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Karl-Heinz Rummenigge
Karl Heinz Rummenigge ist seit 2002 Vorstandsvorsitzender beim FC Bayern © Getty Images

Karl-Heinz Rummenigge warnt vor der Premier League und glaubt an eine internationale Wiederauferstehung der Engländer. Deutschland und die Bundesliga sieht er mit an der Spitze.

FCB-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge traut der englischen Premier League in den kommenden Jahren wieder mehr internationale Erfolge zu: "Es wäre ein großer Fehler zu glauben, in England würden nur Idioten sitzen", sagte Rummenigge in der Sport Bild.

Er beobachte Veränderungen auf der Insel. Die Personalunion von Trainer und Manager werde zunehmend aufgelöst, die Klubs sähen sich nach neuen Managern und Betreuern um.

England wieder auf dem Vormarsch

"Die Engländer werden das beste Know-how aus Europa und der restlichen Welt kaufen", glaubt Rummenigge und ergänzt: "Dann wird es kritisch für alle anderen in Europa".

Als Beispiel führt er einen Fitnesstrainer und Ernährungsberater an, den der FC Liverpool kürzlich vom FC Bayern wegholte.

Lob für deutsche Jugendarbeit

Defizite sieht er in England dagegen bei der Jugendarbeit und lobt die Bundesliga für ihre vielen Talente: "Wir machen es wesentlich besser als die Engländer und Italiener. Aber die Spanier sind uns ein Stückchen voraus, das muss man neidlos anerkennen."

Dass Spanien die anderen Ligen in Europa abgehängt hat (Champions-League-Gewinner Real Madrid und Europa-League-Sieger FC Sevilla kamen erneut beide aus Spanien), bestreitet Rummenigge. "Nein. Es ist in dieser Saison unglücklich gelaufen."

Der FC Bayern und Borussia Dortmund seien international auf Augenhöhe mit den Besten. "Wir hätten beide in die Endspiele kommen können - fast müssen."

Mögliche CL-Reform

Die deutschen Teams müssten auch die Europa League sehr ernst nehmen, damit Deutschland in der UEFA-Fünfjahreswertung nicht abrutscht.

Erneut sprach sich Rummenigge für eine Reform der Champions League aus. In Zukunft würde er gerne wieder "mehr Qualität und Elite sehen". Die Gruppenphase sei teilweise nicht attraktiv genug.

"Der Fan ist an Emotionen interessiert. Richtige Emotionen werden aber erst in der K.o.-Phase erzeugt", so der Vorstandsvorsitzende.

Er könnte sich eine Verkleinerung der Königsklasse vorstellen. In der Vergangenheit hatte Rummenigge auch schon für eine europäische Superliga plädiert.

Deutschland als EM-Titelfavorit

Insgesamt besorgt Rummenigge die Tendenz, dass sich die UEFA zu politisch entwickelt: "Es wäre schön, wenn sie den Fußball wieder mehr ins Zentrum stellen würde. Die Leute langweilt die Fußball-Politik."

Für den Ex-DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach wünscht er sich, "dass er nicht von der FIFA gesperrt wird". Rummenigge selbst will keinen großen internationalen Posten mehr bekleiden, eher werde er sich im Falle einer Vertragsverlängerung bei den Bayern aus den hiesigen Gremien zurückziehen.

Und sein Tipp für die EM: "Wer Weltmeister ist, muss auch Europameister werden." Zu den Favoriten zählt er neben Deutschland Gastgeber Frankreich, Spanien und England.

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