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Jens Keller (l., neben Co-Trainer Hermann) hat bei S04 einen Vertrag bis 2015
Jens Keller (l., neben Co-Trainer Hermann) hat bei S04 einen Vertrag bis 2015 © getty

Mönchengladbach - Auf Schalke wird es nach dem Debakel in Mönchengladbach immer ungemütlicher. Nicht nur Trainer Jens Keller braucht ein Erfolgserlebnis.

Nach dem Debakel in Mönchengladbach war Horst Heldt als Feuerwehrmann gefragt.

Erst die vermeintliche Kritik von Klaas-Jan Huntelaar an Trainer Jens Keller, dann der Wirbel um einen dämlichen Facebook-Eintrag von Tranquillo Barnetta: Der Sportvorstand von Schalke 04 hatte nach dem 1:4 im Borussia-Park alle Hände voll zu tun, um die plötzlichen Brandherde zu löschen. 

Als im Stadion längst die Lichter ausgegangen waren, trat Heldt daher ein zweites Mal vor die Mikrofone.

Heldt sauer auf Huntelaar

Beim ersten Mal hatte er noch Angreifer Huntelaar kritisiert, der nach Schlusspfiff "einen Plan" für den Champions-League-Auftakt am Mittwoch beim FC Chelsea gefordert hatte.

Heldt war jedoch der Eindruck vermittelt worden, der Niederländer habe in Gladbach einen Plan vermisst. Entsprechend sauer reagierte der Manager, nahm seine Schelte aber wenig später wieder zurück.

Ungemütlich wurde es nach dem Fehlstart mit nur einem Punkt aus drei Spielen aber auch so, auch wenn Coach Keller um ruhige Töne bemüht war. 

Keller will keine Keule rausholen

"Es bringt jetzt nichts, mit der Keule reinzuhauen", sagte der Trainer. Wohl auch, um der Diskussion um seine Position keine neue Nahrung zu geben.

Heldt wich dann auch sämtlichen Fragen nach Kellers Zukunft aus. Es gebe "keine Disharmonie", betonte er und warnte vor blindem Aktionismus: "Wir müssen die Situation jetzt in den Griff bekommen und die Nerven bewahren."

Wie das gelingen soll, blieb angesichts der Vorstellung in Gladbach aber offen. Immerhin: Die Mannschaft nahm kein Blatt vor den Mund, redete Tacheles.

Höwedes fordert: "Sich hinterfragen"

"Wenn der Gegner zehn Tore machen kann, müssen wir schnell etwas ändern. Sonst wird das eine ganz schwere Saison", sagte Huntelaar. Kapitän Benedikt Höwedes verlangte von jedem Spieler, "sich zu hinterfragen".

Torhüter Ralf Fährmann ahnte schon da: "Die nächste Nacht wird beschissen."

Die nächsten Tage möglicherweise auch. Der kommende Gegner Chelsea sei "im Moment sicherlich nicht unsere Augenhöhe", sagte Keller bereits und forderte eine deutliche Steigerung.

So wie bei den Gegentoren durch Andre Hahn (17./50.), Max Kruse (57.) und Raffael (79.) sollte sich die Schalker Mannschaft, die nur durch Eric Maxim Choupo-Moting per Handelfmeter (52.) erfolgreich war, in der Tat nicht präsentieren.

Barnetta rudert zurück

Als wäre das alles noch nicht genug, sorgte auch noch ein vermeintlicher Facebook-Kommentar von Mittelfeldspieler Barnetta für Wirbel. "3 Wechsel, kein Quillo! Na dann: hopp Gladbach", war auf der offiziellen Seite des Schweizers zu lesen, Barnetta sah sich am Abend zu einer Klarstellung genötigt.

Die Pflege der Seite liege "in den Händen eines Freunds. Leider hat dieser aus der Emotion heraus einen Beitrag veröffentlicht, der zu Verwirrung geführt hat."

Aufstecken wollte dennoch niemand.

Fährmann holte daher einen alten Spruch seines Ex-Trainers Christoph Daum aus der Schublade: "Er hat mal gesagt: Nach einem verlorenen Spiel muss man sich wie ein Hund verhalten, der ins Wasser gefallen ist", sagte Fährmann und lächelte: "Einen Tag darf man sauer sein, aber dann muss man das abschütteln - und wieder trocknen."

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