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Extraordinary FIFA Congress - Previews
Die FIFA verliert den jahrelangen Rechtsstreit gegen den SV Wilhelmshaven © Getty Images

Der nächste Schlag ins Gesicht für die FIFA: Der vom Fußball-Weltverband verordnete Zwangsabstieg des SV Wilhelmshaven ist laut BGH-Urteil rechtswidrig.

Fußball-Siebtligist SV Wilhelmshaven hat den jahrelangen Rechtsstreit gegen die FIFA gewonnen und ein möglicherweise richtungweisendes und folgenreiches Urteil erreicht.

Wie der Bundesgerichtshof (BGH) am Dienstag in Karlsruhe feststellte, war der nach der Saison 2013/14 verordnete Zwangsabstieg des damaligen Regionalligisten rechtswidrig. Der Fußball-Weltverband hatte die Strafmaßnahme ausgesprochen, letztlich wurde sie vom Norddeutschen Fußball-Verband (NFV) vollstreckt.

"Es ist ein wunderbares und befreiendes Gefühl", sagte Wilhelmshavens Vorstandsvorsitzender Hans Herrnberger bei Sky Sport News HD: "Hier hat wirklich David gegen Goliath gewonnen. Wir haben wieder eine Zukunft."

Der Klub verlangt nun die mittelfristige Wiedereingliederung in die Regionalliga und zudem finanzielle Entschädigungen: "Wir müssen mit dem DFB und dem NFV kurzfristig zusammenkommen und eine faire Lösung für uns finden."

Der für Recht- und Satzungsfragen zuständige DFB-Vizepräsident Rainer Koch will zunächst die schriftliche Urteilsbegründung abwarten und sorgfältig analysieren. Es gelte dann sehr schnell zu klären, "was zu tun ist, um den Verpflichtungen als deutscher Fußball gegenüber der FIFA und den anderen weltweiten Fußballorganisationen auch weiterhin nachkommen zu können und dem international gültigen Spieler-Transferrecht auch in Deutschland zur Durchsetzung zu verhelfen", sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch bei dfb.de.

Ausgangspunkt des Rechtsstreits seit 2008 war die Weigerung des Klubs, für den früheren argentinischen Spieler Sergio Sagarzazu, der auch den italienischen Pass besitzt, eine Ausbildungsentschädigung in Höhe von insgesamt 157.500 Euro an zwei vorherige Klubs des Südamerikaners zu zahlen. Derlei Geldtransfers sehen die Bestimmungen des Weltverbandes FIFA vor.

Rechtliche Grundlage fehlt

In den Statuten des NFV fehle diese rechtliche Grundlage jedoch, hieß es im Urteil des BGH: "Dabei muss die Regelung eindeutig sein, damit die Mitglieder des Vereins die ihnen eventuell drohenden Rechtsnachteile erkennen und entscheiden können, ob sie diese hinnehmen oder ihr Verhalten entsprechend einrichten wollen. Eine derartige Grundlage fehlt in der Satzung des Beklagten, soweit es um Disziplinarstrafen bei Nichtzahlung von Ausbildungsentschädigungen geht."

Damit folgte die höchste Instanz dem Oberlandesgericht Bremen, das im Dezember 2014 die Rückversetzung der Niedersachsen in die Oberliga für unwirksam erklärt hatte. Gegen dieses Urteil legte der NFV daraufhin Revision ein und verlor nun. Nach sportlichen Abstiegen spielt der SVW mittlerweile in der Bezirksliga.

Die mächtigen Verbände müssen Anpassungen vornehmen, wenn künftig das FIFA-Recht auch auf regionaler Ebene gelten soll. "Ohne einheitliche, nachvollziehbare und verbindliche Regelungen ist ein rechtssicherer Spielbetrieb nicht möglich", sagte Koch: "Gegebenenfalls notwendige Satzungsänderungen müssten umgehend auf den Weg gebracht werden.?"

Der kleine, zähe SV Wilhelmshaven hat ganz schön was ins Rollen gebracht. Und feierte seinen Sieg entsprechend. "Wir werden heute ein Gläschen Sekt trinken - vielleicht auch zwei", sagte Herrnberger. Und lachte.

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