlichkeit her absolut ein Kandidat. Wichtig ist aber, dass die Entscheidung nur in Abstimmung mit der Liga getroffen werden kann."

Grindel schweigt erst mal

Grindel selbst zeigte sich überrumpelt von den Aussagen zu seiner möglichen Kandidatur als neuer DFB-Präsident. "Dazu gibt es von mir keinen Kommentar", sagte der 54-Jährige und vermied damit aber auch ein Dementi.

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