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Amaury Bischoff (r.) gleicht für die Preußen gegen Bielefeld per Elfmeter aus
Amaury Bischoff (r.) gleicht für die Preußen gegen Bielefeld per Elfmeter aus

München - Die Niederlage von Wehen bleibt ohne Folgen, weil die Konkurrenz ebenfalls schwächelt. Das Stuttgart-Derby ist eine klare Sache.

Die Aufstiegsaspiranten in der 3. Fußball-Liga schwächelten am Wochenende: Der SV Wehen Wiesbaden blieb aber trotz eines Patzers Spitzenreiter, Zweitliga-Absteiger Arminia Bielefeld verpasste am Sonntag die Übernahme der Tabellenführung.

Die Ostwestfalen verloren am 14. Spieltag vor 14.300 Zuschauern im ausverkauften Preußen-Stadion mit 1:3 (1:0) das brisante Derby bei Preußen Münster. In der Schlussphase der Partie gab es Ausschreitungen, 634 Polizisten waren im Einsatz.

Todesfall vor der Partie

Noch vor Beginn des Spiels kam es auf der Tribüne zu einem tragischen Unfall mit tödlichem Ausgang.

Ein Zuschauer war aus noch ungeklärten Gründen unglücklich auf den Hinterkopf gestürzt. Trotz schneller medizinischer Versorgung und knapp 30-minütiger Reanimationsversuche verstarb der Mann auf dem Weg ins Krankenhaus.

Preußen drehen die Partie

Sebastian Schuppan (40.) traf 1:0 für die Mannschaft von der Alm. Amaury Bischoff (64., Handelfmeter) glich für die Gastgeber aus. Rogier Krohne (80.) und Marcus Piossek (83.) trafen zum Sieg für die Preußen.

In der 86. Minute musste die Begegnung von Schiedsrichter Sascha Stegemann (Niederkassel) für rund zehn Minuten unterbrochen werden, weil Anhänger der Gäste Feuerwerkskörper und Bengalos gezündet hatten. Danach konnte die Partie allerdings zu Ende gespielt werden.

Mit 24 Punkten belegen die Arminen den vierten Platz hinter Tabellenführer SV Wehen Wiesbaden (26 Zähler) sowie Rot-Weiß Erfurt und Dynamo Dresden (je 25 Punkte). Münster ist Achter mit 24 Punkten.

Sämtliche Aufstiegsaspiranten patzen

Am Samstag hatten alle Aufstiegsaspiranten gepatzt. Der ehemalige Zweitligist Wehen Wiesbaden unterlag dem FSV Mainz 05 II mit 1:2 (0:2), führt die Tabelle aber weiter an.

"Uns sind zu viele leichte Fehler unterlaufen. Erst in der Schlussviertelstunde haben wir dann noch einmal Gas gegeben, aber in der Summe waren wir einfach nicht gut genug", äußerte Wehen-Coach Marc Kienle.

Damian Roßbach (12.) und Devante Parker (24.) sorgten mit ihren Toren für den überraschenden Auswärtssieg der Mainzer. Der Anschlusstreffer von Tobias Jänicke (85.) kam für die Gastgeber zu spät.

Kickers gehen im Derby unter

Wehen Wiesbaden profitierte von den weiteren Ausrutschern der Konkurrenz. Die Stuttgarter Kickers (24) gingen im Derby beim VfB Stuttgart II mit 1:5 (1:2) unter.

"Eine Derby-Niederlage fühlt sich nie gut an, und ich hatte von meiner Mannschaft mehr erwartet und erhofft. Der VfB hat stark gekontert und insgesamt bin ich natürlich nicht zufrieden", kommentierte Kickers-Trainer Horst Steffen.

Für den VfB II erzielten Daniel Ginczek (14.), Marvin Wanitzek (43. und 72.), Timo Baumgartl (49.) und Marco Grüttner (88. ) die Treffer, Elia Soriano hatte zwischenzeitlich ausgeglichen (32.).

Duisburg kassiert erste Pleite

Der Chemnitzer FC (24) unterlag bei Rot-Weiß Erfurt mit 0:2 (0:1), Kevin Möhwald (3.) und Amer Kadric (90.+3) besiegelten in Erfurt die vierte Saisonniederlage der Chemnitzer.

Der MSV Duisburg (24) musste sich bei Energie Cottbus (23) mit 0:2 (0:0) geschlagen geben.

Nach zwölf Spielen die erste Liga-Pleite für die Zebras. "Das war unnötig", betonte Coach Gino Lettieri, "wir haben ein aufregendes Spiel gesehen, in dem wir in der ersten Hälfte sehr gute Möglichkeiten hatten, in Führung zu gehen. Irgendwann war dann klar, dass der gewinnt, der das erste Tor schießt - und so kam es auch!"

Die Lausitzer waren natürlich froh über den Dreier. "Wir haben von Anfang an gesagt: jeder kann gegen jeden gewinnen, aber auch verlieren. Nur wer ans Limit kommt, hat in dieser Spielklasse eine Chance", äußerte Energie-Trainer Stefan Krämer.

Für Cottbus trafen Torsten Mattuschka (59., Foulelfmeter) und Tim Kleindienst (86.) gegen Duisburg.

Dresden patzt gegen Aufsteiger

Dynamo Dresden kam gegen Aufsteiger Fortuna Köln nicht über ein 0:0 hinaus. Hansa Rostock und die SpVgg Unterhaching trennten sich 2:2 (0:1).

"Wir haben heute nicht besonders gut gespielt, deswegen müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein", sagte Hachings Trainer Christian Ziege.

Sein Rostocker Kollege Peter Vollmann ergänzte: "Zum Glück ist der Super-GAU nicht eingetreten, dass wir dieses Spiel nach dem Platzverweis für unseren Torhüter noch verloren haben."

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