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Thorsten Legat war zuletzt in der Saison 2015/16 beim Landesligisten FC Remscheid Trainer
Thorsten Legat war zuletzt in der Saison 2015/16 beim Landesligisten FC Remscheid Trainer © Imago

München - Thorsten Legat will Trainer von Fünftligist Marl-Hüls werden, doch die Spieler treten geschlossen zurück. Bei SPORT1 spricht der Ex-Profi über die Gründe.

Thorsten Legat wollte dem TSV Marl-Hüls nur helfen, doch nun muss er sich gegen böse Gerüchte um seine Person wehren. 

Die Bild hatte berichtet, dass sich die Spieler des Ruhrpott-Fünftligisten zwei Tage, nachdem der Klub die Verpflichtung des früheren Bundesliga-Profis (243 Spiele für Bochum, Werder, Schalke und Stuttgart) sowie Ex-Dschungelcampers (2016) als neuen Chefcoach bekannt gegeben hatte, auf und davon gemacht hätten.

Der Grund: Die Mannschaft habe für die Verpflichtung Legats auf die Hälfte ihrer Gehälter verzichten müssen. Das aber war für die Spieler nach interner Kabinen-Abstimmung am Freitagabend kein Thema. Stattdessen stiegen sie geschlossen aus.

Klub meldet Mannschaften vom Spielbetrieb ab

Daraufhin wurden die erste und zweite Mannschaft des TSV mit sofortiger Wirkung vom Spielbetrieb abgemeldet.

"Ich fühle mich nicht als Totengräber des Vereins", meint Legat nun im Gespräch mit SPORT1. "Ich finde es nur schade, dass ich jetzt schuld sein soll, dass der Klub insolvent gegangen ist. Dagegen wehre ich mich entschieden."

Dass die Spieler die Brocken hingeworfen hätten, weil sie mit der Person Legat ein Problem hatten, sei "totaler Blödsinn. Sie hätten sich gefreut, wenn ich Trainer geworden wäre. Einige von den Jungs, haben mir mitgeteilt, dass sie gerne unter mir gespielt hätten, sagten mir aber, dass sie erpresst wurden."

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Legat schildert den Gang der Dinge aus seiner Sicht:                   

"Ich bekam vor drei Wochen einen Anruf von Danny Radke. Ich kenne ihn schon aus meiner Zeit als Profi, als ich Anfang 2000 von Stuttgart nach Schalke wechselte. Er war mein Nachbar und spielt jetzt in Marl-Hüls. Er fragte mich, ob ich Interesse hätte, den Trainer zu machen."

Legat mit Motivationsansprache vor dem Spiel

In der Folge habe ihn auch Klubboss Alfons Engbert, Besitzer eines Autohauses in Marl, kontaktiert. "Er bat mich zum Gespräch, und ich fuhr mit meiner Frau dahin", berichtet Legat.

"Danach fragte er mich, ob ich die Truppe übernehmen will. Ich fragte nach dem Grund, warum ich das machen soll. Er nannte mir als Grund, dass der Klub den Sponsor verloren und der Trainer gekündigt hat."

Weil er konkret darum gebeten wurde, habe er sich zunächst bereit erklärt, vor dem Spiel gegen TuS Haltern zur Mannschaft zu sprechen und sie zu motivieren.  

"Mehr war da nicht", meinte der 48-Jährige. "Eine Entscheidung über die weitere Zukunft sollte erst nach der Rückkehr des Präsidenten aus Leipzig fallen. Doch er ist angeblich vor die Mannschaft getreten, hat den Jungs die Pistole auf die Brust gesetzt und gesagt 'wenn ihr den Legat wollt, dann müsst ihr auf die Hälfte des Gehalts verzichten'."

"Hätte den Job ehrenamtlich gemacht"

Davon aber habe Legat "gar nichts" gewusst. "Ich hätte den Job ehrenamtlich gemacht, hätte nur ein Auto vom Verein bekommen", stellt er klar. 

"Ich bin zutiefst traurig und auch wütend, weil ich mit meiner Gutmütigkeit da irgendwo reingeworfen wurde. Ich hätte von Herzen gerne bei Marl-Hüls als Trainer gearbeitet und dem Verein geholfen."

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