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Das Reformpaket wurde mit großer Mehrheit verabschiedet
Das Reformpaket wurde mit großer Mehrheit verabschiedet © Getty Images

Beim außerordentlichen FIFA-Kongress in Zürich stimmt eine große Mehrheit für ein Reformpaket. Die Neuerungen sind weitreichend, haben aber auch Haken.

Der Kongress des Fußball-Weltverbands FIFA hat sein Reformpaket verabschiedet und ist damit den ersten großen Schritt aus der Krise gegangen.

Die 207 stimmberechtigten FIFA-Mitglieder in Zürich stimmten mit einer großen Mehrheit von 89 Prozent (179) der Nationalverbände für die Änderung der Statuten.

Das Paket umfasst unter anderem eine Gewaltenteilung, die Entmachtung des zuvor allmächtigen FIFA-Präsidenten, die Offenlegung der Spitzengehälter sowie Integritäts- und Eignungschecks für alle Mitglieder des neuen FIFA-Aufsichtsrats, der künftig das Exekutivkomitee ersetzt.

Inkrafttreten werden die Reformen 60 Tage nach dem Kongress. Die fünf Kernelemente:

GEWALTENTEILUNG

Das derzeit allmächtige Exekutivkomitee wird in eine Art Aufsichtsrat mit mehr Mitgliedern (36 statt 24, darunter mindestens sechs Frauen) umgewandelt - und entmachtet. Das operative Geschäfte liegt komplett in den Händen des Generalsekretariats. Der neue Generalsekretär wird dadurch zum mächtigen CEO. Haken: Er wird weiterhin vom nur noch repräsentativen Präsidenten vorgeschlagen. Der neue Rat ("FIFA-Council") ernennt anschließend den Nachfolger des Deutschen Markus Kattner, der momentan übergangsweise die Geschäfte führt, und kann ihn auch entlassen. Mit der Qualität dieses Nachfolgers steht und fällt vieles, was sich die FIFA von der Neuaufstellung verspricht.

INTEGRITÄT

Jedes neue Council-Mitglied (gewählt wird weiterhin in den kontinentalen Konföderationen) muss einen umfangreichen Integritäts- und Eignungscheck bestehen. Dafür gibt es extra eine zuständige Kommission. Für die derzeitigen Mitglieder des Exekutivkomitees gilt das jedoch nicht rückwirkend. Über allem steht in der neuen FIFA-Organisationsstruktur zudem die unabhängige Audit- und Compliance-Kommission, die beispielsweise alle Geldflüsse überwacht.

AMTSZEITBESCHRÄNKUNG

Schluss mit den Langzeitherrschern. Die Funktionäre in den hohen Ämtern dürfen diese lediglich zwölf Jahre behalten (dreimal vierjährige Amtszeiten). Aber auch hier: Das gilt nicht rückwirkend - auch für die Exko-Mitglieder, die gefühlt schon ewig bei der FIFA sind und Skandale mitzuverantworten haben, wird die Uhr auf null gesetzt. Die erste Amtszeit des früheren DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach (65) endet 2019.

FRAUENQUOTE

Im neuen Council sitzen mindestens sechs Frauen (eine pro Konföderation). Zudem wird es entsprechende Passagen in den Statuten geben. Das Ziel des Weltverbands ist eine Quote von um die 30 Prozent.

TRANSPARENZ

Viel zu oft wurde gefragt: "Was verdient Blatter?" Durch die Reformen werden die Gehälter der hohen Amtsträger offengelegt - vielleicht schon für das vergangene Jahr.

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