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Real Madrid CF v FC Bayern Muenchen - UEFA Champions League Quarter Final: Second Leg
Auch Real-Star Luka Modric soll in frühen Jahren Opfer von zwielichtigen Spielerberatern geworden sein © Getty Images

Ein früherer Talentscout des FC Bayern spricht jetzt über die dubiosen Machenschaften in der Fußball-Branche und vergleicht die Zustände mit Mafia-Methoden.

Auf dem Fußball-Transfermarkt herrschen Zustände, die nicht mehr viel gemein haben mit üblichen Märkten in der Wirtschaft. Für bestimmte Spieler wenden Vereine Summen auf, die jenseits von jeder Vorstellungskraft liegen. Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage ist in eine krasse Schieflage geraten.  

So sehr, dass inzwischen selbst Insider Alarm schlagen. In einem Interview mit dem Fußballportal Lundh hat der schwedische Scout Björn Andersson, früherer Talentspäher des FC Bayern, die Praktiken in der Branche als "Mafia-Methoden" bezeichnet. Das Magazin 11Freunde hat die entsprechenden Passagen ins Deutsche übersetzt.

Andersson weiß offenbar genau, von was er spricht. Mehr als 20 Jahr war er für den Rekordmeister tätig - und hat während dieser Zeit selbst einige unmoralische Offerten von Spielerberatern erhalten. "Ich selbst habe mehrfach Geld angeboten bekommen, falls ich diesen oder jenen Spieler zu Bayern bringen würde", sagte Andersson.

"Sonst wäre ich ein Verbrecher"

Einige Fußballer, um die es seinen Angaben zufolge damals ging, sind heute Stars bei Weltklubs: Luka Modric (Real Madrid), Eduardo Silva (FC Arsenal), Vedran Corluka (früher u.a. bei Manchester City).

Der Schwede beteuerte, niemals auf solche Angebote eingegangen zu sein. "Ich könnte heute so einige Häuser an der kroatischen Küste besitzen. Zum Glück bin ich aber nie auf solche Touren eingestiegen. Denn sonst wäre ich ein Verbrecher", sagte er.

Andersson vermutet ein Motiv hinter den fragwürdigen Machenschaften der Spielerberater: Vielen von denen versuchen offenbar durch finanzielle Anreize, der Karriere ihrer Spieler voranzutreiben und bei einem eingestielten Transfer selbst eine Provision einzustreichen.

Beweise für seine Anschuldigungen lieferte Andersson nicht. Womöglich aus demselben Grund, weshalb bislang kein solcher Bestechungsversuch zur Anzeige gebracht worden ist: Die meisten der zwielichtigen Offerten würden mündlich eingereicht, sagte Andersson, nicht schriftlich.

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