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Torschützen unter sich: Franck Ribery (l.) kommt für Mario Götze in das Spiel und sorgt für die Entscheidung
Torschützen unter sich: Franck Ribery (l.) kommt für Mario Götze in das Spiel und sorgt für die Entscheidung © Getty Images

München - Der FC Bayern feiert das starke Comeback von Franck Ribery gegen Stuttgart, doch auch Xabi Alonso glänzt vor der Champions League.

Vom FC Bayern berichten Christian Paschwitz, Oliver Beck und Daniela Fuß

München - Nur am Ende wirkte Franck Ribery irgendwie ein wenig orientierungslos, wollte er auch die Fragen des SPORT1-Reporters nicht beantworten.

"Ma femme, ma femme", rief der Franzose mit suchendem Blick nach Ehefrau Wahiba, ehe er schnurstracks in die Kabine entschwand.

Dabei hatte der Flügelflitzer des FC Bayern beim 2:0 (1:0)-Erfolg im Süd-Schlager gegen den VfB Stuttgart zuvor noch den absoluten Durchblick gehabt.

Ribery kommt und glänzt

Es war die 85. Minute, als Ribery mit seinem Tor den Deckel drauf machte - mit einem Beinschuss gegen VfB-Keeper Sven Ulreich.

"Wenn er reinkommt und trifft, dann ist das super", sagte hinterher denn auch Mario Götze.

"Es hat alle in der Mannschaft gefreut. Wir freuen uns, dass er wieder zurück ist und wieder fit ist - das tut uns gut."

Zettelkunde vor der Einwechslung

Ausgerechnet für den WM-Finaltorschützen Götze, der die Münchner Führung herausgeschossen hatte (28.), war Ribery erst gut 20 Minuten vor Abpfiff ins Match gekommen.

Bayern-Coach Pep Guardiola hatte Ribery noch unmittelbar davor am Spielfeldrand mit allerlei Zetteln (und mithin wohl taktischen Anweisungen) gebrieft.

Am Ende hatte sich das Comeback des Franzosen gelohnt, der zuletzt im Pokal-Finale vor knapp vier Monaten gegen Borussia Dortmund gewirkt hatte (2:0 n.V.) und danach durch Patellasehnenprobleme lahmgelegt worden war.

"Ich bin wieder zurück und fühle mich gut", meinte Ribery.

Vier Tage vor dem Champions-League-Auftakt gegen Manchester City (Mi., 20.15 Uhr im LIVE-TICKER u. auf SPORT1.fm) erscheinen die Bayern ohnehin gerüstet, nun richtig durchzustarten.

Und mit sieben Punkten schob sich der Titelverteidger bereits auf Platz zwei hinter die lediglich in der Tordifferenz besseren Leverkusener. 

Hoffnungsträger Xabi Alonso

Nicht bloß dank Ribery, sondern vor allem auch wegen Xabi Alonso fallen die WM-Nachwehen immer weniger schwer ins Gewicht.

Der angesichts der personellen Misere als eine Art Notnagel verpflichtete Spanier demonstrierte erneut seine große Klasse:

Stets anspielbar, 150 Ballkontakte, 11,6 Kilometer Laufleistung, fast kein Fehlpass. Dabei konnte der 32-Jährige unter der Woche wegen Sprunggelenk-Problemen kaum trainieren.

"Wir müssen uns um Xabi Alonso kümmern, ihm helfen. Wenn er alles machen muss, ist er tot", mahnte Guardiola.

Natürlich: Gegen das englische Star-Ensemble in der Königsklasse dürften die Bayern trotzdem weitaus mehr als Kollektiv gefordert sein als im Duell mit den Schwaben.

Aber das Formbarometer beim FCB zeigt generell nach oben.

Schrecksekunde bei Badstuber

Und zum Glück entpuppte sich zudem das vorzeitige Ausscheiden von Holger Badstuber nur als Schrecksekunde - der Abwehrmann, schon mit zwei Kreuzbandrissen in der Krankenakte, beklagte allein muskuläre Problem und wird gegen City wohl spielen können.

Gegen Stuttgart stand die Erkenntnis, dass mit dem sich lichtenden Verletzten-Lazarett die Kraft nun bereits für mehr als eine gute Halbzeit reicht.

Anders als noch vor der Länderspielpause, als sich die Bayern gegen den VfL Wolfsburg zu einem 2:1 zitterten und danach beim FC Schalke 04 mit einem 1:1 begnügen mussten.

Müller feiert und bleibt locker

Geburtstagskind Thomas Müller, der am Morgen zu seinem 25. Geburtstag "die Kerze ausgepustet und gleich den ganzen Kuchen gegessen" haben wollte, zeigte sich deshalb optimistisch:

"Wenn wir am Mittwoch auch 2:0 gewinnen und so gut wie keine Chance zulassen, können wir zufrieden sein", meinte der Weltmeister.

Und Philipp Lahm ergänzte: "Natürlich müssen wir eine Schippe drauflegen, aber es läuft immer besser."

VfB sucht das Selbstvertrauen

Ganz anders als im Ländle.

Die weiter auf den ersten Saisonsieg wartenden Stuttgarter suchen mit Blick auf die anstehenden Partien gegen 1899 Hoffenheim und bei Borussia Dortmund nach der Courage.

"Was uns am Ende fehlt, ist der Mut, einmal mit zwei, drei Mann in den Strafraum hineinzugehen", sagte VfB-Coach Armin Veh ernüchtert.

"Das ist das Hauptproblem, an dem wir arbeiten müssen. In der Offensive fehlt uns die Durchschlagskraft."

Bände sprach auch die Aussage von Antonio Rüdiger, der gleich drei Tormöglichkeiten verpasste und zudem bei Götzes Führungstreffer unfreiwillig mithalf:

"Wenn ich wüsste, was gefehlt hat, dann wäre ich Gott."

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