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Das große Transferfinale
Cacau, Serdar Tasci und Pep Guardiola (v.l.) sind nur drei der Hauptdarsteller am Deadline Day © SPORT1-Grafik/Imago/FC Bayern

München - Bayern überrascht, Pep Guardiola stieht allen die Show. Beim HSV verhindert wieder das Fax einen Transfer - und die Kellerkinder legen nach. Der Deadline Day im Überblick.

Der Deadline Day ist vorbei, das Transferfenster in den großen europäischen Ligen geschlossen.

Die teuersten Transfers gingen zwar vorher über die Bühne, immerhin den spektakulärsten Spielerwechsel der Bundesliga gibt es aber am letzten Tag: Serdar Tasci kehrt von Spartak Moskau zurück in die Bundesliga - zu Rekordmeister FC Bayern. Und auch Noch-FCB-Coach Pep Guardiola sorgt am Deadline Day noch einmal für Wirbel.

SPORT1 fasst die wichtigsten Ereignisse des letzten Tages im Winter-Transferfenster noch einmal zusammen.

- Tasci kommt wie Kai aus der Kiste

"Es gibt nichts, was uns besser macht", sagte Matthias Sammer. "Qualität ist nicht auf dem Markt", sagte Karl-Heinz Rummenigge. Jeweils am Sonntagabend bei Sky.

Keine 24 Stunden später verkündet der FC Bayern die Ausleihe des Ex-Stuttgarters Serdar Tasci von Spartak Moskau.

Heißt das jetzt, der 28-Jährige macht die Bayern nicht besser, hat keine Qualität? Wohl kaum, schließlich soll Tasci nach den Ausfällen von Jerome Boateng und Javi Martinez das Loch in der Münchner Innenverteidigung stopfen.

Was also nachträglich halten von den Aussagen der Bayern-Verantwortlichen? Am besten abhaken unter der Kategorie "Pokern und Geheimniskrämerei".

- Guardiola stiehlt allen die Show

Apropos Geheimniskrämerei: Monatelang hatte Pep Guardiola offen gelassen, ob er über die Saison hinaus beim FC Bayern bleibt. Seit kurz vor Weihnachten steht sein Abschied fest. Blieb die Frage: wohin?

Als ob die Verantwortlichen bei Manchester City das Gefühl haben, am sagenumwobenen Deadline Day passiere zu wenig, verkünden sie ausgerechnet an diesem 1. Februar die Verpflichtung des Katalanen.

Mit der Bekanntgabe am frühen Nachmittag lassen die Citizens der Konkurrenz noch genug Zeit, durch spektakuläre Spielertransfers nachzuziehen. Die großen Kracher aber bleiben aus - und so geschieht das fast Unvorstellbare: Ein Trainerwechsel im kommenden Sommer ist am Deadline Day die große Nachricht auf dem europäischen Transfermarkt.

- Slapstick mit dem HSV, die x-te

Ja, auch der Hamburger SV schafft es noch einmal in die Schlagzeilen. Allerdings weniger durch die geglückten Verpflichtungen von Josip Drmic und Nabil Bahoui als vielmehr durch den geplatzten Wechsel von Sekou Sanogo. Ausnahmsweise trifft die Hamburger aber keine Schuld.

Der Ivorer weilt bereits zum Medizincheck in der Hansestadt, eigentlich ist alles klar. Sanogos bisheriger Arbeitgeber Young Boys Bern verschwitzt jedoch den Transferschluss, schickt die erforderlichen Dokumente zu spät an den HSV - und der Wechsel platzt.

- Panikkäufe im Tabellenkeller

Es ist eine alte Weisheit: Wer im Sommer gut arbeitet und Erfolg hat, kann sich im Januar entspannt zurücklehnen. So überrascht es nicht, dass neun von elf Bundesliga-Zugängen am letzten Tag des Transferfensters bei den Kellerkindern der Liga unterkommen.

Alfred Finnbogason unterschreibt an seinem 27. Geburtstag beim FC Augsburg © FC Augsburg

Bis auf Tasci und den vorzeitig zu Bayer Leverkusen zurückgekehrten Robbie Kruse verstärken sich nur Mannschaften auf den Plätzen 11 bis 18 - die dafür aber geschlossen: Von den abstiegsgefährdeten Teams verzichtet nur der Tabellen-17. auf Last-Minute-Einkäufe.

Die neuen Hoffnungsträger der Abstiegskandidaten im Überblick:
- Hamburger SV (Platz 11): Josip Drmic (Sturm, Borussia Mönchengladbach, ausgeliehen), Nabil Bahoui (Sturm, Al-Ahli)
- FC Augsburg (Platz 12): Alfred Finnbogason (27, Sturm, Real Sociedad, ausgeliehen)
- Eintracht Frankfurt (Platz 13): Änis Ben-Hatira (27, Mittelfeld, Hertha BSC), Yanni Regäsel (20, Abwehr, Hertha BSC)
- Darmstadt 98 (Platz 14): Felix Platte (19, Sturm, Schalke 04, ausgeliehen)
- VfB Stuttgart (Platz 15): Federico Barba (22, Abwehr, FC Empoli, ausgeliehen)
- Werder Bremen (Platz 16): Milos Veljkovic (20, Abwehr, Tottenham Hotspur)
- Hannover 96 (Platz 18): Alexander Milosevic (24, Abwehr, Besiktas, ausgeliehen)

- Neue Chancen für alte Helden

Ja, trotz aller Hektik hat auch der Transferschluss einen Sinn für die kleinen herzerwärmenden Geschichten am Rande. Da darf der 34-jährige Cacau in der Rückrunde wieder für den VfB Stuttgart - wenn auch nur die zweite Mannschaft - auf Torejagd gehen.

Da findet der 35-jährige Theofanis Gekas, einst Bundesliga-Torschützenkönig, beim FC Sion in der Schweiz einen neuen Arbeitgeber.

Nur Nigel de Jong steht plötzlich ohne Klub da. Aber keine Sorge, auch dem 31-Jährigen geht es bald wieder gut: Nach seiner Vertragsauflösung bei Milan darf der Niederländer wohl bald im sonnigen Kalifornien für Los Angeles Galaxy die Fußballschuhe schnüren.

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