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Roger Schmidt (r.) startete seine Trainerkarriere 2007 bei Preußen Münster
Roger Schmidt (r.) startete seine Trainerkarriere 2007 bei Preußen Münster © getty

Fünf Pflichtspiele, fünf Siege: Bayer Leverkusen begeistert die Liga. Was ist das Geheimnis des Erfolgs? Eine SPORT1-Analyse.

Von Bayer Leverkusen berichtet Andreas Reiners

Mönchengladbach - Roger Schmidt macht derzeit alles richtig.

Ein neues System? Läuft bereits jetzt auf Hochtouren. Neue Spieler? Nahtlos integriert. Die ersten Ziele? Locker erreicht.

Bayer Leverkusen präsentiert sich derzeit genauso, wie es sich die Verantwortlichen vorgestellt haben. Sexy. Und dazu auch noch erfolgreich.

Die Bilanz: Fünf Pflichtspiele, fünf Siege, 19:4 Tore. Im DFB-Pokal locker weiter, in der Champions League mittendrin im Millionenspiel und in der Bundesliga ganz vorne. Der Erfolg mag in dieser Form zwar überraschen, ist aber beileibe kein Zufall.

SPORT1 nennt die Schlüsselfiguren hinter dem starken Saisonstart.

• Der Trainer

Vereinfacht gesagt: Roger Schmidt hat in Leverkusen so ziemlich alles verändert. Heißt aber umgekehrt nicht, dass das einfach war.

Schmidt impfte der Mannschaft in der knapp siebenwöchigen Vorbereitung sein System des offensiven Power-Fußballs ein. Lebt den neuen Geist vor. Ist ehrgeizig. Erfolgshungrig. Reißt die Mannschaft mit. Fährt eine klare Linie. Und ganz wichtig: Er kommt bei den Spielern mit seiner Art an.

Offenbar hat die in der Vergangenheit oftmals lethargische Werkself genau das gebraucht.

• Der "Neue"

Karim Bellarabi ist die Überraschung. Eigentlich sollte der zuletzt nach Braunschweig verliehene Offensivmann nochmals auf Leihbasis abgegeben oder sogar verkauft werden. Doch Schmidt sprach ein Machtwort und legte sein Veto ein: "Den behalten wir".

Und Bellarabi zahlt das Vertrauen derzeit doppelt und dreifach zurück.

"Wenn man vom Trainer das Vertrauen bekommt, dann hat man Selbstvertrauen im Spiel. Ich habe mir vorgenommen, in diesem Jahr anzugreifen. So viele Chancen bekommt man nicht im Leben", sagt der 24-Jährige, der oft mit Verletzungen zu kämpfen hatte.

Und als Charakter nicht immer einfach war.

Und wie so oft im Profigeschäft geht alles ganz schnell: Inzwischen wird er gefragt, ob er denn nun für Marokko oder Deutschland spielen wolle. Bellarabi könnte beides. Will aber den Ball weiter flach halten.

Und das in Leverkusen: Bayer zog die Option und band den Deutsch-Marokkaner so gleich mal bis 2016. "Er hat unser System zu seinem gemacht", sagt Schmidt über seinen Spät-Durchstarter. Weitere Höhepunkte nicht ausgeschlossen.

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05.09.2014

Neuer Glanz unterm Bayer-Kreuz

Fünf Pflichtspiele, fünf Siege: Bayer Leverkusen begeistert die Liga. Was ist das Geheimnis des Erfolgs? Eine SPORT1-Analyse. Roger Schmidt (r.) startete seine Trainerkarriere 2007 bei Preußen Münster
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Von Bayer Leverkusen berichtet Andreas Reiners

Mönchengladbach - Roger Schmidt macht derzeit alles richtig.

Ein neues System? Läuft bereits jetzt auf Hochtouren. Neue Spieler? Nahtlos integriert. Die ersten Ziele? Locker erreicht.

Bayer Leverkusen präsentiert sich derzeit genauso, wie es sich die Verantwortlichen vorgestellt haben. Sexy. Und dazu auch noch erfolgreich.

Die Bilanz: Fünf Pflichtspiele, fünf Siege, 19:4 Tore. Im DFB-Pokal locker weiter, in der Champions League mittendrin im Millionenspiel und in der Bundesliga ganz vorne. Der Erfolg mag in dieser Form zwar überraschen, ist aber beileibe kein Zufall.

SPORT1 nennt die Schlüsselfiguren hinter dem starken Saisonstart.

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• Der Trainer

Vereinfacht gesagt: Roger Schmidt hat in Leverkusen so ziemlich alles verändert. Heißt aber umgekehrt nicht, dass das einfach war.

Schmidt impfte der Mannschaft in der knapp siebenwöchigen Vorbereitung sein System des offensiven Power-Fußballs ein. Lebt den neuen Geist vor. Ist ehrgeizig. Erfolgshungrig. Reißt die Mannschaft mit. Fährt eine klare Linie. Und ganz wichtig: Er kommt bei den Spielern mit seiner Art an.

Offenbar hat die in der Vergangenheit oftmals lethargische Werkself genau das gebraucht.

• Der "Neue"

Karim Bellarabi ist die Überraschung. Eigentlich sollte der zuletzt nach Braunschweig verliehene Offensivmann nochmals auf Leihbasis abgegeben oder sogar verkauft werden. Doch Schmidt sprach ein Machtwort und legte sein Veto ein: "Den behalten wir". (DIASHOW: Die Last-Minute-Transfers des Sommers)

Und Bellarabi zahlt das Vertrauen derzeit doppelt und dreifach zurück.

"Wenn man vom Trainer das Vertrauen bekommt, dann hat man Selbstvertrauen im Spiel. Ich habe mir vorgenommen, in diesem Jahr anzugreifen. So viele Chancen bekommt man nicht im Leben", sagt der 24-Jährige, der oft mit Verletzungen zu kämpfen hatte.

Und als Charakter nicht immer einfach war.

Und wie so oft im Profigeschäft geht alles ganz schnell: Inzwischen wird er gefragt, ob er denn nun für Marokko oder Deutschland spielen wolle. Bellarabi könnte beides. Will aber den Ball weiter flach halten.

Und das in Leverkusen: Bayer zog die Option und band den Deutsch-Marokkaner so gleich mal bis 2016. "Er hat unser System zu seinem gemacht", sagt Schmidt über seinen Spät-Durchstarter. Weitere Höhepunkte nicht ausgeschlossen.

• Die Jungen

In wenigen Tagen bekommt Julian Brandt die Fritz-Walter-Medaille in Gold, die bedeutendste deutsche Auszeichnung für einen Nachwuchsfußballer. Seine Vorgänger: Matthias Ginter, Julian Draxler und Mario Götze.

Mit gerade einmal 18 Jahren und innerhalb von knapp sechs Monaten hat sich der U19-Europameister in Leverkusen etabliert. Stammspieler ist er noch nicht, aber nah dran. Brandt besticht durch seine Schnelligkeit und Technik.

Aber: "Er hat noch großes Entwicklungspotenzial", sagt Schmidt.

Auch der Kroate Tin Jedvaj ist auf der Überholspur. Beim jüngsten 4:2 gegen Hertha traf er zunächst ins eigene, später auch ins gegnerische Tor. In die Stammelf hatte er sich da schon lange gespielt.

Schmidt hat sogar noch weitere Junge Wilde in der Hinterhand. Der Brasilianer Wendell gilt als hochtalentiert, ebenso der ukrainische U 21-Nationalspieler Wladlen Jurtschenko.

Nicht zu vergessen: Hakan Calhanoglu, der auch erst 20 Jahre alt ist.

• Der Spielmacher

Doch Calhanoglu ist der Leverkusener Königstransfer des Sommers. Der Mittelfeldmann flüchtete aus Hamburg. Polarisierte dabei mit seinem durchaus fragwürdigen Verhalten.

Der 14,5 Millionen-Einkauf fiel vor der Saison zudem mit markanten Sprüchen auf ("Bayer auf Augenhöhe mit den Bayern"). (BERICHT: Die Sommertransfers der Bundesliga)

Doch Calhanoglu liefert. Seine Freistöße: eine Waffe. Seine Ecken: präzise. Seine Pässe: oft eine Augenweide. Sein Auftreten: mannschaftsdienlich.

Der Türke lobt dann auch vor allem das neue "Wir-Gefühl". Es passe derzeit einfach alles. Bleibt abzuwarten, wie harmonisch es bleibt, wenn mal nicht mehr alles passt.

• Das System

Bayer spielt offensiv, mit schneller Balleroberung, Pressing, intensiv mit vielen Läufen und Sprints. Kraftraubend also. Volles Risiko für den maximalen Erfolg.

Doch Schmidt brachte das Team hinter seine Philosophie. Schmidt beschreibt das so: "Wir wollen dem Gegner ein Spiel aufzwingen, das er nicht möchte. Es geht darum, aktiver auf dem Platz zu sein."

Neu ist das Ganze freilich nicht. Doch solange jeder Einzelne dieses System lebt, hat Bayer Erfolg.

"Wir glauben an unser System und wissen, was wir zu tun haben. Wir wissen, dass wir erfolgreich sind, wenn wir unser System zu 100 Prozent umsetzen. Dafür müssen alle Spieler mitziehen", sagt Bellarabi.

• Der "Alte"

Stefan Kießling blüht unter Schmidts neuem System nochmal richtig auf. Das Resultat: Neun Tore in fünf Pflichtspielen. Kießling ist der erste, der die Abwehr des Gegners permanent unter Druck setzt. Der 30-Jährige wartet nicht auf die Bälle, er holt sie sich selbst.

"Das System tut mir gut. Wenn man die Bälle vorne erobert, hat man keinen langen Weg mehr bis zum Tor", so Kießling. Und beschreibt den Ist-Zustand schließlich in einem Satz: "Wir sind eine geile Mannschaft und haben die richtige Mentalität."

Und das sagt eigentlich alles.

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