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Am Rande der Partie zwischen Hansa Rostock und Dynamo Dresden kam es zu Ausschreitungen
Am Rande der Partie zwischen Hansa Rostock und Dynamo Dresden kam es zu Ausschreitungen © getty

Nach den schweren Ausschreitungen im Drittliga-Duell zwischen den Fußball-Klubs Hansa Rostock und Dynamo Dresden (1:3) hat Fanforscher Gunter A. Pilz einen Solidarfonds für mehr Sicherheit gefordert.

"Vereine, denen es wirtschaftlich gut geht, zahlen in einen Fonds ein, aus dem sich finanzschwache Klubs bedienen können", sagte Pilz und begründete: "Manche Vereine sind in Sicherheitsfragen auch finanziell überfordert."

Mit dem zusätzlichen Geld könnten vor allem die unterklassigen Klubs zum Beispiel den eigenen Ordnungsdienst stärken und die Fanarbeit ausbauen, betonte Pilz.

Der Experte warnte jedoch davor, Randale wie die am Samstag in Rostock zu generalisieren: "Die Gewalt im Fußball nimmt eigentlich nicht zu. Aber in der Tat haben wir Problemvereine."

Zu denen zählen Hansa Rostock und Dynamo Dresden, die beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) als Wiederholungstäter gelten und wegen der Ereignisse am Samstag eine drakonische Strafe fürchten müssen.

Dynamo-Krawallmacher hatten im Gästeblock Pyrotechnik gezündet und diese in Richtung der gegnerischen Fans und aufs Spielfeld abgefeuert.

Hansa-Hooligans hatten Mülltonnen in Brand gesetzt, Autoreifen von Fahrzeugen der Gästefans zerstochen und mit Steinwürfen eine Polizeidienststelle attackiert.

"Alle sind gefordert, damit diese Leute nicht weiter ihr Unwesen treiben können: Die Fans müssen sich wehren, die Vereine müssen noch mehr tun, die Polizei und die Justiz müssen stärker durchgreifen", forderte Pilz: "Wenn die es dann immer noch nicht begreifen, muss man sie von Spielen ausschließen."

Dies könnte mit stärkeren Meldeauflagen und strengeren Kontrollen erreicht werden, so Pilz.

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