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Jack Warner (r.) war Präsident des Concacaf, dem Fußballverband für die Karibik, Nord- und Zentralamerika, und zugleich Vizechef der FIFA - wusste der zurückgetretene DFB-Präsident Wolfgang Niersbach über offenbar vom DFB ihm zugesagte Vorteile? © Getty / Montage: SPORT1

Medien zufolge ist ein Dokument aufgetaucht, das den DFB schwer belastet. Dem korrupten FIFA-Funktionär Jack Warner sollen Vorteile versprochen worden sein.

Der Präsident ist gegangen, doch die Affäre um die Vergabe der Fußball-WM 2006 könnte sich für den Deutschen Fußball-Bund nun noch weiter verschärfen:

Wenn zutrifft, was die Süddeutsche Zeitung in  ihrer Dienstag-Ausgabe schreibt, dann war das Sommermärchen wohl tatsächlich gekauft.

Nach dem Rücktritt von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach sind offenbar konkrete Hinweise auf dubiose Geschäfte im Rahmen der Vergabe der WM 2006 ans Tageslicht gekommen.

Laut der Zeitung soll bei den internen Ermittlungen im Deutschen Fußball-Bund ein belastender Vertragsentwurf aus dem Jahr 2000 gefunden worden sein - also aus der Zeit kurz vor der WM-Vergabe durch das FIFA-Exekutivkommitee.

Offenbar umfangreiche Vorteile versprochen

Darin verspricht der DFB dem Vertragspartner umfangreiche Vorteile - und dieser Vertragspartner und FIFA-Funktionär, schreibt die SZ mit Verweis auf "mehrere Insider", soll ausgerechnet Jack Warner sein, einer der Hauptfiguren im FIFA-Korruptionsskandal.

Warner war seinerzeit Präsident des Concacaf, dem Fußballverband für die Karibik, Nord- und Zentralamerika, und zugleich Vizechef der FIFA, deren Exekutivkomitee sich damals mit 12:11 Stimmen für Deutschland und gegen Südafrika entschied.

Niersbachs bisherige Darstellung, es sei bei der Bewerbung um die WM 2006 alles mit rechten Mitteln zugegangen, könnte durch dieses Schriftstück mächtig ins Wanken geraten sein.

Niersbach wohl außen vor

Niersbach hatte am Montag nach einer Präsidiumssitzung in Frankfurt/Main seinen Rücktritt als Verbandsboss erklärt. Der 64-Jährige soll laut SZ erst in der vergangenen Woche von diesem Vorgang erfahren haben.

Um das besagte Dokument soll sich laut SZ ein anderes Mitglied des deutschen Bewerber- bzw. Organisationskomitees gekümmert haben.

Ob der Entwurf auch verwirklicht wurde, blieb zunächst unklar, zumindest "sei das eigentlich zuständige DFB-Präsidium nicht damit befasst worden".

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