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Trainer Mirko Slomka (r.) folgte im Februar 2014 auf  Bert van Marwijk
Trainer Mirko Slomka (r.) folgte im Februar 2014 auf Bert van Marwijk © getty

München - Mirko Slomka steht beim Hamburger SV schon nach zwei Spielen unter Druck. Die Zugänge sollen dem Trainer jetzt den Job retten.

Als Mirko Slomka zum bislang letzten Mal auswärts gewann, war in Deutschland noch einiges anders.

Guido Westerwelle flog als Außenminister um die Welt, Jupp Heynckes trainierte den FC Bayern und die Videos zum "Harlem Shake" sorgten im Internet für große Klickzahlen.

Es war der 26. April 2013. Slomka trat mit Hannover 96 bei der SpVgg Greuther Fürth an und siegte mit 3.2.

16 Auswärtsspiele, ein Punkt

Seitdem ist die Bilanz des Trainers verheerend: Slomka fuhr mit Hannover und später mit dem Hamburger SV noch 16 Mal in die Fremde. Seine Ausbeute: ein mickriger Punkt.

Es wird langsam Zeit für den nächsten Erfolg. Sonst könnte Slomkas Zeit beim HSV bereits abgelaufen sein. Bei seiner alten Liebe Hannover 96 ist der 46-Jährige zum Punkten verdammt.

Die Aussagen seiner Vorgesetzten lassen darauf schließen, dass Slomka am Sonntag sein persönliches Endspiel bestreitet.

Gernandt fordert die Neuen

Karl Gernandt nahm den Coach in die Pflicht und forderte eine konsequente Aufstellung der Zugänge. "Die Neuen sollen eine Chance bekommen. Es soll ein Maximum an mutigen Entscheidungen getroffen werden. Wir wollen sehen, ob das Team zu großen Leistungen in der Lage ist", sagte Hamburgs Aufsichtsratschef der "Bild".

Gernandts Vertrauter Klaus-Michael Kühne hatte den Norddeutschen im Sommer wieder eine große Shoppingtour ermöglicht. Der Logistik-Milliardär unterstüzte seinen Lieblingsklub mit 25 Millionen Euro.

So konnte der HSV sieben neue Profis verpflichten: Die Mittelfeldspieler Valon Behrami, Lewis Holtby, Nicolai Müller und Zoltan Stieber sollen den Konkurrenzkampf verschärfen, gleiches gilt für Angreifer Julian Green.

Cleber für Westermann?

Auch in der Abwehr haben die Norddeutschen nachgelegt: Matthias Ostrzolek könnte Linksverteidiger Marcell Jansen verdrängen, der Brasilianer Cleber wird in Hannover vermutlich für Routinier Heiko Westermann in die Startelf rutschen.

"Ein sehr dynamischer Verteidiger", sagte Slomka über den jungen Abwehrspieler, der für drei Millionen Euro von Corinthians Sao Paulo nach Hamburg wechselte.

Neben Cleber wollen Gernandt und Vorstandsvorsitzender Dietmar Beiersdorfer aber noch mehr Neulinge auf dem Rasen sehen. Holtby und Müller sind ihrer Meinung nach keine Spieler, die für die Bank verpflichtet wurden. Dort sollen stattdessen einige "Versager" aus dem Paderborn-Spiel Platz nehmen.

Erinnerungen an die Vorsaison

Gegen den Aufsteiger blamierte sich der HSV zuletzt bis auf die Knochen. Die 0:3-Heimpleite weckte Erinnerungen an die Vorsaison. Damals holten die Norddeutschen lausige 27 Punkte und vermieden nur durch die Relegation den ersten Abstieg der Vereinsgeschichte.

Nach dem Last-Minute-Klassenerhalt sollte alles besser werden. Doch die Mannschaft brauchte gerade einmal 180 Bundesliga-Minuten, um wieder für Ernüchterung zu sorgen. Null Tore, ein Punkt - so lautet die Bilanz nach zwei Spieltagen.

Mit dem 1. FC Köln und Paderborn standen bislang erst die Duelle mit den beiden Aufsteigern auf dem Plan. Die Aufgaben in den kommenden Wochen werden nicht leichter.

Erst Bayern, dann Gladbach

Nach dem Gastspiel in Hannover empfängt der HSV den FC Bayern, anschließend geht es zu Borussia Mönchengladbach.

Ob Slomka dann noch auf der Bank sitzt, scheint fraglicher denn je.

Für sein erstes Schicksalsspiel zieht der Coach offenbar auch einen Torwartwechsel in Erwägung: Jaroslav Drobny könnte Stammkeeper Rene Adler ersetzen.

Der Tscheche hat in der Vorsaison Großes für den Klub geleistet. Drobny rettete die Hamburg durch Glanzleistungen in der Relegation vor dem Abstieg. Kommt er am Sonntag zum Einsatz, könnte er erstmal Slomkas Job retten.

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