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Liga-Präsident Reinhard Rauball (r.) im Gespräch mit dem künftigen DFB-Chef Reinhard Grindel (l.)
Liga-Präsident Reinhard Rauball (r.) im Gespräch mit dem künftigen DFB-Chef Reinhard Grindel (l.) © Getty Images

Reinhard Grindel muss sich nach seiner voraussichtlichen Wahl zum DFB-Präsidenten auf Druck einstellen. Der Liga-Boss lässt die Unterstützung der Klubs offen.

Reinhard Grindel muss sich nach seiner voraussichtlichen Wahl zum neuen Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) auf Druck aus dem Profi-Lager einstellen.

Liga-Präsident Reinhard Rauball ließ in einem Interview mit der Bild-Zeitung die Unterstützung der Profi-Vereine für den derzeitigen DFB-Schatzmeister und Wunschkandidaten der Amateure über den Wahltermin am 15. April in Frankfurt ausdrücklich offen.

"Ein Verband mit sieben Millionen Mitgliedern, 25 000 Vereinen und einem dreistelligen Millionen-Umsatz kann nicht dauerhaft von einer Übergangsspitze geführt werden - erst recht nicht als Weltmeister vor einer EM. Deshalb hat der Ligavorstand empfohlen, diesen DFB-Bundestag und den Personal-Vorschlag der Amateure für das Präsidentenamt mitzutragen", sagte Rauball als er gefragt wurde, ob der designierte DFB-Boss Grindel die Unterstützung der Liga genieße.

Harte Kritik am DFB

Rauball erklärte zudem, dass ihm die Nominierung Grindels zu schnell gegangen sein und kritisierte die Vorgehensweise des DFB scharf. "Der DFB steckte nach dem plötzlichen Rücktritt von Wolfgang Niersbach in einer der schwersten Krisen überhaupt - und nur wenige Tage später beschließen die Amateure unabgestimmt hinter verschlossenen Türen die Neu-Besetzung des höchsten Amtes im DFB… Passt das in Zeiten, in denen Transparenz ganz oben auf der Agenda stehen sollten?", so Rauball.

Zugleich forderte er für anstehende Verhandlungen über den künftigen Einfluss des bezahlten Fußballs in DFB-Gremien und Reformen im DFB-Pokal Zugeständnisse der Amateure an die Profis.

"Ich kann nur davor warnen, die Interessen der Bundesliga zu übergehen. Das wäre der falsche Weg. Die Amateure haben zwar die Mehrheit bei einem DFB-Bundestag, aber das sollte nicht zu Machtdemonstrationen genutzt werden", so Rauball.

Am Sonntag kann Rainer Koch im Volkswagen Doppelpass (ab 11 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im Sportradio SPORT1.fm) dazu näher Auskunft geben. Koch fungiert nach dem Rücktritt von Wolfgang Niersbach derzeit zusammen mit Reinhard Rauball als kommissarischer Präsident des DFB.

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