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Julian Green debütierte unter Jürgen Klinsmann für die Nationalmannschaft der USA
Julian Green debütierte unter Jürgen Klinsmann für die Nationalmannschaft der USA © Getty Images

Im SPORT1-Interview spricht Julian Green über Ziele mit dem HSV, seine Rolle als Hoffnungsträger und Rat von Bayern-Coach Pep Guardiola.

Julian Green hat eine große Karriere vor sich.

Zumindest bringt das 19-jährige Talent aus München alles dafür mit. Er ist technisch hochbegabt, hat eine feine Ballbehandlung und dennoch einen explosiven Schuss.

Nicht minder wichtig aber sind Greens Charaktereigenschaften, seine Soft Skills. Der Sohn einer Deutschen und eines Amerikaners gilt als bodenständig, diszipliniert und selbstbewusst.

Eine turbulente Saison liegt hinter ihm.

Wie im Zeitraffer

Im Zeitraffer stieg er erst aus der Regionalligamannschaft des FC Bayern zum Bundesligaprofi auf und sammelte unter Pep Guardiola erste Minuten in der Champions League.

Schließlich wurde zum Shootingstar der USA bei der WM in Brasilien. Beim 1:2 im Achtelfinale gegen Belgien hielt er sein Team mit dem fulminanten Anschlusstreffer im Spiel - und schoss sich endgültig in den Fokus anderer Klubs.

Am Tag, an dem das Transferfenster schloss, griff der Hamburger SV zu.

Der Rekordmeister bestätigte eine Leihe Greens in die Hansestadt für ein Jahr.

Beim schon wieder kriselnden Bundesligadino gilt er nun gemeinsam mit Lewis Holtby als Hoffnungsträger für die kommende Saison.

Im Interview mit SPORT1 spricht Green vor dem Testspiel der von Jürgen Klinsmann trainierten USA in Tschechien über Ziele mit dem HSV, seine Rolle als Hoffnungsträger und Rat von Guardiola.

SPORT1: Herr Green, wissen Sie noch, wo Sie am 18. Mai diesen Jahres waren?

Julian Green: Ich glaube da war ich in Kalifornien, im Trainingslager mit der US-Nationalmannschaft.

SPORT1: Nun ja, der Hamburger SV hat an jenem Tag in Fürth geradeso die Bundesliga gehalten. Jetzt gehen Sie für ein Jahr vom Doublesieger zum Fastabsteiger. Wie passt das zusammen?

Green: Der HSV hatte sicherlich eine schwierige letzte Saison, aber Hamburg ist ein großer Bundesligaklub mit langer Tradition. Für mich ist es eine großartige Chance, auf höchstem Niveau Spielpraxis zu sammeln.

SPORT1: Der Saisonstart missriet den Hanseaten aber gehörig - sind Sie besorgt?

Green: Nein. Es sind erst drei Spieltage vorbei. Der HSV hat eine gute Mannschaft und viele erfahrene Spieler. Der Start war unglücklich, aber ich gehe nicht davon aus, dass es so weiter gehen wird. Es gibt noch 31 mal 3 Punkte zu holen. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass möglichst viele davon auf unser Konto gehen.

SPORT1: Dennoch sorgte der HSV in den vergangenen Monaten durch verfehlte sportliche Ziele und eine verharmlosende Rhetorik zu horrenden Schulden für Negativschlagzeilen. Warum gehen Sie trotzdem zum Bundesligadino?

Green: Wie eben schon gesagt, weiß ich, dass Hamburg eine schwierige Zeit hinter sich hat. Mich interessiert der sportliche Bereich. Der HSV ist eine tolle Chance für mich. Ich hoffe, dass ich viele Einsatzzeiten bekomme. Ich will Tore schießen, der Mannschaft helfen und zeigen, was ich kann.

Green schreibt nach dem Wechsel an seine Fans:

SPORT1: Der HSV hat auch Lewis Holtby aus der Premier League verpflichtet. Holtby und Green als neues Traumduo - klingt doch hervorragend, meinen Sie nicht?

Green: Durchaus, ja (lacht).

SPORT1: Zumindest sind Sie neben dem ehemaligen Nationalspieler gleich ein Hoffnungsträger. Eine ganz schöne Bürde, oder nicht?

Green: Nein. Ich vertraue auf mein Talent und arbeite jeden Tag an mir. Ich weiß, was ich kann. Ich freue mich auf die Aufgabe und sehe sie als spannende Herausforderung.

SPORT1: In Hamburg heißt es, dass Sie und Holtby im Doppelpack Regisseur Rafael van der Vaart endgültig verdrängen könnten. Er ist umstritten. Wie denken Sie darüber?

Green: Dass van der Vaart ein super Spieler mit unglaublich viel Erfahrung ist. Ich freue mich darauf, mit ihm in einer Mannschaft zu spielen und von ihm zu lernen.

SPORT1: Und welches sind Ihre persönlichen Ziele für die kommende Saison?

Green: Mein Ziel ist es, im Training alles zu geben, um möglichst viel zu spielen. Es geht darum, mich auf höchstem Niveau durchzusetzen. Ich möchte die Mannschaft mit meinen Fähigkeiten unterstützen. Was dabei am Ende rauskommt, muss die Saison zeigen.

SPORT1: Nach einem Jahr geht es dann zurück zum FC Bayern. Was hat Ihnen Pep Guardiola mit auf den Weg gegeben?

Green: Pep Guardiola hat mich motiviert, Gas zu geben, mich durchzusetzen und die Chance zu nutzen.

SPORT1: Und Sie haben mit ihm über Ihre Zukunft nach dem Jahr in Hamburg gesprochen?

Green: Nein.

SPORT1: Abschließend: Mit dem Nationalteam geht?s gegen Tschechien. Jürgen Klinsmann und sein Assistent Andreas Herzog erheben Sie langfristig zum Führungsspieler. Sie wissen um Ihre Rolle?

Green: Es ist natürlich schön, wenn die Trainer an dich glauben und hinter dir stehen. Das ist eine große Motivation. Ich bin Stürmer, das ist meine Position und meine Rolle.

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