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Ivica Olic (l.) spielt seit 2012 für den VfL Wolfsburg. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder des 3. Spieltages
Wolfsburg-Coach Dieter Hecking © getty

Sinsheim - Der VfL Wolfsburg steht nach dem Remis bei der TSG Hoffenheim auch nach dem 3. Spieltag noch ohne Dreier da. Hecking und Allofs nennen die WM als Grund dafür.

Einen Tag nach seinem 50. Geburtstag war Dieter Hecking so gar nicht mehr in Partylaune, der Trainer des nach wie vor sieglosen VfL Wolfsburg hatte in den Trotz-Modus umgeschaltet.

"Vor dem Spiel wollte man mir einreden, dass wir in Hoffenheim, in Everton und gegen Leverkusen schon verloren haben", antwortete der Coach auf die Frage nach den mageren zwei Liga-Punkten vor dem Start in die Europacup: "In Hoffenheim haben wir schon mal nicht verloren!"

In der Tat konnten die hochgehandelten Wolfsburger die drohende Pleite beim 1:1 (0:0) bei 1899 Hoffenheim gerade noch abwenden. Einen Tag vor seinem 35. Geburtstag glich Dauerbrenner Ivica Olic der 89. Minute die Führung der Kraichgauer durch Anthony Modeste aus.

Olic' Ausgleich bei SPORT1.fm:

So tankten die "Wölfe" vor ihrem Europa-League-Auftakt am Donnerstag beim englischen Premier-League-Klub FC Everton und der Partie am Sonntag gegen das deutsche Spitzenteam von Bayer Leverkusen immerhin ein wenig Selbstvertrauen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

"Ich bin sicher, dass die Mannschaft beim FC Everton ein geiles Auswärtsspiel hinlegen wird", sagte Hecking.

Kuriose Partie 

Kein geiles, aber immerhin ein kurioses Spiel erlebten die 23. 813 Zuschauer in der Rhein-Neckar-Arena. Neben den zwei Treffern gab es vier Verletzte, einen Blitz-Platzverweis, einen humpelnden Verteidiger als Stürmer und eine riesige Last-Second-Chance zu bestaunen.

Die Hoffenheimer Sejad Salihovic (Fleischwunde am Knie), Sebastian Rudy (Adduktoren) und Ermin Bicakcic (Oberschenkel) sowie der Wolfsburger Luiz Gustavo (Innenbanddehnung) erlitten Verletzungen.

Ob die Profis für die kommenden Aufgaben ausfallen werden, muss in allen Fällen noch abgewartet werden.

Wolfsburg jubelt über den späten Ausgleich:

Humpelnder Bicakcic 

Da die Hoffenheimer schon dreimal gewechselt hatten, humpelte Innenverteidiger Bicakcic in der Schlussphase vorne herum - sein Fehlen hinten ermöglichte das Tor von Olic.

Erst als der Wolfsburger Josuha Guilavogui in der dritten Minute der Nachspielzeit wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte sah (16 Minuten nach seiner Einwechslung), ging auch Bicakcic vom Feld.

Zwei Minuten später rettete Sebastian Jung bei einem Kopfball von Hoffenheims Kapitän Andreas Beck auf der Torlinie.

Personelle Probleme als Argument 

Dass der VfL mit dem Remis davonkam, erleichterte Hecking die Argumentation.

"Wir hatten sieben Spieler bei der WM und vier schwerwiegende Verletzungen. Wir können noch nicht bei 100 Prozent sein", sagte der Trainer. .

Sportchef Klaus Allofs äußerte sich fast wortgleich wie sein Coach:

"Die Spieler, die bei der WM waren, sind noch nicht bei 100 Prozent. Wir arbeiten daran, dass sie möglichst schnell in ihre beste Verfassung kommen", sagte Allofs: "Ich lasse mich nicht in Panik versetzen. Die Saison dauert 34 Spieltage."

Während der VfL noch zulegen muss, sind die ebenfalls als Europacup-Anwärter gehandelten Hoffenheimer mit fünf Punkten auf dem Konto voll im Soll.

"Wir sind gut reingekommen", sagte Sportchef Alexander Rosen.

Dem baden-württembergischen Derby am Samstag beim VfB Stuttgart fiebert er bereits entgegen: "Da sind Emotionen drin, da geht es um was."

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