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Fredi Bobic ist seit 27. Juli 2010 Sportdirektor des VfB Stuttgart

München und Hamburg - Im Volkswagen Doppelpass wird die Personalie Rüdiger diskutiert. Die Meinungen über seine Rolle im DFB-Team gehen auseinander.

Ein Zähler aus den ersten zwei Begegnungen. Die Ausbeute des VfB Stuttgart aus den ersten zwei Bundesliga-Spielen ist dürftig. Dabei sollte es mit Trainer-Rückkehrer Armin Veh wieder bergauf gehen.

Doch Fredi Bobic ist weit davon entfernt, von einer Krise zu sprechen. "Das eine oder andere braucht eben noch Zeit", erklärt Stuttgarts Sportdirektor im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1.

Stattdessen nimmt er seine junge Truppe in Schutz und setzt auf das Entwicklungspotanziel der Spieler - und des gesamten Vereins.

Fredi Bobic über...

... Antonio Rüdiger als möglichen Ersatz von Philipp Lahm in der DFB-Elf:

"Es gibt im Moment keine deutschen Spieler auf dieser Position. Antonio Rüdiger kann die Position von Philipp Lahm spielen. Joachim Löw muss sich natürlich überlegen, ob er einen offensiven oder defensiven Spieler will. Rüdiger hat bei uns als Rechtsverteidiger angefangen. Er hat auch dort letztes Jahr im DFB-Pokalfinale gegen Franck Ribery gut gespielt. Er interpretiert seine Rolle eher defensiv. Er ist ein guter Zweikämpfer, aber er ist nicht der typische Flügelläufer, der die Flanken permanent reinschlägt. Man muss halt wissen, was man möchte. Es kann natürlich auch sein, dass Joachim Löw auf die Dreierkette umstellt."

… über die aktuelle Lage beim VfB Stuttgart:

"Wir stehen noch immer unter dem Eindruck der Niederlage gegen den 1. FC Köln. Das war nicht in Ordnung. Beim Pokal-Aus gegen Bochum standen wird noch nicht richtig im Saft. Das eine oder andere braucht eben noch Zeit. Die Mannschaft ist aber lernwillig und wissbegierig, aber sie ist noch nicht konstant genug. Wir müssen die Vergangenheit hinter uns zu lassen. Man darf jetzt aber nicht alles verteufeln und einen Abgesang auf den VfB Stuttgart anstimmen. Wir machen noch viele kleine Fehler, aber viele Spieler sind auch noch sehr jung."

… über die fehlende Leader beim VfB Stuttgart:

"Leader fehlen uns auf jeden Fall. Mainz und Augsburg haben es uns im letzten Jahr gezeigt. Wir müssen auch geschlossener auftreten. Da sind wir einfach noch nicht so weit. Wir haben viele Spieler mit Qualität, aber sie müssen diese auch für die Mannschaft bereit stellen. Fakt ist aber auch: Der Fußball hat sich geändert, und es gibt nicht mehr nur die Leader-Typen."

… über die Zukunft des VfB Stuttgart:

"Wir haben in die Zukunft investiert. Dieses Jahr brauchen wir zum Stabilisieren. Deswegen haben wir mit Daniel Ginczek und Filip Kostic zwei Spieler für die Zukunft geholt. Die Personalpolitik ist das Entscheidende. Da haben wir in der Beurteilung nicht immer richtig gelegen. Wir können doch aber auch nicht von der Champions League sprechen."

… über die Pfiffe gegen Mario Gomez:

"Das gibt es immer mal wieder, dass die Spieler im Verein ausgepfiffen werden. Das in der Nationalmannschaft zu machen, ist aber ein Unding. Er ist ein super Stürmer und hat eine tolle Quote. Er hat alles, was ein Stürmer braucht. Er ist komplett. Er hat sich immer vorbildlich verhalten. Da ist sehr schade, und vor allem ist die Betrachtungsweise sehr oberflächlich. Das Schubladen-Denken ist einfach da, und es ist schwer, da wieder rauszukommen."

… über den neuen Co-Trainer Thomas Schneider:

"Die Wahl ist sehr gut. Die Aufgabe passt sehr gut zu ihm. Er ist ein sehr loyaler Trainer. Er lässt einen sehr guten Fußball mit Pressing spielen. Er hat in Stuttgart tolle Arbeit geleistet - schon in der A-Jugend. Es freut mich riesig für ihn. Er kennt die ganzen jungen Spieler, die nachkommen. Und zwar nicht nur die von Stuttgart."

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