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Frust pur: Benedikt Höwedes © Imago

Mönchengladbach - Schalke 04 geht in Mönchengladbach unter, befindet sich schon nach drei Spieltagen in der Krise. Jens Keller verteidigt seine Mannschaft, Horst Heldt warnt vor Aktionismus.

Der Fehlstart ist perfekt.

Mit einer völlig desolaten Abwehrleistung geht der FC Schalke 04 mit 1:4 bei Borussia Mönchengladbach unter und rutscht auf den 16. Tabellenplatz ab.

Ein mageres Pünktchen, kein Sieg – das ist die Bilanz nach dem 3. Spieltag. Nach zwei ruhigen Wochen nach der guten kämpferischen Leistung gegen den FC Bayern steht Trainer Jens Keller nach der Pleite in Mönchengladbach unter Kritik.

Keller beklagt Ausfälle

Der Trainer selbst verwies bei "Sky" auf die angespannte Personallage: "In der ersten Halbzeit waren wir nicht viel schlechter. Wir schaffen es im Augenblick aber nicht, die Ausfälle zu kompensieren."

In Mönchengladbach musste Keller die Viererkette verletzungsbedingt fast komplett neu besetzen. Vor allem die Außenpositionen offenbarten jedoch große Schwächen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Nutznießer waren Andre Hahn (17./50.), Rückkehrer Max Kruse (57.) und Raffael (79.), die die Gladbacher mit ihren Toren zum Sieg schossen. Eric Maxim Choupo-Moting gelang per Handelfmeter (52.) nur das zwischenzeitliche 1:2.

Heldt warnt vor Aktionismus

"Das sind Fehler, die dürfen nicht passieren und die machen wir zu häufig", ärgerte sich Sportchef Horst Heldt bei "Sky" über die großen Abwehrlücken bei Gladbacher Kontern.

Allerdings warnte Heldt vor Aktionismus: "Es gibt keine Disharmonie. Wir müssen ruhig bleiben, dürfen jetzt nicht Harakiri machen."

Der Trainer nahm die Mannschaft nach dem Schlusspfiff in Schutz. Es bringe nichts, "jetzt reinzuhauen".

Man werde "die nächsten Tage arbeiten, die Wunden lecken, und dann geht es weiter. Wir wollen uns bei Chelsea gut präsentieren." Schon in der Vorsaison hatte Schalke nach drei Spieltagen nur einen Punkt, wurde am Ende aber noch Dritter.

Favre lobt sein Team

"Ich bin sehr zufrieden. Es war ein schönes Spiel mit vielen Torchancen. 4:1 gegen Schalke - super. Mir haben die Torchancen und die Bewegung der Mannschaft gefallen", resümierte Borussen-Trainer Lucien Favre bei "Sky".

Die Borussia machte durch das verdiente 4:1 (1:0) und den ersten Dreier dagegen den erhofften Sprung nach vorne auf Position vier. Die Knappen rutschten dagegen auf Tabellenplatz 16 ab.

Im ausverkauften Borussia-Park sahen 54.010 Zuschauer ein munteres Spiel mit Vorteilen für die Gastgeber.

Gladbach mit guter Spielanlage

Die Fohlen, die am Donnerstag in der Europa League den FC Villarreal erwarten, wirkten besonders vor der Pause in der Spielanlage durchdachter und waren über die Außenbahnen stets gefährlich.

Schalke offenbarte große Löcher in der Abwehr und blieb auch nach der Pause blass.

Etwa zehn Minuten brauchten beide Teams, ehe das Spiel Fahrt aufnahm. Das galt insbesondere für die Borussia: Granit Xhaka mit einem Fernschuss (13.) und Raffael nach einem Solo (17.) ließen die ersten Chancen noch verstreichen. Schon zuvor hatte Schalke Glück, als Schiedsrichter Felix Brych (München) nach einem Zweikampf im Strafraum zwischen Weltmeister Benedikt Höwedes und Hahn weiterspielen ließ (11.).

Kruse bedient Hahn

Wenig später hebelte Gladbach mit einem simplen Schachzug die Schalker Defensive aus.

Ein öffnender Pass von Kruse landete bei Nationalspieler Hahn, der frei vor Ralf Fährmann die Übersicht behielt und sein erstes Saisontor erzielte.

Schalkes beste Chance der ersten Halbzeit vergab kurz darauf Choupo-Moting, der von Nationalspieler Sidney Sam glänzend in Szene gesetzt wurde, aus kurzer Distanz jedoch an Torhüter Yann Sommer scheiterte (26.).

Insgesamt fehlte es den Gästen ohne den angeschlagenen Torjäger Klaas-Jan Huntelaar an Ideen, um die Abwehr der Gladbacher ernsthaft in Verlegenheit zu bringen.

Choupo-Moting mit dem Anschluss

Unmittelbar nach der Pause ging es dann Schlag auf Schlag. Zunächst erzielte Hahn mit einem schönen Kopfball nach Freistoßflanke von Kruse das 2:0, ehe Choupo-Moting fast im Gegenzug nach einem Handspiel von Martin Stranzl den fälligen Elfmeter verwandelte.

Die Hoffnungen der Gäste währten jedoch nur kurz: Raffael spielte Kruse glänzend frei, der vor Fährmann die Nerven behielt. Den Schlusspunkt setzte Raffael, Schalke hätte sogar noch höher verlieren können.

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