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Altin Lala bei Rossmann
Altin Lala (l.) war einst Publikumsliebling in Hannover - und ist jetzt Drogerie-Boss in Albanien © SPORT1-Grafik: Eugen Zimmermann/dpa Picture-Alliance/Getty Images

München - Als Fußball-Profi war Altin Lala ein grundsolider Arbeiter, heute ist er erfolgreicher Geschäftsmann. Bei SPORT1 spricht der Albaner über seine neue Karriere.

Altin Lala hat offenbar alles richtig gemacht.

Der frühere Bundesliga-Spieler und Kapitän von Hannover 96 hat nach seiner Karriere als Profi-Fußballer einen ganz eigenen Weg gewählt und ist inzwischen ein gestandener Geschäftsmann.

Der 40-Jährige baut zusammen mit dem deutschen Unternehmer Dirk Rossmann die erste Drogerie-Kette Albaniens auf. Und das überaus erfolgreich, denn in Kürze eröffnet Lala in seiner Heimat schon die neunte Filiale.

Es ist ein kleines Märchen, das er erlebt hat: Vor 25 Jahren flüchtete er mit wenig Geld nach Deutschland, heute ist er mit einem Jahresumsatz von 17 Millionen Euro ein gemachter Mann.

Erste Investition in Immobilie

"Alles begann 2003/2004", sagt Lala im Gespräch mit SPORT1. "Ich wusste, dass ich nach der Karriere etwas Sinnvolles machen wollte, und so kam ich auf diese Idee.“

"Ich hatte gerade meinen ersten guten Profivertrag unterschrieben, habe dann in eine Immobilie investiert, die zum Verkauf stand - und es war der Laden, wo dann Rossmann einzog. Ich habe dann aber in eine andere Immobilie investiert."

Lala wusste, dass der Besitzer der Drogerie-Kette ein guter Bekannter von 96-Präsident Martin Kind ist. "So kam es, dass ich einfach bei ihm nachfragte."

Hannover 96 v 1. FC Kaiserslautern - Bundesliga
Bei seinem Abschied aus Hannover wurde Altin Lala 2012 von Kollegen und Fans gefeiert © Getty Images

Insgesamt 14 Jahre hielt er für Hannover die Knochen hin, seine Kampfbereitschaft und Bodenständigkeit machten den Mittelfeldspieler mit dem Spitznamen "Kampfzwerg" zur Vereinsikone. Auch als Geschäftsmann gibt Lala nun alles. 

Im Fußball gehe es viel um "Adrenalin, bei Rossmann gibt es das auch, aber auf eine andere Art und Weise. Es ist viel Zahlenkram, aber es gehört auch Gefühl dazu, um Erfolg zu haben", meint der frühere Defensivspezialist.

Lala: "Spannender Test"

2009 wurde sein erster Laden in Albanien eröffnet. "Das war ein spannender Test", blickt er heute zufrieden zurück, auch wenn er selbst am ersten Tag extrem nervös war.

"Morgens war gar nichts los!", erinnert er sich. "Nachmittags war der Laden proppenvoll. Ich dachte gleich an die 'Versteckte Kamera'. Da sagte Rossmann zu mir: 'Alles super. Jetzt können wir über Fußball reden - das Geschäft läuft'", so Lala.

Sieben Jahre später soll demnächst schon die neunte Filiale von "Rossmann & Lala" an den Start gehen. Nachdem anfangs sämtliche Produkte nur in deutscher Sprache ausgezeichnet waren, gibt es mittlerweile immer auch die albanische Übersetzung dazu.

"Made in Germany" sei in seiner Heimat zwar "ein Qualitätssiegel", sagt Lala, dennoch habe es deswegen auch schon Missverständnisse gegeben, so dass er den Leuten erst einmal erklären musste, "dass man sich mit Gebiss-Reiniger besser nicht die Zähne putzen sollte.“

Eingespieltes Team mit Rekordumsatz

Das Geschäftsjahr 2016 wird sein Unternehmen mit einem Rekordumsatz abschließen, irgendwo zwischen 16 und 17 Millionen Euro.

Das Team hat sich mittlerweile eingespielt. Der deutsche Drogerie-Multi Rossmann sorgt für Know-how, Ware und Logistik. Lala, in seiner Heimat als langjähriger Kapitän der Nationalmannschaft ein Volksheld, hilft bei Problemen mit dem Zoll, beschleunigt Behördengänge und sucht nach geeigneten Standorten für weitere Filialen.

"Dass es so gut laufen würde, war nicht planbar. Der albanische Markt ist nicht riesig, aber wir machen das ordentlich", sagt Lala, der großen Wert auf zufriedene Kunden legt - und sich mit seiner Drogerie-Kette auch als Vorreiter sieht: "Albanien ist noch in der Entwicklung und da können wir mit Rossmann ein gutes Beispiel sein, auch für andere deutsche Firmen, die dort hingehen wollen."

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