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SPORT1-Experte Thomas Strunz (l.) glaubt nicht, dass Pep Guardiola seinen Vertrag beim FC Bayern verlängert © SPORT1 Grafik

In seiner Doppelpass-Kolumne erwartet SPORT1-Experte Thomas Strunz, dass der FC Bayern sich einen neuen Trainer suchen muss. Der HSV überrascht ihn, bei Werder kritisiert er besonders einen Spieler.

Hallo Fußball-Freunde,

ich glaube, dass Pep Guardiola eher aufhört, als zu verlängern. Denn der FC Bayern ist wohl nicht bereit, nur ein Jahr mit ihm zu verlängern.

Man muss sich auch bewusst machen, wie hoch die Belastung im Traineramt des FC Bayern ist, wie schwer es ist, mit dem Druck klarzukommen.

Es wird aber keine Rolle spiele, wer danach kommt, weil diese Mannschaft über den Dingen steht. Der FC Bayern wird über Jahre hinaus das sein, was er heute ist – dominierend in der Bundesliga.

Die Aufstellung der Bayern hat mich überrascht. In der Bundesliga mit zwei Verteidigern zu spielen, ist mir neu. In der Anfangsphase haben die Bayern erst ihren Weg suchen müssen. Dann haben sie zwei Tore vor der Pause erzielt und das Spiel war gelaufen. Es spricht für ihre Qualität, dass sie trotz zahlreicher Ausfälle einen so ungefährdeten Sieg einfahren.

Eine positive Überraschung bisher ist der HSV. Es ist bemerkenswert, was es da für eine Entwicklung gegeben hat. Die Mannschaft spielt mit ihren Erfolgen im Rücken nun auch mutiger nach vorne. Das ist eindeutig der Verdienst von Bruno Labbadia. Er ist ein Glücksfall für den Hamburger SV.

Der HSV steht finanziell zwar nicht gut da - trotzdem traue ich Bruno zu, die Mannschaft weiterhin auf Kurs zu halten und zu entwickeln.

Die Situation erinnert mich an Klopp und den BVB vor sieben Jahren. Die Mannschaft gibt nun ein einheitliches Bild ab. Das Problem ist lediglich, dass beim HSV keine Spieler aus dem Jugendbereich nachkommen.

Bei Werder Bremen ist es finanziell im Vergleich zum HSV noch schlimmer. Sie haben einen Standortnachteil und es gibt keine externen Investoren, die helfend einspringen.

Die Mannschaft strahlt seit Jahren keine Stabilität aus. Die Gegentorflut der letzten Jahre führt zudem dazu, dass du nicht mehr in die Bereiche ganz oben kommst. Früher hatten sie zumindest noch bessere Leute vorne.

Es muss sich nun auf dem Platz etwas ändern. In der letzten Saison haben sie sich noch oft durch Standardsituationen gerettet. Junuzović ist seit seiner Vertragsverlängerung aber nur noch ein Schatten seiner selbst. Da ist die Frage, ob der Trainer jetzt mutig genug ist, junge Spieler einzubringen.

Die Trennung von Alexander Zorniger in Stuttgart hat mich überrascht, weil nicht davon auszugehen war, dass es Disharmonien in der Gesamtausrichtung gibt.

Dennoch ist es gut, dass ein Trainer mit offensiver Ausrichtung verpflichtet wurde. Wenn dieser Trainer dann jedoch kein Konzept für die Defensive mitbringt, hat der Verein ein Problem. Er war dann einfach zu stur, sich der Tagesaktualität anzupassen. Die Mannschaft war mit der offensiven Grundstruktur völlig überfordert. Für das System von Zorniger brauchst du aber unbedingt eine funktionierende Mannschaft.

Bis demnächst, Euer Thomas Strunz

Ex-Nationalspieler Thomas Strunz ist als Experte im Volkswagen Doppelpass tätig und wechselt sich in dieser Saison bei der sonntäglichen Doppelpass-Kolumne mit Thomas Berthold ab.

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