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Der Dynamo-Jubelhaufen ist in dieser Saison oft zu sehen © Getty Images/SPORT1-Grafik Gabriel Fehlandt

Dynamo Dresden schreibt endlich wieder positive Schlagzeilen. Auf dem vorläufigen Höhepunkt der positiven Entwicklung kommt es zu einem Pokal-Knaller.

Natürlich, sie sind immer noch weit weg, die ganz großen Zeiten von Dynamo Dresden.

Die Zeiten, in denen sie Serienmeister der DDR waren - und später dann das Aushängeschild des Osten in der Bundesliga.

Und doch sind die Nachrichten, die der Klub in diesen Wochen schreibt, die positivsten der vergangenen Jahre.

Die Schulden: getilgt. Der Aufstieg in die 2. Bundesliga: so gut wie sicher. Das Ansehen beim DFB: wieder intakt.

Dresden empfängt Aue

Inmitten dieser schwarzgelben Dynamo-Herrlichkeit steht eines der größten Duelle der Saison an: Im Halbfinale des Wernesgrüner Sachsenpokals empfängt Drittliga-Spitzenreiter Dresden den Tabellenzweiten Erzgebirge Aue (Ostersonntag ab 13.10 Uhr LIVE und exklusiv auf SPORT1 direkt in Anschluss an den Volkswagen Doppelpass).

Es geht um die Chance auf die Teilnahme am DFB-Pokal in der kommenden Saison - und nicht zuletzt um die Frage, wer regiert bei diesem Prestige-Duell.

23.000 Karten waren am Donnerstag bereits verkauft, das Dresdner DDV-Stadion dürfte voll sein. "Wir wissen, wie wichtig dieses Spiel für die Fans ist. Deshalb werden wir es ganz bestimmt nicht einfach so herschenken", sagte Dynamo-Trainer Uwe Neuhaus.

Countdown zum Aufstieg

Bei erst zwei Saisonniederlagen in der Liga kommt dieser Verdacht bei seiner Mannschaft auch nicht auf. Von den restlichen sieben Partien muss Dresden drei gewinnen, um sicher aufzusteigen und nach zwei Jahren in die 2. Liga zurückzukehren. Die ersten Vier qualifizieren sich ohnehin für den Pokal, das sollte sowohl für Dynamo als auch Aue klappen.

2013 noch hatte sich Dresden von seiner kriselndsten Seite gezeigt: Der Ausschluss aus dem DFB-Pokal als Folge der Ausschreitungen ein Jahr zuvor in Hannover war nach langen Gerichtsverfahren fix, der sportliche Abwärtstrend führte ein paar Monate später in die 3. Liga.

Der Abstieg war auch eine finanzielle Belastung. Und doch fand der Verein zurück zum Erfolg, wenn auch über ein paar Umwege.

Umbruch nach dem Abstieg

Nur zwei Spieler des Abstiegskaders sind noch da, Neuhaus ist nach Stefan Böger und Peter Nemeth der dritte neue Trainer der letzten zwei Drittligajahre.

Dynamo Dresden v Preussen Muenster - 3. Liga
Uwe Neuhaus bringt den Erfolg nach Dresden © Getty Images

Der langjährige Coach von Union Berlin erfüllte nach seinem Antritt vor der Saison die hohen Erwartungen: Dynamo dominiert die Liga komplett, hat neun Punkte Vorsprung auf Aue und zwölf auf Osnabrück auf dem Relegationsplatz.

Letzte Schulden abbezahlt

Hinzu kommt: Der am Montag zu Fortuna Düsseldorf gewechselte Geschäftsführer Robert Schäfer hinterlässt eine ausgeglichene Kasse. Dynamo hat das berüchtigte Darlehen des Unternehmens Michael Kölmel abbezahlt und ist innerhalb von zwei Jahren fast sechs Millionen Schulden losgeworden.

Der Erfolg scheint auch das schwierige Umfeld des Klubs etwas zu beruhigen: Dresdens Randalierer sind in dieser Saison nicht in besonderem Maße auffällig geworden.

Womöglich sieht die einstige Fußballmacht des Ostens wieder dauerhaft rosigen Zeiten entgegen. Ein Sieg gegen den FC Erzgebirge würde dabei helfen.

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