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Reinhard Grindel ist seit Oktober 2013 Schatzmeister des DFB
Reinhard Grindel gilt als aussichtsreicher Kandidat auf die Nachfolge von Wolfgang Niersbach © Getty Images

Der Schatzmeister des DFB nimmt in der WM-Affäre den früheren OK-Chef Franz Beckenbauer in die Pflicht. Auch Theo Zwanziger sieht Grindel in der Bringschuld.

DFB-Schatzmeister Reinhard Grindel hat nach dem Rücktritt von Verbandspräsident Wolfgang Niersbach die lückenlose Aufarbeitung der WM-Affäre gefordert und das damalige Organisationskomitee unter Vorsitz von Franz Beckenbauer in die Pflicht genommen.

"Wir haben die Erwartung, dass alle, die zur Aufklärung des Sachverhaltes der Vorwürfe gegenüber dem OK der WM 2006 beitragen können, dazu auch ihr Wissen offen legen", sagte Grindel dem MDR: "Dazu gehören vor allem die anderen Mitglieder des Vorstandes des WM-Organisations-Komitees."

In der Bringschuld sieht Grindel daher die damaligen OK-Vize-Präsidenten Theo Zwanziger und Horst R. Schmidt, besonders aber Beckenbauer. "Vor allem bei Herrn Beckenbauer haben wir den Eindruck, dass er noch nicht in ganz vollem Umfang sein Wissen vollständig mitgeteilt hat", erklärte Grindel: "Wir würden uns freuen, wenn er dieses nachholen würde."

Der 54-jährige Grindel, gleichzeitig Bundestagsabgeordneter für die CDU und stellvertretender Vorsitzender des Sportausschusses, gehört neben Interimspräsident Rainer Koch (56) und DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock (59) zu den aussichtsreichsten Kandidaten auf die Nachfolge Niersbachs.

Am Dienstag hatten die DFB-Interimspräsidenten Rainer Koch und Reinhard Rauball bestätigt, dass Beckenbauer das von den Ermittlern der Wirtschaftskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer gefundene Skandal-Dokument, das im Zuge der WM-Affäre 2006 den versuchten Stimmenkauf nahelegt und den Deutschen Fußball-Bund (DFB) schwer in Bedrängnis bringt, unterzeichnet hat.

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