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Der chinesische Investor Tony Xia will Aston Villa sportlich aufpimpen © Getty Images

München - Nicht Real, nicht Barca, nicht Bayern: Geht es nach Tony Xia, dann ist Aston Villa der Klub der Zukunft. Dem großspurigen Versprechen soll ein gigantischer Aufstieg folgen.

Was fällt Ihnen ein, wenn Sie an Aston Villa denken? 

Thomas Hitzlsperger womöglich. Der Ex-Nationalspieler verdankt dem Verein immerhin seinen Spitznamen. 

Damals, als Jungspund, mischte Hitzlsperger mit Villa die Premier League auf. Ob seiner Gewaltschüsse feierten sie den Deutschen auf der Insel als The Hammer. Es hätte nicht viel gefehlt, und beide zusammen (Hitzlsperger und Villa) wären 2004/05 in die Champions League eingezogen. 

So liest sie sich, die rosige sportliche Vergangenheit des Traditionsklubs. 

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Heute, mehr als zehn Jahre später, dümpelt Aston Villa in der zweiten englischen Liga vor sich hin. Im League Cup setzte es zuletzt eine Niederlage gegen Drittligist Luton Town. 

Das ist die Gegenwart. Aston Villa in den sportlichen Niederungen.

In fünf Jahren die Nummer eins

Und jetzt kommt Villas Zukunft. Sie ist chinesisch, steinreich und heißt: Tony Xia.

Der neue Klubeigner will Aston Villa dorthin führen, wo es seiner Meinung nach hingehört - an die Weltspitze.

Die Tinte, die der 39 Jahre alte Geschäftsmann am Mittwoch unter seinen Investoren-Vertrag setzte, war noch nicht vertrocknet, da beförderte er den Verein gleich mal in andere Sphären. 

"Jetzt ist es an der Zeit, Villa zum größten Fußballklub der Welt zu machen", tönte Xia bei seiner Vorstellung.

Später entsandte er seine Vision via Twitter in die Welt. Bei einer Fragestunde antwortete Xia auf die Frage eines Villa-Fans, wo er den Verein in fünf Jahren sehe: "Als Top-Klub Europas mit den meisten Mitgliedern weltweit."

Villa vor Real und Bayern?

Geht es nach Xia, dann diskutiert die Fußballwelt in Zukunft also nicht mehr in erster Linie über große Namen wie Real Madrid, Manchester United oder den FC Bayern, sondern über Aston Villa.

Chinesischer Größenwahn oder realistischer Schlachtplan?  

Zumindest einen Stufenplan hat sich der ehrgeizige Investor, der umgerechnet auf mehr als einer halben Milliarde Euro Vermögen sitzen soll, dann doch auferlegt. "Oberste Priorität hat die Rückkehr in die Premier League. Danach müssen wir Villa in die Top fünf in England führen und dann in die Top zehn in Europa", sagte Xia der Daily Mail

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Superlativen sind in China ja bekanntlich keine Grenzen gesetzt. 

Di Matteo der richtige Trainer?

Müssen die Topklubs jetzt ernsthaft einen kometenhaften Aufstieg Villas fürchten. Xias Ankündigung soll zumindest wie eine Drohung klingen: "Wenn ich etwas wirklich will, dann ziehe ich es auch durch."

Bleibt die Frage, ob Xia für seine tollkühnen Pläne schon den richtigen Trainer an Bord hat. Roberto di Matteo hat in letzter Zeit nicht sonderlich viel Erfolg aufzuweisen. Immerhin hat er mal mit Chelsea die Champions League gewonnen. 

Ein Titel, auf den auch sein neuer Chef scharf ist. "Roberto ist der vielleicht intelligenteste Trainer, den ich kenne", sagte Xia. "Er versteht, was ich vorhabe: auf und neben dem Platz."

Xia und die Matteo. Schwer vorzustellen, dass dieses Duo einmal Europas Fußball diktieren wird.

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