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Babak Rafati prangert "systematisches Mobbing" an
Babak Rafati leitete zwischen 2005 und 2011 Spiele der Fußball-Bundesliga © Getty Images

Ex-Schiedsrichter Babak Rafati kritisiert abermals die Handlungsweisen des DFB und spricht von einer Art "Korpsgeist" innerhalb des Schiedsrichtersystems.

Der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Babak Rafati hat sich erneut negativ über den DFB geäußert - namentlich über dessen Ignoranz und Intoleranz.

"Homosexuelle dürfen nicht sagen, dass sie schwul sind, Schiedsrichter dürfen nicht sagen, wenn sie depressiv sind, Profis brauchen sehr viel Mut, um seelische Erkrankungen zu offenbaren", beklagte er im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Ferner meinte er, im Schiedsrichtersystem des DFB herrsche "eine Art Korpsgeist, der gegenseitige Kritik verbiete". "Aber man muss sich nach den Spielen hinstellen und Fehler offen und ehrlich zugeben."

Rafati hatte versucht, sich am 19. November 2011 in einem Hotelzimmer das Leben zu nehmen. Seine Schiedsrichter-Assistenten trafen jedoch rechtzeitig ein und verständigten den Notarzt. Dieser bewahrte ihn vor dem Tod.

Zu den Beweggründen für seinen Selbstmordversuch sagte er heute: "Ich weiß nun, dass ich alle Anzeichen einer Depression hatte. Der Grund war das Mobbing meiner Führungskräfte beim DFB."

Der Verband sei im Übrigen nie auf ihn zugekommen und habe ihn nie gebeten, seine Erfahrungen zu teilen. "Sportlich ist der Verband Weltmeister, warum nicht auch menschlich?", fragte er rhetorisch.

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